Auswertung von Auslastungsgraden

  • Hallo.
    Wir haben zur Zeit eine interne Diskussion zum Thema Auswertung von Auslastungsgraden.

    Welche Zeit ist die Bezugszeit ?

    Bezieht man sich auf die Gesamtstunden des Monats, die maximal zur Verfügung stehen (z.B.: Februar: 28 Tage x 24 Stunden = 100%) oder bezieht man sich nur auf die tatsächlich gearbeiteten Stunden des Monats ?

    Letztendlich ist es ja eigentlich egal, an welcher Route man sich orientiert, da der direkte Vergleich ja gegeben ist.
    Für einen Benchmark o.ä. mit anderen Betrieben würde mich aber die "übliche" Vorgehensweise interessieren.

    Gruß
    TThias

  • Hallo TThias,

    Auslastung der Maschinen oder des Personals?

    Quote

    Original von TTHias

    Bezieht man sich auf die Gesamtstunden des Monats, die maximal zur Verfügung stehen (z.B.: Februar: 28 Tage x 24 Stunden = 100%) oder bezieht man sich nur auf die tatsächlich gearbeiteten Stunden des Monats ?

    In deinem Bsp. werden bei uns die Wochenenden rausgerechnet, sofern an diesen nicht gearbeitet wird.


    Bei uns wird alles mit PC und Software errechnet, da alle Maschinen über Netzwerk miteinander verbunden sind.

  • Bei uns läuft alles über ein BDE System.

    Da werden die tatsächlichen Laufzeiten mit denen verglichen die möglich sind. Also Wochenden, Feiertage werden rausgerechnet. Auswertung kann wöchentlich, monatlich, jährlich aufgeschlüsselt werden.

  • Hallo und Danke.

    Wir arbeiten auch mit einem BDE-System, welches beide Grade parallel ausgibt.
    Meine Frage zielt aber eigentlich in die Richtung, wie es "standardmäßig" z.B. im Benchmark gemacht wird ?

    Man kann sich natürlich immer alles "schön rechnen" und jegliche Zeit von der Bezugszeit abziehen, wenn die Maschine planmäßig nicht laufen soll.
    Das halte ich aber für einen fatalen Fehler.

    Letztendlich ist es doch nun mal so, dass maximal die Monatstage (incl. WE und Feiertagen) x 24 Stunden zur Maschinenlaufzeit zur Verfügung stehen.
    Wenn dies nicht so gehandhabt würde, könnten Maschinen ja mit über 100% laufen.
    Und das wäre doch grundsätzlich schwachsinnig, oder ?

    Klar kommen bei dieser Betrachtungsweise auf den ersten Blick ziemlich miese Grade heraus.
    Ich betuppe mich aber so nicht selber, indem ich den Maßstab von 100% immer weiter heruntersenke.

  • Ich weiß nicht wie es mit anderen Systemen gemacht wird, aber wieso darf es nicht ein bißchen mehr sein?

    Bsp. Wenn ich normaler Weiße 5 Tage in der Woche mit meinem Zweit-PKW zur Arbeit fahre und das pro Woche 100% Sprit sind, dann sind das auch 140% Sprit wenn ich mal am Wochenende ins Geschäft muss.

    Zumindestens sollten der Auslastungsgrad stets angepasst werden und ich denke der Standard wird 5Tage-Woche sein.
    Denn bei Kurzarbeit kann ich ja auch nicht sagen 4Tage-Woche = 100%.

  • Genau das ist ja mein Reden.
    Aber wie will ich mich dann im Benchmark vergleichen.
    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass sich Betriebe über eine Einschränkung des Bezuges schönrechnen.

    Trotzdem Danke für eure Antworten.

    Gruß
    TThias

  • Vielleicht sollte man das als "mehr" Auslastung rechnen.

    Wenn ich einen Artikel habe mit 60sec Zyklus und der dadurch 2Wochen läuft und ich dann den Zyklus um eine Sekunde verkürze habe ich am Ende auch überschüssige Zeit.

    Edited once, last by Kuka (March 4, 2009 at 5:01 PM).

  • Hi TThias,

    ich denke, wenn du alle Tage rechnest, wird dein Ergebnis verfälscht,

    da es z.B. Monate mit 31 Tagen gibt, die 21 AT haben und Monate mit

    31 Tagen, die 23 AT haben.

    Wenn du nur die AT hernimmst, hast du ein genaueres Ergebnis.

  • Hallo.
    Nee nee...das ist ja nicht korrekt. :smiling_face:

    Monat mit 28 Tagen:
    Max: 28x24 Stunden = 672 Stunden = 100%

    Monat mit 31 Tagen:
    Max: 31x24 Stunden = 744 Stunden = 100%

    Ich mache in Monaten mit mehr Max-Stunden bei gleichbleibender Auslastung z.B. 60% doch auch einen höheren Umsatz.

    Zudem schwanken die AT ja auch von Monat zu Monat.
    Das bringt uns ja nicht näher ans Ziel.

  • Hi TThias,
    hört sich so an, als ob ihr rund um die Uhr am WE und an Feiertagen arbeitet, dann hättest du recht, aber bei den meisten ist eben 5 Tagewoche, d.h. 120 h verfügbare Zeit pro Woche/ Maschine.
    Daraus wird die Laufzeit errechnet und daraus der Nutzungsgrad, denke, das ist nicht nur bei uns so.
    Sind aktuell auch gerade bei diesem Thema, wir rechnen mit einer max. Maschinenverfügbarkeit von 6000h pro Masch. und Jahr ( 2008), bei deiner Rechnung hättest du eine Verfügbarkeit von ca 8700 h pro Jahr.

    Wenn meiner Rechnung zufolge die Masch. mit 60% Auslastung läuft,
    bleiben theoretisch noch 2400 h übrig, z.B für andere Aufträge.

    Deiner Rechnung zufolge 3500h, wie willst du das deinem Chef klar machen, wenn er dir nen Auftrag mit ca 3500 h Laufzeit jährlich
    auf`s Auge drückt, dass du dann an jedem WE und jeden Feiertag
    arbeiten lassen musst um das zu bewältigen?

  • Ok. Ich nehme noch mal Anlauf.

    Ich gehe davon aus dass meine zur Verfügung stehende Zeit pro Woche wie folgt berechnet wird:

    7 Tage x 24 Stunden = 168 Stunden/Woche
    = 100% Maximalauslastung


    Man geht für gewöhnlich, meiner Meinung nach nur aus Unwissenheit oder um sich selbst zu betrügen, von einer 5 Tage-Woche aus.

    5 Tage x 24 Stunden = 120 Stunden/Woche
    = 100% Maximalauslastung

    OK.

    Gerade zur jetzigen Zeit machen viele Firmen Kurzarbeit.
    Sagen wir mal freitags.

    Somit bleiben nur noch 4 Tage übrig.
    Die maximale Auslastung von 100% wird nun auf die verleibenden 4 Tage heruntergebrochen:

    4 Tage x 24 Stunden = 96 Stunden/Woche
    = 100% Maximalauslastung


    Was passiert aber nun, wenn am Freitag doch mal gearbeitet wird, ein Eilauftrag kommt, bestimmte Maschinen laufen ???

    Ich muss über die 96 Stunden, also über die 100% hinaus gehen.

    In der Schule haben wir alle mal gelernt das 100% das Maximum sind.
    Mehr geht halt nicht.
    Zudem geht durch diese Verschiebung die objektive Betrachtung und Vergleichbarkeit der Wochen und Maschinen untereinander völlig verloren.

    Mir ist bewusst, dass es gerade in jetzigen Zeiten zu sehr sehr mageren Werten kommt.
    Aber das ist halt so und gibt die Realität wieder.


    Anbei noch ein kleiner Auszug aus dem P r o t o k o l l
    der 112. Sitzung der Regionalgruppe Nord von TecPart:

    "Diskutiert wurde die Definition zu der Anzahl der Schichten, die vielen Teilnehmern unklar ist.
    Anzugeben ist die Anzahl der Schichten pro Woche. Die mögliche maximale Anzahl von 8 Stundenschichten je Woche beträgt 21, sofern das Unternehmen ohne Unterbrechung von Montag bis Sonntag durcharbeitet."

    --> Sprich: 8 x 21 =168 Stunden/Woche = 100% Maximalauslastung
    (vgl. mit meiner Forderung ganz oben)

    Gruß
    TThias

  • Wie war die Frage?? Nein =)

    Ich möchte mal ein bissi den Wind aus den Selgeln nehmen: Ein Auto mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200km/h = 100% fährt Bergrunter und mit Rückenwind 220km/h, dann habe ich auch 110%.
    Egal...

    Ich denke dennoch das dein Ansatz ein wenig falsch ist, wenn dann must du von den Arbeitstagen im Monat ausgehen und nicht von den vorhandenen Tagen.

    Für Betriebe mit 5Tage/Woche sind halt die 5Tage 100% und für Betriebe mit 7Tage/Woche sind halt 7Tage 100%.

    Ich bekomme ja auch Geld für die alle gearbeiteten Tage und somit sind es immer 100% egal wieviel Stunden ich real gearbeitet habe (somit schwankt das Brutto)...

    Zum Schluss: Ich persönlich verstehe was du meinst, nur verstehe ich nicht worauf du hinaus willst, wenn du eine Reform der Auslastung haben willst - dann mach sie.

    Aber wenn alle nach dem Schema F - so wie du es für richtig hältst - arbeiten, so heist es am Ende:
    Wie ist denn der Auslastungsgrad in Ihrer Firma? Antwort: IMMER 70%, aber eigentlich sind es 100%, da wir an Sa und So nicht arbeiten!
    Dann kommt wieder einer damit nicht zurecht und meint "Das kann so nicht sein!!" und will ne Reform machen und so wird jede Reform refomiert.......

  • Hi Kuka,

    denke auch so wie du,

    man sollte vom Normalfall ausgehen und der ist eben in der Regel

    5 Tage.

    @ TThias, 100% sind immer die verfügbaren Maschinenstunden,

    wenn du 4 Tage arbeitest sind`s eben 96h, bei 5 AT 120h.

    Wenn du an Kurzarbeitstagen dann doch mal ein paar Maschinen am

    laufen hast, rechnest eben auf 120h.

    Wenn wir samstags arbeiten, aber nur wegen 5 Artikeln,

    komme ich auf ne Auslastung von 25%, aber das wird

    nicht auf die ganze Woche hochgerechnet,weil Samstag eben nicht

    Regelarbeitstag ist.

  • schöne diskusion,
    Wenn ich davon ausgehe das Montag früh um 6.00 die Zeitrechnung beginn, am samstag um 6.00 die zeitrechnung endet. Habe ich genau meine 120 Stunden welche dann 100 % sind. wird am samstag gearbeitet oder am sonntag nacht angefangen habe ich dann sa+16 am so+8 h mehr zur verfügung. also wäre nach meiner rechnung die ma mit 128.8 % für diese woche in Betrieb !!! . (eine stunde mehr entspricht 1,2%)

    Wir rechnen anderst, Zykluszeit mal Stückzahl= laufzeit auftrag ( dies ist ein rein fiktiver wert ). Dieser wert wird von der regulären Wochen oder Jahresarbeitszeit abgezogen, bis alles 0 ist. ( je nach auftragslage )

    Läuft die ma schneller, oder langsamer sieht man das am PC und das programm rechnet dann neu, so sieht man am pc die teoretisch noch zu vergebend zeit, oder minuszeit.
    vorraussetzung ist das alles erfasst wird, auch rüstzeiten und störungen der ma`s.
    ausgelastet ist die ma somit mit 65, 93, 108 oder 136 stellenweise mit 175%, nicht von den Stunden her, sondern von den Aufträgen. mfg

    Edited 6 times, last by Hummel (May 25, 2009 at 3:16 PM).

  • Quote

    Original von TThias
    Was passiert aber nun, wenn am Freitag doch mal gearbeitet wird, ein Eilauftrag kommt, bestimmte Maschinen laufen ???

    Ich muss über die 96 Stunden, also über die 100% hinaus gehen.

    In der Schule haben wir alle mal gelernt das 100% das Maximum sind.
    Mehr geht halt nicht.
    TThias

    Ja du, aber du kannst doch auch nicht wegen einer Maschine oder Auftrag deine ganze Statistik über den Haufen werfen bzw. verschlechtern nur weil diese jetzt laufen soll.

    Also wenn mir die Statistik dann wichtig ist und ich so rechnen soll wie dir das vorschwebt, dann produzier ich regulär Montag und hab dann 5T = 100%


    Wenn bei uns eine Maschine gerüstet wird (somit steht diese und produziert nicht), dann ist die Auslastung in Bezug auf die Anzahl der Maschinen weniger. Umso mehr stehen, desto geringer die Auslastung.

    Ich denke wenn man die Staistiken aufteilt, dann wäre jeder zufrieden.

    Tages-Auslastung
    Wochen-Auslastung
    Monats-Auslastung
    Jahres-Auslastung oder Gesamt-Auslastung

    Soll 5T --- Ist 5T = 100%

  • OK. Worum es mir eigentlich geht, ist dass jeder halt irgendwie anders rechnet. Schönrechnet, um sich mit irgendwelchen Veröffentlichungen zu messen.
    Nach einem Gespräch mit derm GKV ist dem wirklich so. Man weiß nicht einmal dort, wie "richtig" betrachtet wird.
    Das sagt doch irgendwie alles.

    Unser BDE-System spuckt 2 Werte aus. Einmal den, den ich als Auslastungsgrad ansehe und einmal der auf die "eingeschränkte 100%-Zeit" betrachtete.
    Die Unterschiede sind natürlich gewaltig.

    Wichtig ist, dass jeder für sich Woche für Woche oder Monat für Monat immer gleich und objektiv auswertet. Dann ist es egal, welches System man benutzt.
    Nur muss man vorsichtig sein im Benchmark nach aussen...

    Es gilt hier wie immer der ausspruch"Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!" :winking_face:

    In diesem Sinne,
    ein schönes Wochenende wünscht
    TThias

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