Gießen von Werkzeugen

  • Hallo

    Ich habe eine Frage zur Herstellung von Spritzgusswerkzeugen. Meines Wissens nach werden die Formen aus einem Stahlblock ausgefräst und erodiert. Das Gießen der Form aus Stahl wird deshalb nicht gemacht, da die Festigkeitswerte nicht ausreichend wären. Erste Frage: Stimmt das?

    Und zweite Frage: Wie funktioniert das, wenn man Prototypenwerkzeuge aus Aluminium herstellt? Können diese gegossen werden?

    Danke und Grüße

    Silvio

  • Hallo silvio,

    dann brauchst du ja für die zu gießenden Stücke der Form auch wieder eine Form. Das wird sich nicht rechnen, zumal immer andere geformte Teile bebraucht werden.
    Als Erstes solltest du dir mal eine Werkzeugzeichnung anschauen, dann hättest du evtl. so garnicht gefragt oder gedacht, das erübrigt sich dann.

  • Spritzgiesswerkzeuge sind unikate. Selbst wenn Du zwei gleiche baust werden sie beim spritzen unterschiedlich sein. Die Hohlform in der Du dein WZ reingiessen willst wäre so komplieziert und aufwendig, das Du warscheinlich zwei Formeen bauen könntest.
    Bei Versuchswerkzeugen werden meist vorhandene Platten benutzt, und nur die Platten mit den Konturen werden neu hergestellt.
    Unser Kunde macht die dann aus Alu. Wenn sein Ergebnis nach unzähligen Änderungen erreicht ist, wird die Serienform gebaut (Stahl). In dieser sind dann alle bekannten Schwachstellen abgestellt.

  • Beim Gießen, egal ob Stahl oder Alu, kann nicht die gewünschte Genauigkeit erziehlt werden. Es müsste also auch wieder maschinell nachgearbeitet werden. Das Zweite ist die kristalline Struktur des Gusses die nicht so fein ist,wie sie benötigt wird. Und die hochwertigen Werkzeugstähle können einfach nicht in Gußformen verarbeitet werden, sondern müssen nach der Erschmelzung entsprechend gewalzt werden.

  • Hallo Petersj,

    es gehört vieleicht nicht zu der Frage aber hochwertige Werkzeugstähle werden nicht gewalzt. Das bringt nur Spannungen und schlechtes Gefüge. Entweder man nimmt ESU Qualität, d.h. im Vakuum nochmals aufgeschmolzen. Dieser Stahl ist sehr rein und die handelsübliche Abmase werden aus Blöcke gesägt. Oder aber man gönnt sich was ganz Edles und nimmt einen PM- Stahl. Hier wird der hochreine Stahl im Vakuum versprüht. Dieses gleichmäßige Stahlpulver / Puder hat in jedem Partikel die gleichen Legierungsbestandteile und Eigenschaften. Diese Masse wird dann unter sehr hohem Druck und Hitze wieder zusammengepresst. Höchste Reinheit und bestes Gefüge im gesamten entstehenden Zylinder ist die Folge. Sowas wie Spannungen kennt dieser Stahl nicht. Weder in der Randzohne noch im Kern. Handelsform: gesägte Stücke. Wenn dieser Stahl Gefügeschäden oder Spannungen / -risse aufweißt sind sie mit Sicherheit vom Werkzeugbau oder Wärmebehandler die damit keine Erfahrung haben.


    Gruß

    derda

  • derda
    Uh, danke für die Informationen. Das wusste ich nicht. Man lernt eben nie aus. (bin eben kein Werkzeugbauer und mit den Werkzeugstählen nicht so betraut.) Der Werkzeugbauer beliefert mich mit dem fertigen Werkzeug und das soll funktionieren. Da vertraue ich ihm. Muss mich da wohl mal ein bischen schlau machen.

  • Moin,

    direktes Gießen von WKZ aus Metall habe ich bisher auch noch nicht gehört. Wäre auch nicht wirtschaftlich da die Form schon einiges kosten würde. Daher hat man ja Normalien entwickelt um das günstig zu halten.
    Ich weiss aber das kleinere Wkz-Einsätze aus Harz gegossen werden können oder der Einsatz kann auch mittels Stereolithbografie hergestellt werden. Natürlich nur für Prototypen. Standhafftigkeit dieser Wkz ist natürlich nicht so groß.
    Auch kann ein Wkz für kleinere Serien aus Alu hergestellt werden.

    Grüße

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