Verzugsverminderung PA66 GF 30

  • Folgendes Problem liegt vor. Beim Spritzen eines Kunststoffartikels aus einem PA66 GF 30 (Ultramid) 26mmx66mmx0,8mm liegen wir bezogen auf die Ebenheit in der Toleranz von +-0,1mm. Nachdem der Artikel auf eine Flexfolie als Verstärkung aufgeklebt wird und 8 Stunden bei 120 Grad getempert wird, haben wir einen Verzug von mehr als 0,4mm.

    Meine Frage; Wie kann ich dem entgegenwirken, bzw. den Verzug verringern?

  • Verzug tritt in der Regel immer auf, wenn:
    1.) Der Anschnittpunkt schlecht gewählt wurde
    2.) Massetemperatur zu niedrig ist
    3.) Werkzeugtemperatur zu niedrig ist
    4.) Einer oder mehrere dieser Parameter nicht zum Werkzeug passen.

    Der Spritzling hat zwar nach dem Entformen eine akzeptable Figur, die sich aber beim Tempern verliert, weil das Werkstück nicht spannungsfrei geformt wurde.

    Du könntest hierzu unter "Suchen" auch einmal "Verzug" eingeben. Da kommen viele Ergebnisse auf, bei denen sicher etwas zu finden ist.

    Edited once, last by petersj (August 13, 2009 at 2:16 PM).

  • Danke vorab. Allerdings haben wir schon mit verschiedenen Parametern gespritzt. Kein Erfolg. Tip vom Kollegen den Anspritzpunkt von Sichel auf Film zu ändern. Eure Meinung.

  • Wenn es sich tatsächlich um nahezu eine Platte handelt, ist ein Filmanguss (am besten über die ganze Breite) sicherlich am besten. Es sollte auf der ganzen Breite dann ein gleichmäßiger Quellfluß erreicht werden, eine breite Fließfront ohne Stopper und natürlich möglichst ohne umflossene Kerne. Und wenn möglich den ND so niedrig wie möglich halten, damit keine Kompressionsbereiche entstehen.

    Edited once, last by petersj (August 13, 2009 at 2:26 PM).

  • Verleg (wenn möglich) den Anspritzpunkt.
    Wir haben ähnliche Probleme bei einem Teil aus PA66CF30 gehabt.
    Spritzungen mit dem Anspritzpunkt da, wo er normalerweise "hingehört" hatten einen sehr hohen Verzug.
    Nach allen Versuchen wurde der Anspritzpunkt an eine völlig abnormale Stelle verlegt und siehe da, der Verzug war nahezu gleich Null.
    Die Theorie muss nicht immer mit der Praxis übereinstimmen.

  • Wie schon erwähnt frierst du in deinem Prozess die Spannungen ein.
    Wenn dein Artikel nur getempert ausgeliefert wird, könnte man einen verzogenen Artikel spritzen bzw nicht auf den Verzug hin die Parameter angleichen, dann lieber "normal spritzen" und schauen wie der Artikel aussieht wenn er getempert wird und dann folglich die Parameter korrigieren.

    Ich glaub wir haben mal über solch Prozessabnormitäten gesprochen und ich denke es war Hummel der das vorschlug. (nicht festnageln!! - und nicht beleidigt sein, wenn es ein andrer war)
    Es ging aber nicht um ein PA66 GF30.

  • Bei 30%GF wird auch die Orientierung der GF eine Rolle spielen. Mal berechnen oder lassen. Das würde auch die Problemlösung mit dem ungewöhnlichen Anspritzpunkt erklären. Wenn nichts hilft wäre auch noch Spritzprägen eine Möglichkeit um eine Planität zu erreichen.

    Gruß

  • jetzt die Lösung.

    Haben den Anguss jetzt auf die komplette Stirnseite gebracht (Filmanguss). Und siehe da: kaum noch Verzug. Also wir liegen in der Toleranz.

    Und somit vielen Dank an Euch für die Tips. Habt einen gut....

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