Kennt jemand Nanomold Beschichtung?

  • Habe in einer Fachzeitung was gelesen über eine neue Nanomold Beschichtung für Werkzeuge bei Probleme mit Anhaftungen. Hat das schon jemand ausprobiert?
    Funktioniert das bei allen Materialien und kann man das selbst auftragen?
    Das hört sich ja alles ganz gut an aber ich will es nicht einfach auf Verdacht kaufen.

  • Hallo Harald

    Jo, hab`s schon getestet.

    Laut Hersteller funktioniert es bei allen Kunststoffen. Wir haben es bei einem PC GF 10 getestet.

    Jo, es ist zum Selbstauftragen.

    Ich war auch skeptisch, ob das wirklich etwas bringt, muss aber zugeben, ich bin positiv überrascht.

    Wir hatten beim Entformen ständig Deformationen des Spritzlings, dann haben wir es einfach mal damit versucht. Entformen ist kein Problem mehr und die Oberflächenqualität hat sich auch enorm verbessert. Laut Hersteller soll die Beschichtung ca. 500.000 Schuss überstehen.

    Das Auftragen ist auch recht leicht. Musst die Flächen aber sehr sorgfältig reinigen und es dürfen natürlich keine Fusseln hängen bleiben.
    Die Beschichtung selbst sieht aus wie Wasser, die kannst ganz einfach mit dem mitgelieferten Pinsel dünn auftragen. Die Fläche sieht dann feucht aus. Zur Sicherheit kann man auch noch eine zweite Beschichtung auftragen, ist vom Hersteller sogar empfohlen. Nach dem Beschichten zwei Stunden trocknen lassen und dann kann´s losgehen.

    Für kleine Werkzeuge und Kleinserien kann ich es jedenfalls empfehlen. Für größere Werkzeuge und Dauerläufer kann ich das nicht beurteilen. Müsste man mit den Kosten für Standardbeschichtungen vergleichen.

    Gruß vom Korken

  • Hallo,

    wir haben die Beschichtung auch schon ausprobiert.
    Das Auftragen geht laut Werkzzeugmacher sehr gut und ohne Probleme.
    Die großen Erfolge haben sich bei uns aber nicht eingestellt.
    Trotzdem werden wir es bei anderen Problemfällen ausprobieren, denn ich kann mir gut vorstellen das der Erfolg Materialabhängig ist.

  • Könnte ich mal einen Link bekommen?
    Wir haben ein WZ in das Metalleinleger kommen.Bei denen blättert die Beschichtung ab.
    Das WZ wurde mit einer Grünen Masse(fettige Kreide oder so)beschichter.WAr aber nur von kurzer Dauer.Ausserdem war das wz 1 woche zum auftragen weg.Vielleicht ist das ja was?!

  • Hallo Zusammen,

    ich habe die Beschichtung bisher bei 2 meiner Kunden empfohlen:

    PP im Verpackungsbereich - Kunde konnte vorher nicht entformen ohne das Teil zu zerstören - nach der Nanomold Beschichtung lies es sich super einfach entformen.

    PMMA - Ausschraubkerne...Kunde hatte schon alles mögliche probiert (z.B. Nickel-PTFE Schichten etc.) hat alles nix geholfen. Er hat dann 2 Schichten dieser Nanomold Beschichtung aufgebracht und es hat funktioniert!
    Er konnte es selbst kaum glauben. Haben bisher 2x 20.000 Teile gespritzt und es hält immer noch.

    wird in Deutschland von i-mold vertrieben: http://www.i-mold.de

    Allerdings glaube ich nicht dass es Metall auf Metall funktioniert. So wie es mir erklärt wurde nur bei Kunststoff - Metall.

    Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen - Die 2 Kunden bei denen ich es empfohlen habe waren begeistert.

    Gruß
    Probst

  • Hallo,

    Wir haben uns auch schon überlegt, diese Nanomold Beschichtung auszutesten. Nach durchlesen des Sicherheitsdatenblattes habe ich das Ganze zur Seite gelegt.
    Wie handhabt ihr das? Reicht das, wenn der Arbeitsplatz gut belüftet wird und mit Schutzausrüstung (welche) gearbeitet wird, oder habt ihr noch zusätzliche Absicherungen getroffen?


    Gruass Jürg

  • Hallo Jürg,
    frag doch mal bei Hersteller nach - die müssten doch wissen welche Vorkehrungen getroffen werden sollten.

    Aber, hast du schon mal die Sicherheitsdatenblätter von Trennmitteln, Verdünnung oder Entfettern gelesen? Demnach dürftest du nur mit komplettem Schutzanzug ein Trennmittel in die Form sprühen.

    Hast du schon mal in euerer Spritzerei jemanden das Trennmittel mit Vollschutzanzug und Atemmaske aufsprühen sehen? Oder Wenn ein Werkzeug mit Lösungsmittelln gereinigt wird ?
    Und da werden sicherlich ganz andere Mengen aufgebracht...

    In Europa wird ja mittlerweile mit Kanonen auf Spatzen geschossen - schlimmer wie in USA.

    Aber trinken würd ich das Zeugs auch nicht...(würd aber auch kein Terpentin trinken :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Probst

  • Liebe Leute.
    Sicherlich, das SDB sieht - auf Grund der Lösemittel - brutal aus.
    Aber: Die Nanoteilchen sind in der Flüssigkeit gebunden und fliegen damit nicht frei herum. Und was die Lösemittel betrifft: Das Mittel soll aufgetragen werden und dann soll man es an einem gut belüfteten Ort abdampfen lassen. Es redet keiner davon, die Lösemittel mit der Nase wegzuschnüffeln. Solange also nicht mindestens ein halber Quadratmeter bepinselt wird, reicht ein einigermaßen belüfteter Raum aus. Und wenn´s stinkt, kann man das Werkzeug in einen besser belüfteten Raum schieben.
    Für das Haarspay eurer Frauen habt ihr gar kein SDB - und da sind Stoffe drin! Der Ein oder Andere von uns ist Raucher (Zigaretten mit Sicherheitsdatenblatt - schon mal gesehen) und wir alle sind Kunststoffverarbeiter. Die SDBs der Kunststoffe sind auch nicht ohne und trotzdem läuft keiner ständig mit ´ner Gasmaske rum.
    Man muss sich mal Folgendes überlegen: Fast alle Stoffe sind eigentlich giftig - es ist aber alles eine Sache der Verdünnung. Und was anderes macht man mit "Belüftung" nicht.

    Trotzdem sollten die Sicherheitsratschläge beachtet werden. Ich würde mir auch entsprechende Einweghandschuhe anziehen und das Mittel nicht in einem Raum verarbeiten, der nicht grösser als eine Abstellkammer ist.

    :DJeder Chemiker sagt: Solange man einen Stoff noch riecht, ist alles gut. Erst wenn er nicht mehr riecht wird es kritisch. :grinning_squinting_face:

    Also mit Respekt aber nicht mit Angst an die Sache rangehen!

    Edited 3 times, last by petersj (March 12, 2010 at 7:45 AM).

  • Also, ich habe mich mit dem Hersteller in Verbindung gesetzt.
    Der Name der Beschichtung ist irreführend!
    Es sind keine Nanopartikel enthalten! Es heisst nur
    so weil die Beschichtung so dünn ist dass sie im Nanobereich
    ist.
    Hat also nix zu tun mit Nanopartikeln die so in Verruf geraten sind!
    Ich habe mir jetzt ein Set bestellt und werde das nächste Woche ausprobieren und mich hier wieder mit meinen Ergebnissen melden.

    Schönes Wochenende
    H. Müller

  • Kuka
    Es handelt sich ja um ein Produkt was vermarktet wird.Da braucht man einen schlagfertigen namen.Und vielleicht lässt es sich wirklich sehr dünn auftragen.Und wenn das so extrem riecht,verfliegt vielleicht ein sehr grosser Teil so das die übrige Schicht dann extrem dünn ist.

  • Ich war zuerst auch eher skeptisch. Allerdings bin ich bis jetzt positiv überrascht worden. Wir setzen es bei einem PES GF20 ein. Vorher gabs beim entformen Probleme, die nach der Beschichtung fast vollständig verschwunden sind. Ich bin natürlich gespannt, wie lange die Beschichtung bei 370°C Massetemperatur und 20% Glasfasern hält.
    -->Zur Verarbeitung: I-Mold hat letzte Woche eine aktualisierte Verarbeitungsrichtlinie und einige zusätzliche Informationen zugestellt.
    Gesundheitstechnisch ist das Mittel nicht als Gefahrstoff deklariert. Aber ich stimme voll bei der Handhabung mit petersj überein. Schaltet eure Birne ein! -Denn Vorsicht ist immer noch besser als Nachsicht. (Hoffentlich muß ich jetzt keine 5€ in die Phrasenkasse werfen!)
    Was mich etwas stört, ist das die 5ml Größe nach dem Öffnen nur noch 30 Tage haltbar ist, weil sich die Katalysatoren destabilisieren bzw. verflüchtigen. Ich hoffe I-Mold wird das auch noch in den Griff kriegen. Ansonsten, sollte das Mittel wirklich das halten was es verspricht, wird es eine echte Kampfansage an die "herkömmlichen" Beschichter, die sich bisher um die Entformungsprobleme kümmerten. Wir werden´s sehen.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!