Nullpunkt bei einer hydraulischen Maschine

  • Servus,

    wir hatten gestern wieder einmal unterschiedliche Ansichten. Die Bedienungsanleitung habe ich nicht zur Hand genommen, weil diese auf CD ist und ich gestern keine Zeit hatte, dass genauer zu untersuchen.

    Wie nullt ihr eure hydraulischen Maschinen? Ein Kniehebel, ist im Normalfall mit "0" zu.

    Mein Verfahren (so machen es auch andere Im Geschäft)
    Ich fahre die Maschine nach dem aufspannen und einrichten zu, dann fahre ich Schließkraft und nulle die Maschine ab, sodass die Maschine nach Schließkraft aufbau immer NULL hat.
    Dann wird der Weg für Ende der Wz-Überwachung auf 0,1 gesetzt und anschließend wieder zu gefahren, wenn max Schließkraft benötigt wird, kann ich meistens ca. 0,8mm einstellen.

    Das Verfahren, was ich bestreite :smiling_face: (Was aber auch von einigen Einrichtern so gemacht wird)
    Maschine mit Einrichten zu fahren, bis Plattenberührung, dann nullen, dann Schließkraft. Die Maschine fährt dann immer in -1,1mm (minus!)
    Meine Frage war halt, wozu brauch ich dann den Weg, der Wz-Ende Überwachung?!
    Das ist für mich nicht schlüssig.

    OK das war meine Ausführung, wie handhabt ihr das?

  • servus,

    so wie du dass machst, ist bei schließkraft deine form auf o, da mußt du deinen weg wann die schließkraft kommen soll als wert eingeben, da sich die form nicht mehr setzen kann.


    die anderen fahren die form mit zufahrkraft auf o, und geben dann erst hochdruck, daraus ergiebt sich der negative wert, weil sich die foem "setzt".


    Bei den anderen spricht die werkzeugsicherung in dem sinne an, wenn die form zu ist,

    bei dir, kann etwas drinnen sein, auch nur minimal, und deine maschine fährt trotzdem auf hochdruck zu, weil du ja einen positiven wert hast.

    das sind die zwei unterscheidungen.


    ich persönlich fahre die form auch erst mit sagen wir im einrichten mit reduzierten druck, erst wenn die form zu ist gebe ich hochdruck.

    mfg

  • Hallo Kuka,
    Dieses Thema habe ich schon einmal mit einem Monteur Besprochen, Der Meinte man soll im Einrichtbetrieb auf Volle Schließkraft Fahren den Motor Ausschalten damit der Hochdruck Abgebaut wird und dann erst den Nullpunkt setzen (an einer KM).
    Im Prozeßoptimirungskurs bei FM sagen Sie, man soll in Einrichten auf Hochdruck fahren den Motor Abstellen und die Schutztüre öffnen damit der Hochdruck abgebaut wird, und erst dann den Nullpunkt setzen, oder Einrichten ohne Schließkraft anwählen um den Nullpunkt zu setzen.
    Die Maschine wird zwar immer ins Minus Fahren bei voller Schließkraft, aber es Bietet die Vorteile das Du "Wegreserven" hast falls sich Die Düsenseite während der Prod. Ausdehnt ( HK oder Kühlung ).
    Außerdem hast du eine Zuverlässigere Werkzeugsicherung da sie Früher Anspricht falls ein Teil hängen bleibt.

    Meine Frage war halt, wozu brauch ich dann den Weg, der Wz-Ende Überwachung?!
    Das ist für mich nicht schlüssig.

    Das ist der Beginn Hochdruck aufbau, ab diesem Punkt fängt die Pumpe an, den Notwendigen Druck zum Erreichen der Schließkraft zur Verfügung zu stellen wobei die Werkzeugsicherungsparameter nicht mehr Berücksichtigt werden.
    Ist der Wert zu Hoch z.B. +0,8 dann Knallt´s. Da der Hobel schon mit fast Halber Schließkraft auf Die Formplatte trifft. Hast du ein Teil dass hängen bleibt dessen Mass Kleiner als dein Schlißkraftaufbaupunkt ist;
    Wirst du im Nomalfall die Fehlermeldung Schließkraft Nicht Erreicht erhalten, und nicht Werkzeugsicherung hat Angesprochen.
    Was Werkzeugbeschädigungen zur Folge haben kann.
    Faustregel, WZ-sicherung: max V min F ( V=F ) beginn Schließkraft 0,2 - 0,6 max.
    Alles andere ist ungesund für WZ oder Maschine.
    Bei Federplatten oder Klinken WZ sieht´s ein bisschen anders aus.

    Gruß Leader
    P.S. Unsere Kniehebel stehen auch alle im Minus bei "ZU"

  • Danke erstmal.

    Wenn ich aber auf Plattenberührung bin und dann NULL setze und dann mit dem Hochdruck ins minus fahre, dann ist doch mein Wz auch nicht geschützt. -> Wozu soll ich dann den Weg brauchen, der für Werkzeugschutz Ende gedacht ist, wenn der eh immer bei 0,1 steht?!

    Wenn ich aber im Einrichten Schließkraft fahre und dann NULL setze (mit voller Schließkraft), dann kann ich doch dann bei zB 0,8mm (mein Wz hat bei 0,7mm Plattenberührung) auf Hochdruck fahren.

    PS ich rede von ca. 4000kN, da sind 0,8mm garnichts :winking_face:

  • Wie in dem Dateianhang zu sehen, wird z.B. das Werkzeug gleichzeitig mit der Funktion "Werkzeug schließen" abgenullt. Andererseits kann das Werkzeugmaß eingegeben werden. Das Maß >0< ergibt sich in beiden Fällen nur, wenn die Zuhaltekraft aufgebaut ist. Entsprechend ist es auch mit dem Düsen- und Auswerferweg : Nullen wenn die eingestellte Kraft anliegt.
    Ein Nullen, mit dem Ziel das Werkzeug in den Minusbereich fahren zu lassen (passiert beim Nullen mit zu wenig oder ohne Kraft) kann zu Schäden am Werkzeug führen. Denn die Zuhaltekraft wird dann spätestens bei >0< aufgebaut. Da die Werkzeugplatten aber immer noch ein wenig federn, kann noch ein Fremdkörper im WZ sein und das Werkzeug fährt trotzdem in den Minusbereich. Ausserdem müssten die Toleranzen viel zu hoch angesetzt werden.

  • Ich setze den Nullpunkt auch unter Schlieskraft.Denn es hat bei uns einen fetten Schaden gegeben. Es wurden sehr dünne Unterlegscheiben gespritz. Diese sind dann nicht nach dem ausstossen gefallen und haben beim schliessen die Kontur zerdrückt. Der Hochdruck wurde bei 0,2 gestartet. Doch dadurch das der Nullpunkt nicht bei Schließkraft gesetzt wurde, ergab sich ein kleiner Spalt. Und da passte der Artikel genau rein. 125 tonnen schaffen da jede Kontuer.

  • Danke, für eure Beteiligung.

    Ich habe jetzt die Bedienungsanleitung unserer KM MC5 begutachtet und die Unstimmigkeiten sind dadurch beigelegt.
    Hab die aussagekräftige Stelle kopiert (Screenshot)

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  • Hab heute mal bemerkt das Engel dauerhaft auf Null bleibt (Bin nicht oft an Engel Maschinen und wir haben auch nicht viele Engel Maschinen)

    Habe die Maschine, im Einrichten, ohne WKz zugefahren bis auf ihren alten Null-Punkt.
    Dann hab ich die Maschine auf Hand gestellt und bin auf Zuhaltekraft gegangen.
    Die Maschine fuhr ca. 10 - 15 mm weiter zu. Und die Maschine sagt mir sie wäre immernoch auf ihren Null-Punkt.

    2.Versuch

    Hab die Maschine im Hand Modus auf ihren alten Null-Punkt gefahren.(Die Geschwindigkeiten waren alle sehr hoch)
    Sie überfuhr dabei locker ihren Null-Punkt um 20-30 mm.
    Die Maschine sagt mir aber immernoch das sie auf ihren Null-Punkt steht.

    Also es kam kein Minus Wert zustande.
    Ich weiss nicht ob die Engel ein weg hat oder es bei allen Engel Maschinen so ist.

    An anderen Maschinen setze ich die Nullung (unter Zuhaltekraft/Schließkraft) so das kein Minus Wert entsteht.
    Falls doch ein Minus Wert entsteht versuche ich es erneut bis der Wert wirklich auf Null bleibt.
    Doch bei manchen Maschinen klappt es leider nicht :frowning_face:


  • Hey habe mal eine Frage an Dich habe heute eine Maschine (Arburg allrounder Golde edition 420C) Beim schichtende im Einrichtbetrieb zugefahren nun gab es beim zufahren einen Knall und ein gekrache (Schieber ausgebrochen!) Und jetzt meine Frage mein Meister meinte das im Einrichtbetrieb sämtliche Überwachungen von Druck bis Weg deaktiviert werden und die Maschine es im Einrichtbetrieb nicht merkt wenn der Auswerfer 2mm oder mehr vorm Nullpunkt ist, ist das wirklich so? Müsste die Maschine dann nicht die Störmeldung bringen Auswerfer ausserhalb Toleranz?

    Gruss

    Edited once, last by HK (September 17, 2010 at 11:18 AM).

  • Eigentlich sollte es so sein, dass die Überwachungen auch in der Funktion "Einrichten" aktiv sind. Zumindest die Wegüberwachungen. Zeitüberwachungen (Sicherungszeit Schließen) sind nicht aktiv, da beim Einrichtbetrieb niedrige Drücke und niedrige Geschwindigkeiten gefahren werden, die von ARBURG fest vorgegeben sind. Aber: Man kann diese Überwachungen ausschalten! Das sind maschinenspezifische Einstellungen, die nicht mit ins Spritzprogramm übernommen werden. Sie sind also für alle Programme aktiv, die eingelesen werden.
    Schaltet man diese Funktion aus, sind gleichzeitige Bewegungen im Einrichtbetrieb verschiedener Funktionenn möglich und damit auch das Werzeug schließen bei vorgefahrenem Auswerfer.
    Leider kann ich dir jetzt nicht sagen, welcher Parametercode das genau ist, da ich nicht in der Firma bin und nachsehen kann. Im Zweifelsfall mal kurz bei ARBURG nachfragen.

    Nachtrag
    Ich hab mal übers Arburgnetzwerk in die Bedienungsanleitungen gesehen

    Teilabläufe/Überwachungsgruppen aktivieren- 1 -
    17.9 Teilabläufe/Überwachungsgruppen
    17.9.1 Teilabläufe/Überwachungsgruppen aktivieren
    Teilabläufe/Überwachungsgruppen sind Sonderausstattung (nicht
    serienmäßig).
    Funktion der Teilabläufe /
    Überwachungsgruppen
    Mit den Teilabläufen können Sie ausgewählte Teile des Produktionsablaufs
    über eine Taste auf dem Bedienfeld ausführen.
    Auf diese Weise lassen sich ganze Abläufe beispielsweise
    voneinander abhängige Kernzüge oder komplexe Teilabläufe im
    Handbetrieb mit einer einzigen Taste fahren.
    Die Überwachungsgruppen bieten Ihnen die Möglichkeit,
    verschiedene Vorgänge innerhalb des Produktionsablaufs abhängig
    voneinander, jedoch unabhängig von den restlichen Vorgängen des
    Produktionszyklus gegenseitig zu überwachen.
    Beide Arten der Ablaufmarkierungen lassen sich zudem miteinander
    kombinieren.
    Teilabläufe /
    Überwachungsgruppen
    aktivieren
    Wenn Ihre Maschine mit der Funktion „Teilabläufe“ und „Teilüberwachung
    ausgestattet ist, werden im Parameterbild „Auswahl Ablaufeditor“
    je nach Ausstattung der Maschine weitere Parameter
    angezeigt

    Leider kann ich den Dateiauszug hier nicht als Datei anhängen, da ein wenig zu groß. Aber vielleicht mal selber in der Bedienungsanleitung unter "Softwareoptionen/Verfahrenstechnik" und dann bei "Teilabläufe/Überwachungsgruppen" nachsehen.

    Edited once, last by petersj (September 4, 2010 at 10:45 AM).

  • Ist das was Du meinst nicht die Achspunkte an der Schließeinheit und Spritzeinheit die ich nur im Einrichtbetrieb auf Ja oder Nein setzen kann? Weil diese habe ich nicht aktiviert! Kann also auch sein das die Auswerferschraube hinten ausgewaschen war oder die Messstrecke an der Maschine defekt ist?

    Vielen Dank für deine Hilfe:)

    Gruss

  • Klar gibt es noch andere Möglichkeiten.
    Defekte Wegmessung des Auswerfers ist eher unwarscheinlich. Dann wäre während der Tage schon mal ein Fehler aufgelaufen bezüglich der Auswerfer (Auswerfer nicht in Toleranz). Es sei denn irgend jemand hat dann die Toleranz für "Auswerfer hinten" sehr hoch angesetzt (vielleicht auch als Folge der Fehlermeldung). Das ist aber unfair, wenn keine Info darüber gegeben wird und dann hast du einfach Pech gehabt, dass es ausgerechnet bei dir Bruch gibt. Hätte auch schon während der Produktion passieren können. (Mal im Einrichtprotokoll und im Alarmprotokoll nachsehen, ob entsprechende Parameteränderungen und Fehlermeldungen vorhanden sind).
    Wenn die Auswerferkupplung ausgeleiert ist oder das sich die Verbindung verstellt hat. Kann das ja leicht kontrolliert werden: dass währe dann ja immer noch so. Deswegen überzeugt mich auch eine feste Verbindung zwischen Auswerferpaket und Auswerferkolben nicht wirklich. Ich fahre lieber mit Systemen, in denen das Auswerfepaket mit einer oder mehreren Federn nach hinten gezogen wird. Lageüberwachung dann, wenn möglich, über die Werkzeuglageüberwachung möglich (falls da mal was frisst).

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