Wieviel Kavitäten maximal in einem Werkzeug?

  • Hallo!
    Dass ich erst jetzt auf diese Seite stoße...
    Ich hab mal eine generelle Frage:
    Ich möchte Produkte ungefähr von der Größe und ganz grob von der Form von Bonbons
    herstellen lassen.
    Ich hab auch schon Angebote eingeholt, zum Beispiel eins wo das Werkzeug zwei Kavitäten für zwei leicht unterschiedliche Formen hat (Das Werkzeug würde ca. 2000 Euro kosten).
    Nun überleg ich aber:
    Ich würde durchaus gerne noch mehr Formen herstellen die sich jeweils leicht unterscheiden.
    Ist es möglich in so einem Werkzeug beispielsweise 6, 12 oder 24 Kavitäten unterzubringen, so dass ich nur ein Werkzeug in Auftrag geben müsste um 6,12 oder 24 unterschiedliche Produkte zu fertigen? Und das ohne dass es ehr viel teurer wird?
    Können das nur spezielle Firmen oder müsste jeder Werkzeugbauer das hinkriegen?
    Grüße!

  • servus, eine lösung wären Einsätze für die verschiedenen größen.
    möglich wäre auch, eine drehbare angußbuchse in ein wz einzubauen, diese immer nur um einen betrag weiterdrehen, damit nur diese artikel gespritzt werden.
    drei oder mehrere größen im werkzeug wären auch möglich, da hast du aber ein kleines problem mit dem gleichmäßigen füllen, folgedessen muß der angußkanal und anspritzpunkt balancieren , optimiert werden.
    beim spritzen ist daher nur ein kopromiss möglich, aufgrund der verschiedenen wandstärken, und abkühlraten.
    denke das müßte jeder wzb hinbekommen. mfg

  • Hallo,

    schaue nicht so stark auf den Preis des Werkzeugs!!
    Wenn du einen Kaltverteiler in Werkzeug hast, hast du Angussreste. Mit einem Heißkanal hast du keine. Die Angussreste kannst du dem Prozess zwar wieder zuführen mindern aber je nach Anteil die Qualität des Produkts. Ansonsten ist es Abfall und der kostet auch.

    Wir hatten mal ein Werkzeug bei dem 6 sehr unterschiedliche Kavitäten vorhanden waren. Glücklicherweiße war es das selbe Material und selbe Farbe, dadurch konnten wir die jeweiligen Heißkanäle ansteuern von den gebrauchten Spritzlingen und die die nicht verwendet werden sollten waren aus.

    Alle gleichzeitig spritzen wäre schlecht, nicht nur die ungleichmäßige Füllung, auch das sortieren. Mehrere Kavitäten in einer Form bedeuten auch eine höhere Schließkraft, was wieder einen anderen Maschinensatz bedeutet.

  • Danke für die schnellen Antworten!
    Hm, also Heißkanal ist prinzipiell besser für die Qualität? Dann werde ich darauf achten, danke für den Hinweis.
    Na dann bin ich ja froh, dass es prinzipiell zu gehen scheint mit den vielen Kavitäten.
    Ich hab hier grad ein Bild im Internet gefunden:
    http://www.alfred-fischer.de/img/werkzeugbau.jpg
    Wenn ich das richtig sehe werden da 18 Kunststoffschweine auf einmal gespritzt. Aber die Schweine scheinen alle exakt gleich auszusehen wodurch zumindest das Problem des Sortieren entfällt.

    Aber bei mir scheint dann wirklich das Problem zu sein wer die ganzen Teile sortiert. Das Material und die Farbe bleiben gleich. Aber die Form verändert sich immer ein bischen, und wenn ich dann tausende unterschiedliche Teile in einer Kiste durcheinander habe und erstmal die passenden Teile per Hand aussoertieren muss, das wäre nicht sehr effizient. Also besser wäre es wenn man die Kavitäten "ein und ausschalten" kann, wieder was gelernt...

  • Hi,

    bei einfachen Teilen (ohne besondere oder mehrere Werkzeugfunktionen) grundsaetzlich immer 2 oder 4-fach, so lange keine groessere SGM gebraucht wird.
    Es gibt verschiedene Ansaetze so ein Werkzeug zu konstruieren. Je nach Groesse und Art der Artikel wuerde ich mit Wechseleinsaetzen oder verstellbarer Duese zu arbeiten, oder einer Kombination aus beiden.

    Bei mehreren verschiedenen Artikeln musst Du bedenken fuer alle Artikel einen gleichmaessigen und sicheren Prozess zu finden. Das Sortieren kann oft werkzeugseitig geloest werden. Was man alles in ein Werkzeug einbaut oder wie weit der ganze Vorgang automatisiert wird haengt natuerlich auch von der zu produzierenden Stueckzahl ab.

    Schau nicht so stark auf den Preis des Werkzeugs, billig kann teuer werden.

    Grundsaetzlich sollte das jeder Werkzeugbau schaffen.

    Gruss,
    HK 60

  • Quote

    Original von Hummel
    ja das wäre schön mit einschalten und ausschalten, geht nur zulasten des HK´s , bzw ist nicht sehr gesund für den Heiskanal. mfg

    Ja das ist Richtig. Kommt aber auch auf das Material und den Prozess an. Das beschriebene Werkzeug war ca. 15Jahre in Gebrauch, danach war für die Artikel keine Verwendung daher ging das Werkzeug in den Schrott.

    Bedenke, dass ein anständiger HK auch deine Werkzeugkosten übersteigen kann und wird. Die Kavitätenanzahl wird ggf Preisgebend sein.

    Was das sortieren angeht sollte es nur ein Hinweis sein, natürlich kann man alles sortieren. Was deine Werkzeugkosten angeht gehe ich davon aus, dass es eher ein kleines Werkzeug sein soll, daher denke ich auch, dass es kleine Teile werden. Sobald die Teile eine geringe Fläche, einen kleinen Steg, eine Rippe, oder eine Bohrung haben etc. kann man die Teile auch über ein Handling schonend entformen.

  • Nabend!
    Nochmal eine Zusatzfrage für die ich keinen neuen Thread aufmachen will:
    Man sieht ja häufig bei Spritzgussprodukten solche Ränder, die ganz offensichtlich an der Linie entstehen wo die beiden Hälften
    des Werkzeuges zusammenstoßen. Und natürlich auch die kleinen Kreise von den Löchern. Die kleinen Kreise kann ich bei meinem Produkt wohl so legen dass sie den Anwender nicht stören. Aber so ein Rand der einmal um den "Äquator", also einmal rund um das Teil geht sollte möglichst vermieden werden, bzw sollte so flach sein, dass er nicht auffällt, aber am besten natürlich gar keiner.
    Worauf kann ich achten wenn ich erreichen will, dass die Spritzgussteile keinen "Rand" haben?
    Ist das eine Preisfrage? Besteht bei vielen Kavitäten ein größeres Risiko so einen Rand zu bekommen, weil der Druck mit dem das Werkzeug zusammengepresst wird größer sein muss oder so?
    Grüße

  • Servus,
    das was du sicherlich meinst, ist die Trennebene, entsteht, meist wenn die form ein wenig ausgewaschen ist, oder sie nicht absolut passgenau übereinstimmt, man kann die trennebene auch anderst legen, so das sie nicht in sichtbar ist, oder in einen bereich wo er nicht stört.
    das andere was du meinst sind sicher die auswerfer, da gibt es auch verschiedene möglichkeiten, das man diese " nicht sieht ", konstuktionsmäßig ist da sehr viel zu machen. mfg
    PS der zuhaltedruck wird von der spritzfläche bestimmt, je mehr kavitäten, umso größer ist deine projezierte fläche, desto größer ist die zuhaltekraft, ev. mußt du dann auf die nächstgrößere maschine wegen der zuhaltung gehen.

  • Zitat von Kuka: Ein Visier von einem Motorradhelm wäre doch ein gutes Beispiel: Keine kleinen Kreise und keine Ränder:)

    Wird ein Visier nicht meistens als Folie produziert und dann ausgestanzt? So stellen uns jedenfalls unsere Materialkunden das dar. Folie wird extrudiert als laufendes Band durch eine Schlitzdüse.

  • servus,
    Folie als Rohmaterial für weitere arbeitsschritte ist möglich, danach erfolgen weitere bearbeitungschritte.


    Visiere kann man pressen, tiefziehen oder spritzen, auswerfer oder ähnliches brauchst du auf jeden fall um das teil zu entformen, sonst bekommst du es ja nicht aus der form raus, gerade wenn hinterschneidungen oder ähnliches am artikel sind die eine entformung behindern. "schwindungsverhalten des kunststoffs".

    aber da gibt es ja auch verschiedene möglichkeiten, diese so zu verlegen, das sie nicht stören, oder nicht " sichtbar " sind. mfg

  • Hallo,


    also der Kollege hat REcht jeder WZB sollte das hinkriegen aber du musst es vorgeben.

    Am Anfang musst due ueberlegen wieviele Teile pro Jahr von welchem Typ hergestellt werden muessen- das ist ganz wesentlich fuer die Kapazitaetsbetrachtung. Sind es kleinere Mengen, sind die Typen in der Menge gleichmaessig verteilt oder eher unterschiedlich.

    Dann bitte die Praezision pruefen- je hoeher die Genauigkeitsanforderungen sind desto weniger Kavitaeten wuerde ich empfehlen.

    Das mit der Drehduese geht bei sehr vielen Typen nicht in einem WZ- da fehlt der Platz.

    Also am Besten bei geringeren Stueckzahlen von 0-50000 / anno mach ein 2 fach WZ mit Kaltkanal und dann jeweils austauschbare Einsaetze.

    Da bist du am flexiblesten und das Werkzeug bleibt klein und haendig- kann schnell tranpsortiert werden. Auch die Maschine ist dann kleiner.

    bei mehr als 100000 nimm ein 4 fach Werkzeug mit jeweils Wechseleinsaetzen fuer jede Type.

    Oder mach ein 2+2 Werkzeug mit der Drehduese - hier aber bitte gut zentrieren, da das WZ einseitig belastet wird und die Druckverteilung unsymmetrisch ist.

    Dann immer 2 er Eisaetze zum Austauschen.

    Ggfs kan man auch zwei Typen gleichzeitig spritzen , wenn die nicht total aehnlich sind.

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