Umschaltung auf Nachdruck

  • Hallo,

    kann mir jemand erklären, wie das Umschalten auf Nachdruck durch Massedruck geht?

    Also nicht wegabhängig sondern Massedruckabhängiges Ums chalten auf Nachdruck.

    Wenns geht bei ner KM C3 Steuerung.

    Gibts eigentlich ne Faustformel für die Düsenanlagekraft? Oder wie ermittelt man die denn genau?


    Grüße

    PVC

  • Erstmal die werkzeuginnendruckabhängige Umschaltung auf Nachdruck.
    Die Steuerung deiner Maschine muss das erstmal zulassen. Meistens kann man ja wählen: wegabhängig, zeitabhängig und dann druckabhängig. Weiß nicht wie das bei KM aussieht.
    Dann brauchst du einen Werkzeuginnendruckmesser. Da gibts die Methode "direkt" (Messsensor ist Teil der Kavitätenoberfläche oder in einer Hifskavität untergebracht) und "indirekt" mit einer Messlasche und einem kleinem Stift. Dann braucht man einen Ladungsverstärker. Der verstärkt die minimale druckabhängige Spannung, die vom Sensor erzeugt wird zu einer auswertbaren Spannung für die Maschine.
    Baut die Masse in der Kavität nun beim Einspritzen den Innendruck auf steigt die Spannung an. Die Spannung ist proportional zu Druck. Damit kann die Maschine dann etwas anfangen. Nun kann man in der Maschinensteuerung den Druck eingeben, bei dem die Steuerung auf den ND umschalten soll. Nun wird immer beim gleichen Werkzeuginnendruck auf ND umgeschaltet. Egal, wie voll das Werkzeug ist. Dabei ist es nun Aufgabe des Einrichters den optimalen Punkt für die Umschaltung festzulegen. Wie dieser Punkt gefunden wird, hier zu beschreiben ist aber zu umfangreich. Am einfachsten ginge das mit einer Druckgrafik. Ändert sich aber bei einer Neulieferung die Viskosität der Ware muss nachjustiert werden.

    Düsenanlagedruck muss ich erstmal selber nachsehen. Bau ich später hie ein.
    Erstmal so viel: Die Düsenanlagekraft richtet sich nach: Bohrungsdurchmesser, Spritzdruck, Düsenanlagefläche. Sie muss mindestens gleich der auftreibenden Kraft des Spritzdruckes sein. Ähnlich wie bei der Zuhaltekraft.

    Edited once, last by petersj (July 20, 2010 at 7:24 PM).

  • es gibt bei km auch noch die möglichkeit nach umschaltmassedruck umzuschalten, das ist quasi der druck der beim umschalten auf Nachdruck herrscht.

  • Ach ja, stimmt: Umschaltung nach Spritzdruck. Wenn ein bestimmter Spritzdruck erreicht ist wird auf ND umgeschaltet. Eine nicht ganz unproblematische Methode, denn der Spritzdruck steigt nicht immer gleichmäßig an. Je nach Werkzeugkonstruktion kann es sein, dass der Spritzdruck zwischenzeitlich auch wieder abfällt. Dann muss daran gedacht werden, dass die Umschaltfreigabe zusätzlich mit einer Zeit oder einem Weg überwacht wird (Nicht umschalten bis xxx erreicht ist).
    Näheres zur Düsenanlagekraft konnte ich leider nicht finden. Ich habe nur Hinweise gefunden, die sich auf die Krafthöhe bei verschiedenen Spritzeinheiten beziehen. Da das alles ARBURG ist, wird dir das an der KM nicht weiterhelfen. Es ist aber so: Die Düse darf beim einspritzen nicht vom Werkzeug abheben. Das könnte man theoretisch berechnen über den maximal gefahrenen Einspritzdruck und den Düsenbohrungsdurchmesser plus eine Sicherheit. Aber ich denke, dass das , wie bei vielen Sachen des Einrichtens von SGMs, der Erfahrung des Einrichters überlassen werden soll. Empfohlen wird meistens 30kN. Wie man aber darauf gekommen ist, kann ich nicht entdecken.

  • Dazu sollte mir einer mal sagen, ob er das schon angewandt hat und aus welchem Grund?! Wenn ich über Weg umschalte, habe ich meist eine konstante Spritzzeit und einen konstanten Umschaltdruck. Klar kann ich dann mit dem benötigten Umschaltdruck auch umschalten, aber was verändern tut sich da nicht. Über Zeit umschalten wäre das gleiche.

  • Ja, die Wege der Herren sind unergründlich.
    Wie zum Beispiel die Funktion bei ARBURG mit dem negativen Staudruck. Wurde hier auch schon drüber diskutiert. Wer benutzt soetwas schon? Ich, denn bei Hohlglaskugeln würden mit positivem Staudruck die Kugeln platzen. Und leere Kugeln nimmt man um einen Kunststoff besonders leicht zu machen.
    Abgefahrene Ideen gibt es.

  • Dazu sollte mir einer mal sagen, ob er das schon angewandt hat und aus welchem Grund?! Wenn ich über Weg umschalte, habe ich meist eine konstante Spritzzeit und einen konstanten Umschaltdruck. Klar kann ich dann mit dem benötigten Umschaltdruck auch umschalten, aber was verändern tut sich da nicht. Über Zeit umschalten wäre das gleiche.

    Wenn du aber mehrere Kavitäten hast und eine längere Spritzzeit hast , macht dass schon Sinn . Wenn du am Anfang des Einspritzen viel Druck brauchs und der später weniger brauch oder wird und jetzt eine Kavität nicht gefüllt wird , knallst du ja den rest auf die vollen Teile (mit dem max Spritzdruck den du eingestellt hast , bis die Spritzzeit abläuft)und das einspritzen unterbrochen wird . Wir haben so ein Paar WZ die so schei.... sind . Allerdings fertigen wir auf Engel MC´s , kann sein dass das auf anderen MC anders sein kann

  • Hallo Bob.
    OK, verstehe ich und kann ich nachvollziehen, aber eher würde ich dann den max. Spritzdruck begrenzen (wenn ist 120bar, dann würde ich mit max. 130bar arbeiten). Die max. Spritzzeit wird bei uns auch immer begrenzt! Um wirklich nichts zu überladen oder falls die Düse eingefroren ist.
    Für mich macht es wenig Sinn, wenn ich über Weg umschalte und immer eine Spritzzeit von 5,50sec +/- 0,1 -das ich dann über Zeit umschalte mit dem Wert 5,50?!
    Wenn du deine Maschine zwingst 5,50sec lang zu spritzen, dann find ich das iwie fataler für das Werkzeug....

  • Hi
    Also das mit den Umschaltvarianten ist ein riesen Thema. Funktionieren "tun" sie alle. Es ist aber eine Sache der Vorlieben der Einrichter und der Gewohnheiten. Wir benutzen alle Möglichkeiten, da sich herrausgestellt hat das die Artikel mit Druck oderZeitumschaltung wesentlich besser werden. Zeitmschaltung wird dabei am wenigsten verwendet.
    Um Druckabhängig umzuschalten ( nicht mit Innendruckfühlern) um jetzt auf die KM wiefrage zu kommen muss die Maschine Druckfühler verbaut haben. Gerade bei MC3 war das nicht immer Standart. Das sieht man daran wenn die Maschine den Umschaltdruck anzeigen kann.( auf der Seite für Nachdruck). Wenn das nicht gegeben ist, wird sie automatisch über Weg umschalten. Dann gehst Du auf die Seite "einspritzen" und wanderst mit B- zurück. Dort wirst Du dann die Auswahlmöglichkeit Weg, Zei oder Druck finden. Das aktivierst Du dann.
    Wenn Du das noch nicht gemacht hast, würde ich das eher auf einer neuen Maschine mit Gravik testen. Mann sollte nämlich erst Erfahrung sammeln. Ideal ist es bei Formen bei denen der Druck erst ansteigt dann fällt und zum Schluss bei der Teifüllung wieder ansteigt.Dort stellst Du dann den Weg ein, ab wann der Druck gemessen werden soll und dann den Druck bei der die Umschaltung stattfinden soll.(Den weg würde ich recht früh setzen) Ich habe am Anfang jeden Schuss wiegen lassen und dann jeden 10`ten. Die Maschine läuft sehr sauber. Es ist auch interresant, wenn viel Mahlgut gefahren wird. Dein Polster wird schwanken, doch dein Schussgewicht ist immer gleich.

    petersj
    Ich habe mal Dosierprobleme mit negartieven Staudrück behoben. Habe aber die Maschine druckabhängig umschalten lassen, weil nicht immer gleich viel Material zur verfügung stand.
    Ansonsten gebe ich dir recht. Sehr abenteuerlich und wahnsinnig innovatiev :winking_face:

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!