Sicherstellung keine Metallpartikel im Granulat

  • Hallo Kollegen,

    Stellt der Granulathersteller sicher, das keine Metallpartikel im Granulat bei der Herstellung mit eingeschlossen werden?
    Hat der z.B. einen Metalldetektor an der Absackanlage?

    Gruß
    Rainer

  • Hallo Rafi,

    unser früherer Produktionsleiter sagte immer auf solche fragen: "Wir sind uns dessen bewusst, dass wir ein Gemenge aus Metall und Kunststoff produzieren."

    Diese Ansicht teile ich voll und ganz. Überall wo du Metallteile hast die sich bewegen (Extruderschnecke-Zylinder) hast du auch abrieb. Völlige Metallfreiheit wird dir kein Materialhersteller garantieren.

    Bei uns waren es bei den seltensten Fällen ein Metalldetektor, der unter den Mischern stand. Nur bei einzelnen Produkten, die wirklich Metallfrei spezifiziert auf eine gewisse Metall-Partikelgröße sein mussten kam ein Metalldetektor zum Einsatz.

    Meist wurden die Granulate hinter dem Abschlag über ein Magnetgitter laufen gelassen. Wenn was hängen blieb wurde nochmal nachkontrolliert. Aber das ist auch eine sehr "relative" Metallfreiheit....

    Gruß

    Edited once, last by seratul (October 22, 2009 at 2:41 PM).

  • Wir als Materialhersteller versuchen so gut wie möglich zu vermeiden Metall in die Fertigware gelangen zu lassen. Dazu gehören selbstverständlich auch Metallabscheider für die Roh- und Fertigware, die pro Schicht einmal geprüft werden. Dazu wurde in einem Kunststoffstab eine 0,5mm kleine Kugel eingesetzt. Der Metallseparator (MESA) muss damit auslösen.
    Der Mesa generiert ein elektromagnetisches Feld, dass durch die Kugel gestört wird und damit die Steuerklappe auslöst. Nun können natürlich auch kleinere und ungünstig geformte (platte Schnipsel) entstehen. Diese, sowie auch Nichteisenmetalle lösen den Mesa auf Grund ihrer elektromagnetischen Eigenschaften evtl nicht aus. Ausserdem gibt es Recyclingprodukte (meist Mahlgüter) in denen sehr viel Metall enthalten ist. Bei solchen Produkten wird der Kunde schon vor dem Kauf darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Material nicht für Heißkanal- und Verschlußdüsenanwendungen geeignet ist. Ausserdem ist es leider nicht möglich, großtechnisch hergestellte Produkte absolut metallfrei herzustellen.
    Unser Labor prüft zusätzlich ständig, ob sich in dem Granulat Metall befindet. Ebenfalls mit einem MESA der noch feiner eingestellt ist. Trotzdem kann immer mal was vorbei gehen, was dann unglücklicher Weise beim Kunden landet.

    Tipp:
    Wenn mann ein metallfreies Material haben möchte, sollte man sich A-Ware in natur bestellen. Nur hier kann man auf Grund von Stippen sehen ob sich Fremdkörper im Material befinden. Der Versuch sich schwarze C oder D- Ware als "metallfrei" liefern zu lassen kann nur nach hinten los gehen.

    Edited once, last by petersj (October 22, 2009 at 3:07 PM).

  • Bin zwar kein Materialhersteller aber ich denke schon, dass das in der Herstellung sicher gestellt wird bzw. so gut wie möglich versucht wird.

    Zusätzlich kommen dann noch die im Betrieb vorhandenen Metallabscheider in den Förderanlagen, sowie im Materialtrichter zu Einsatz. Bei uns wird das konsequent umgesetzt. Haben nur noch ganz selten mal Metall im Material - vielleicht 2X im Jahr.

  • Wie schon unten gesagt: nicht immer lässt sich alles Metall ausscheiden. Problematisch wird es bei Nichteisenmetallen (Kupfer,Messing, Alu und auch Edelstahl). Die bleiben nicht an Magneten hängen. Hier helfen nur Metallabscheider. Sind es aber kleine Späne,sprechen auch die feinsten MESA nicht an. Oder sie scheiden auch andere Stoffe mit aus. Sie sprechen u. U. sogar bei Feuchtigkeit an. Also ein Magnet sucht noch nach Schrauben und deren Stücken, bei VA-Schrauben stellt er aber z.B. auf Durchzug. Deswegen Metallfreiheit zu garantieren ist ein ganz schwieriges Brot und nahezu unmöglich.

  • Ja, leider ist es so, dass Metallabscheider angeboten werden mit dem Vermerk: Detektionsfähigkeit 0,5mm und kleiner. Geprüft wird mit einer Stahlkugel von 0,5mm. Diese wird, wenn sie genau durch die Mitte des Detektors fällt auch zuverlässig ausgeschieden. Es kann aber sein, dass, wenn sie nicht exakt durch die Mitte fällt, nicht auslöst. Ausserdem ist das Problem sie Durchtrittsgeschwindigkeit. Bei einem großen Granulatstrom mit niedriger Geschwindigkeit kann die Feinfühligkeit nachlassen. Aber meistens hat man nicht die Zeit, die Körner einzeln durch den Mesa laufen zu lassen. Wir haben aus diesen Gründen teilweise sogar 4 Mesa parallel an einer Maschine (Extruder) um den Materialstrom entsprechend aufzuteilen. Sind dann aber Nichteisenteile oder folienartige Metallstücke im Spiel, kann es zu einem Misserfolg führen.
    Problematisch wird die Abscheidegenauigkeit selbstverständlich bei metallgefüllten Polymeren und bei Effektstoffen wie Metallflakes. Diese Sachen sind im Material ausdrücklich erwünscht, würden aber bei einer zu feinen Einstellung des Mesas aber ausgeschieden werden, sodass nur noch Metallabfall übrigbleibt.

  • Quote

    Original von TThias
    Dieses Thema kocht bei uns auch immer wieder hoch.
    Wir arbeiten ebenfalls mit Metallseparatoren.
    Eine wirkliche Lösung haben wir aber leider bisher nicht gefunden.

    Ein ganz wichtiger Faktor ist auch die Mitarbeiterschulung. Wenn die Mitarbeiter hier gut geschult sind erledigen sich viele Dinge von allein.

    Hatten z.B. früher Schrauben oder sonstiges im Material. Da wurden kleine Schrauben beim Säubern des Materialtrichters lose in der Hemdtasche getragen. Die dann natürlich beim überbeugen über den Trichter rausgefallen sind. Und all sowas. Hier hilft Mitarbeiterschulung!

  • Mal eine Anektote aus früheren Jahren:
    Einem Arbeitskollegen war bei Wartungsarbeiten am laufenden Extruder ein Hosenträger gerissen. Dieser Hosenträger sicherte aber auch sein recht umfangreiches Schlüsselbund und seine Armbanduhr. Beides fiel nun in den Aufgabetrichter der Maschine. Sofort sackten beide Objekte in das Kunststoffgranulat ein und ließen sich per Hand auch nicht mehr angeln. Normaler Weise ist am Trichterauslauf, vor der Dosierung ein Magnetgitter installiert gewesen. Dieses hatte der Maschinenführer aber zur Reinigung gezogen. Lediglich das plötzliche intensive Klappern des Mesas, einige Minuten später, deutete auf das "Vorhandensein von Metall in der Fertigware" hin. Die Maschine hat keinen Schaden genommen. Alles Metall wurde im Extruder zu "düsengängigen Partikeln" aufgearbeit.
    Keine Angst, ist schon einige Jahre her und das Material ist schon lange verschwunden. Wird so ein Magnet heute wärend des Betriebes gezogen, schaltet die Maschine automatisch ab. Und die Aufgabetrichter wurden deutlich verkleinert um solche und ähnliche Fehler schneller beheben zu können.

    Edited once, last by petersj (October 27, 2009 at 10:20 AM).

  • Hallo Leute,

    Wer kann mir verraten, wo die Grenze zwischen zwischen "zu viel Metall im Material" und "normal viel Metal im Material" liegt?

    Ich verstehe ja, das sich ab und an "etwas" Metall im Material nicht vermeiden laesst, aber was wir in letzter Zeit von einem unserer Materialhersteller an Metall im Material geliefert bekommen, scheint mir doch etwas viel zu sein. Wir reinigen Taeglich die Magnete und finden taeglich teilweise 1mm-2mm lange Spaehne, so eine Art von Metall Staub und sogar Granulatkoerner mit Metall innen drinne! Selbst wenn man den Magneten in den Oktabin schmeisst, bleiben jedes mal mehrer Granulatkoerner so wie Spaehne dran haengen.

    Sowas finden wir bei uns in keinem anderen Material.

    Gibt es da irgendwelche Standarts oder setzt jeder Materialhersteller seine eignen Standarts?

    Danke im Vorraus!

  • Dann müsst ihr direkt beim Hersteller nachfragen, was dort dagegen gemacht wird. Hört sich nämlich so an als ob sie dort nichts tun, normalerweiße haben die dort sogenannte Magnetsiebe dafür.

    Zuviel Metall ist drinne wenn der Kunststoff soweit ist das er Elektrizität leitet und nicht mehr Isoliert.

    Wenn zuviel Metall im Granulat ist, ist dies auch schädlich für die Schnecke und den Zylinder da so der abrieb zu groß ist und dann fängt irgendwann das Massepolster an zu schwinden. Das ist kein Zustand mit dem man auf dauer spritzen sollte.

  • Jap, das ist Neuware und angeblich KEIN Regranulat (wir selber fuehren auch KEIN Regranulat hinzu). Ist halt sehr billiges Material, aber leider vom Kunden vorgeschrieben. Es wurde schon desoefteren das Werkzeug abgebaut, um mit Metall verstopfte Duesen zu reinigen. Ist nervig und Zeitaufwaendig.

    Wir haben mal ein mit Metall kontaminiertes Granulatkorn mit dem Mikroskop vergroessert und man sieht deutlich das Metall. Die Sache ist, der Materialhersteller versucht uns zu erklaeren, dass das so normal ist und das wir die einzige Firma sind, die Probleme damit hat.

  • Bei Recycling.- und Regranulatware haben wir auch des öfteren Metallpartikel. Kann von Joghurtbechern, Kleiderbügeln, ect. sein.
    Ist nicht schön, tritt jedoch immer wieder auf.
    Bei Neuware darf es m.E. nicht sein, warum sollte es auch? Wenn Metall, in welcher Form auch immer, in der Neuware ist, muss sich ja im Extruder irgendwas verabschieden!!!

  • @ qs

    Ja, das kannst haben. Der Extruder und der Granulator sind auch nur "Menschen". Da geht mal was kaputt. Durch entsprechende Melder und Sortierer kann das aber in der Regel ausgeschieden werden (siehe oben). Aber wie schon gesagt: ganz ausschließen kann man es nicht.

    In der Menge, wie es epries beschreibt, ist es aber in jedem Fall unnormal. Da muß ein großer Teil Mahlgut regranuliert worden sein. Nachteilig bei den Magneten: es werden nur Eisenpartikel ausgeschieden. Kupfer, Messing, Edelstahl etc. landet trotzdem im Werkzeug. Der Metallgehalt sollte pro 1000kg im ppm Bereich liegen. Besser noch darunter.

  • Jo, vielleicht produzieren die ja auch mit einem Material, das mit Stahlfasern gebatcht wurde. Irgend ein ganz Schlauer hat bei uns auch mal vergessen die Metallabscheider auszuschalten als ein ABS mit Aluflitter gefahren wurde. Erst als die Säcke mit "Metallabfall" sich schneller füllten als der Silo zur Produktion ist er aufgewacht. :face_with_tongue:

    Aber mal im Ernst: wenn so viel Metall enthalten ist, wie oben beschrieben, würde ich die ganze Partie entweder zurückgeben, oder zum entmetallisieren geben. Wenn der Kunde das Material aber beistellt und mit dem hohen Metallgehalt keine Probleme bei den Fertigteilen hat, wird er auch die Ausfallzeiten der SGM und des Werkzeuges bezahlen. Nur ärgerlich, dass man dann ständig am Schrauben ist.

    Grundsätzlich sollte bei Heißkanälen und Nadelverschlußdüsen nicht mit metallhaltigem Material gearbeitet werden und dazu zählt in der Regel Regranulat.

  • Also die Menge Metall gab es bei uns nur einmal. Da hatte der Kunde Mahlgut geschickt(100%). Dieses Mahlgut war für irgend ein nutzlosen Artikel gedacht welcher zu 100% aus Mahlgut gefertigt werden sollte.
    Das Problem war das wir den Oktabin bekamen in den der Metallabscheider seine Funde ablieferte. War ne spannende Angelegenheit!! :winking_face:
    Ansonsten haben wir hin und wieder mal einen Fund. Aber ist nicht der Rede wert.

  • hallo

    also alle meterialhersteller habenin den klein gedruckten absicherungen drin in etwa 5% fremdpartikel enthaltensind.

    die sind so allgemein gehalten das man keine chance hat da was daran zu rütteln. nur mit einer liefervereinbarung und klar gesetzten abnahmeregeln, kann man da was machen wie zb. ersatzlieferugn oder rückgabe.

    haben da auch ein fall gehabt das wir immer metallpartikel im neumaterial gehabt haben. haben die ganze spritzerei auf den kopf gestellt um bei uns die ursache fest zu machen leider nichts. haben einen magnete in den trichter gelegt und per zufall ein korn mit einem metall partikel gefunden, wegen dem grossen durchsatz wurden die partikel vom magnet abgezogen.

    haben einen separator zwischengebaut und siehe da alles wurde aussortiert. der separator arbeite über die elektrische leitfägihkeit und findetalle leitenden materialien.

    vom material hersteller haben wir dann erfahren das es prozess technisch nicht anderst geht die abreibungen kommen von der filtereinheit im extruder.

    da schabt sich verbranntes material ab und vom putzen gelangen metall teile rein (u. sonstiges) weil der filter im prozess gereinigt wird wird da auch nicht so kontrolliert.

    erst als wir gedroht haben den materialherstller zu wechseln, hat sich was gebessert. :grinning_squinting_face: man muss bedenken dursatz pro tag 2 tonnen PE.

    aber wie gesagt kann ich den separator nur empfehlen. ohne den haben wir jeden zweiten tag das werkzeug ausgebaut um die kappen zu ziehen an den düsen. mit separator kein einziges mal.lohnt sich wirklich. die addresse gibts per PN. :winking_face:

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