Rüstzeitoptimierung

  • Hallo,

    ich studiere zur Zeit Produktions- und Kunststofftechnik und befinde mich in der Praxisphase. Mein Thema der Bachelorarbeit ist: Optimierung des Rüstzeitprozesses. Die Firma besitzt Spritzgießmaschinen zwischen ganz niedlichen anlagen, wie der Babyplast und die etwas größeren bis zu 500 t Schließkraft.

    Ich habe mir da schon einige Gedanken gemacht, welche Techniken man einsetzten könnte. Ich würde aber gerne hören, ob es Unternehmen gibt, die mit den Techniken bereits gute bzw. schlechte erfahrungen gemacht haben.
    Es handelt sich um folgende Vorschläge:
    Schläuche:

    • Multikupplungen
    • Schlauchwagen (entweder stehen diese an den Maschinen mit der max. Anzahl die für die benötigten Wkz benötigt werden ODER man erstellt einen extra Platz für alle Schläuche und jeder Einrichter holt sich vor dem Rüsten die benötigten Schläuche ab)

    Werkzeugeinbau:

    • Werkzeugwechselwagen (ich frage mich da noch immer, wíe soll das Wkz in die Maschine reingefahren werden? funktioniert das auch bei Holmaschinen?)
    • Vorwärmstation

    Werkzeug spannen:

    • Schnellspannsysteme
    • Magnetspannplatten
    • automatische Transportsicherung ( hab bisher noch nichts darüber gefunden, wie das funktioniert)

    Werkzeugwechsel Allgemein:

    • 1 Mann Wechsel vs. 2 Mann Wechsel


    Äußert euch bitte zu den genannten Ideen. Ich würde demnächst wahrscheinlich auch die Probleme hier reinschreiben, wieso ich auf diese Ideen gekommen bin. Hab da nämlich noch ein Paar Probleme, die ich noch nicht lösen konnte:)

    Gruß
    Daniel

    Edited once, last by dreger (August 19, 2010 at 12:05 PM).

  • Servus,

    das ist ja mal löblich, dass du dir schonmal Gedanken gemacht hast.
    Hier gleich mal noch ein paar Themen dazu:
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  • Hallo dreger
    Wichtig ist das es in dem Betrieb einheitlich ist. Multikupplungen, Stecker für Heizkanäle, Auswerferpilze etc.
    Denn sonst fängt jeder Einrichter das Suchen an.
    Von Schlauchwagen halte ich persöhnlich gar nichts. Die stehen im weg und werden mit der Zeit zu Müllkippen.
    Neuere Maschinen haben die Kühlung in der Maschine Integriert. Da brauchst Du nur noch Brücken. Bei Formen mit sehr vielen Brücken sollte man diese an der Form belassen. So klemmt der Einrichter nur noch Vor und Rücklauf an. Sollte das nicht klappen müssen die Formen geändert werden( füsse anbringen um die Scjläuche unter der Form angeklemmt zu lasse etc.)
    Vorwärmstation lohnt sich eigendlich erst bei Grosswerkzeugen. Mit der richtigen einbautechnik heitzt die Form frü auf.
    Schnellspannsystheme sind sehr schnell und bei sachgemäßer handhabung auch lange haltbar.
    2 Einrichter funktionieren nur wenn diese blind ihre Aufgaben erledigen können und ein Eingespieltes Team sind.

  • Generell muss hier mal definiert werden WAS Rüstzeiten überhaupt sind bzw. was du ( dreger ) darunter vorstellst. Rüsten in dem Sinne vom Werkzeugwechel bis zum fertigen Teil oder nur das reine Werkzeug rüsten ohne Materialwechsel, Handlingumbau usw ...

    Also wir machen das ähnlich wie Uziel schon gesagt hat. Frührer haben wir eine 175 Tonnen Maschine in 2-3 Std umgebaut, jetzt sind wir schon soweit das wir es in einer halben Stunde rüsten können.

    Wir haben an der DS und AS Kühlanschlüsse in Form von einem Metallklotz mit Anschlüssen angebracht. Dort wo Brücken sind weitestgehend mit festen Brücken verbunden ( Kupplung und zum Verbinden ein Röhrchen genommen).

    Sehr wichtig dabei ist auch das wirklich alles beim Werkzeug dabei ist, Endschalterkabel bishin zu den Schräubchen usw ect pp.

    Ähnlich sollte es auch mit den ganzen Temperiergeräten und Heizkanalgeräte gehalten werden, so viel wie nötig plus ein Reservegerät.

    2 Mann sind immer besser wenn sie sich verstehen und wie gesagt sich blind aufeinander verlassen und absprechen können

    Cu.

  • Neuere Maschinen haben die Kühlung in der Maschine Integriert.

    Bedeutet das, dass die Maschinen keine seperaten Temperiergeräte haben? Könntest du ein Foto mitschicken, wie das an der Maschine aussieht?

    Bei Formen mit sehr vielen Brücken sollte man diese an der Form belassen.

    Bekommt man die Werkzeuge dann aus den Spritzgießmachinen heraus? (Denke da an Holmmaschinen)
    Hat die Instandhaltung keine Probleme damit?

    Vorwärmstation lohnt sich eigendlich erst bei Grosswerkzeugen. Mit der richtigen einbautechnik heitzt die Form frü auf.

    Was heißt Großwerkzeug?
    Wie sieht so eine Einbautechnik aus?

    Schnellspannsystheme sind sehr schnell und bei sachgemäßer handhabung auch lange haltbar.

    Schnellspannsysteme, wie diese?:
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  • Generell muss hier mal definiert werden WAS Rüstzeiten überhaupt sind bzw. was du ( dreger ) darunter vorstellst. Rüsten in dem Sinne vom Werkzeugwechel bis zum fertigen Teil oder nur das reine Werkzeug rüsten ohne Materialwechsel, Handlingumbau usw ...

    Bei manchen Rüstvorgängen ist auch ein Materialwechsel vorgesehen. Also materialwechsel: JA
    Das selbe gilt auch für Handlingumbau (Roboter): JA

    Wir haben an der DS und AS Kühlanschlüsse in Form von einem Metallklotz mit Anschlüssen angebracht. Dort wo Brücken sind weitestgehend mit festen Brücken verbunden ( Kupplung und zum Verbinden ein Röhrchen genommen)

    Haste ein Foto, wie der Klotz auf dem Wkz aussieht?

    Sehr wichtig dabei ist auch das wirklich alles beim Werkzeug dabei ist, Endschalterkabel bishin zu den Schräubchen usw ect pp.

    Werden diese Sachen mit dem Werkzeug zusammen gelagert im Regal?
    PS: Was ist ein Endschalterkabel :face_with_rolling_eyes:

    Ähnlich sollte es auch mit den ganzen Temperiergeräten und Heizkanalgeräte gehalten werden, so viel wie nötig plus ein Reservegerät.

    Meinste, die holt man sich bei jedem Rüstvorgang mit dem Werkzeug zusammen ab? Oder meinste, dass an jeder Maschine die Geräte schon bereitstehen?

    2 Mann sind immer besser wenn sie sich verstehen und wie gesagt sich blind aufeinander verlassen und absprechen können

    Hab gestern mitgeteilt bekommen, dass man nicht zu zweit rüsten wird :frowning_face:

  • Quote

    Was heißt Großwerkzeug?
    Wie sieht so eine Einbautechnik aus?

    Please login to see this link. Und auf den Fotos dort kannste auch die Kühlung in der Maschine sehen usw.

    Quote

    Schnellspannsysteme, wie diese?:
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    Ja die gehören auch unter denn Schnellspannsystemen. Zum anpratzen sind das meine favoriten :grinning_face_with_smiling_eyes: Und wenn du dir oben den Link/pdf genauer angeguckt haste wirste dort auch über ein anderes Spannsystem stolpern :face_with_tongue:

    Quote

    Bei manchen Rüstvorgängen ist auch ein Materialwechsel vorgesehen. Also materialwechsel: JA
    Das selbe gilt auch für Handlingumbau (Roboter): JA

    Beim Materialwechsel kommt es immer drauf an was man für ne Anlage auf der Maschine hat. Gravimetrische Dosiergeräte usw usw
    Beim Handling ist es auch immer die frage was hat man für ein Hersteller auf der Maschine. Wittman z.B hat ein Greifererkennungssystem, man schraubt die Entnahmehand einfach an und der Robot ruft automatisch das richtige Programm auf.

    Quote

    Werden diese Sachen mit dem Werkzeug zusammen gelagert im Regal?
    PS: Was ist ein Endschalterkabel :face_with_rolling_eyes:

    Ein Kabel halt, welches von WKZ zur Maschine geht und ein Signal zur Maschine schickt(an aus an aus an aus) je nach Betrieb/Maschine hat das Kabel auch andere Stecker/Anschlüsse.
    Sollte am besten immer mit eingelagert werden! Sonst beginnt das große suchen.... bei uns auf jeden fall

    Quote

    Meinste, die holt man sich bei jedem Rüstvorgang mit dem Werkzeug zusammen ab? Oder meinste, dass an jeder Maschine die Geräte schon bereitstehen?

    Besser ist wenn all die Sachen an der Maschine bereit stehen. Extra noch losgehen und die Sachen holen kostet auch Zeit und Nerven.

    Quote

    Hab gestern mitgeteilt bekommen, dass man nicht zu zweit rüsten wird :frowning_face:

    Zu zweit gehts aber immer schneller! Und wenn man dabei auch noch Spaß hat ist es am besten :grinning_squinting_face: (Inner Ausbildung hab ich des öfteren mal unsere 2000t Maschine alleine umgebaut :thumbs_down: )

  • Quote


    Schläuche:
    Multikupplungen
    Schlauchwagen (entweder stehen diese an den Maschinen mit der max. Anzahl die für die benötigten Wkz benötigt werden ODER man erstellt einen extra Platz für alle Schläuche und jeder Einrichter holt sich vor dem Rüsten die benötigten Schläuche ab)


    Schläuche sind bei uns an den Maschinen oder wie schon angesprochen werden diese von einem Block, bei uns ist es auch eine Art Verteiler, gebrückt. Temperiergeräte, Externe Heißkanalregelgeräte, Brücken und Schlaufen, AW-Sicherungskabel, Kernzugkabel usw alle diese Dinge werden für mehrere Werkzeuge benutzt und haben daher einen separaten Platz.

    Quote


    Werkzeugeinbau:
    Werkzeugwechselwagen (ich frage mich da noch immer, wíe soll das Wkz in die Maschine reingefahren werden? funktioniert das auch bei Holmaschinen?)
    Vorwärmstation


    Wechselwagen kenne ich auch nicht, das ist wohl für Kleinwerkzeuge.
    Vorwärmstation, evtl. für Temperaturen jenseits der 100°C und dann auch nur für rießen Klopper wie der Link von Levitate. Und wie Uziel es schon passend beschrieben hat, das ist eine Sache der Technik - so ist das Werkzeug vor dem ersten Schuß ohne warten schon warm, gleiches gilt ja auch für Massetemperaturen.

    Quote


    Werkzeug spannen:
    Schnellspannsysteme
    Magnetspannplatten
    automatische Transportsicherung ( hab bisher noch nichts darüber gefunden, wie das funktioniert)


    Schnellspannsysteme würde ich generell als Pratzen bezeichnen. Die Pratzen von Lenzkes sind bei uns durchgefallen, da man mehr Zeit kaputt macht wenn man den Schuh wieder versetzen muss, als bei konventionellen Pratzen zB AMF. Was auch noch schlecht war, wir konnten nicht mehr bis auf das letzte Gewinde ausweichen, dadurch waren die Lenkes Geschichte....
    Magnetspannplatten, will keiner so richtig ran bei uns, da dann die Einbaumaße geringer werden (bei hydraulischen Maschinen wird auch der Auffahrweg kleiner). Noch ein minuspunkt ist, das man alle Termoplatten entfernen müsste.
    Automatische Transportsicherung, entweder sind damit die kleinen Spanner zB von Hasco gemeint oder generell Brücken die über das ganze Werkzeug gehen und in der Mitte (schön ausgelotet) ist dann die Ringschraube zum anhängen.

    Quote


    Werkzeugwechsel Allgemein:
    1 Mann Wechsel vs. 2 Mann Wechsel

    Da brauchen wir ja nicht weiter diskutieren 2 Mann sind besser. Die müssen sich, wie schon angesprochen wurde in die Hände greifen können. Mal so ein Beispiel: 2 Einrichter pro Schicht. Ein Auftrag wird fertig und einer der Einrichter fängt an abzuspannen. Der andere stoßt hinzu, weil er mit seiner bisherigen Maschine gerade fertig ist. Der erste spannt weiter ab und der andere vollzieht den Materialwechsel. Das dauert unter Umständen sogar gleichlang. Wenn das andere Werkzeug dann am Kran hängt, kann ja der 2. schon zur Bediengegenseite gehen und auf Schließkraft warten. Dann Pratzen beide zur selben Zeit und teilweiße ist das noch schneller, weil beide Erster sein wollen;)
    Dann auffahren, einer macht das Werkzeug sauber und der andere schließt das Wasser an und so weiter.....

  • Hallo,
    also die beste optimierung, beim Rüsten ist, dass ein Mann in 10 Minuten von gut zu gutteil umbaut (wir sprechen von 1000 to aufwärts)
    Ausserdem darf der Rüster kein WErkzeug mehr verwenden müssen!
    Dann gehts! - und es geht!
    Natürlich geht das schon mit der Indirekten Rüsterei los, die man immer noch hat, aber um den Maschinenstillstand zu optimieren muss man defenitiv woanders ansetzen, da gehts nur noch um Automation des Rüstvorgangs,(Automatischer Greiferwechsel, Multikupplungen an der Maschine....) wie gesagt 1 Mann 10 MInuten!

    gruss
    Mihe

  • Das scheint aber die absolute Oberklasse zu sein. Und es muss sich auch noch rentieren. Denn um das zu schaffen muss eine Menge investiert werden. Also wir brauchen vom letzten Schuss bis zum ersten neuen Schuss bis 6 Stunden. Haben aber auch nur Dauerläufer. Schnellspannpratzen und Multikupplungen haben wir auch, doch bis 3 bis 6 Tonnen aufgeheitzt sind vergeht halt ne weile. Und in der Weile kümmern wir uns um den Rest.

  • Mmmmh, 30min wenn es nur 4 Pratzen sind und wenn alles gleich ist. Material + Farbe, Wasser kalt warm usw. Das geht von 80t bis 500t, aber auswärts wird es dann schon 1Std - 3Std, aber 6Std wie Uziel dann ist es eher ein Neuwerkzeug was noch keiner kennt oder ein voller Klopper bei dem man noch alles seperat anschließen muss + untypisches Material in unserer Fertigung.

  • Hallo, also 6 Stunden Rüstzeit kenn ich eigentlich nur noch bei Sondermaschinen wie Würfeltechnik, wo wirklich jeder einzelne Wasserkreislauf per Hand angesteckt werden muss. Normale Rüstzeiten müssten so bei 1-2 Stunden liegen, alles andere kann sich heut keiner mehr leisten.
    Dass für die 10 MInuten natürlich technisch einiges an Vorleistung und GEld in die Hand genommen werden muss, ist klar, kommt aber auch drauf an, wie oft man umbaut.
    Bei 2-3 Umbauten auf 24 Stunden ist das aber absolut notwendig, um überhaupt noch zu produzieren. Ein gesamtnutzungsgrad von über 90% soll auf alle Fälle erreicht werden können!

    gruss
    Miche

  • Bei uns wird die SGM durchschnittlich ca. 2 mal in eiener Woche umgerüstet. Habe da jetzt schon bedenken, ob sich meine ganzen Ideen überhaupt Amortisieren können in einer "kurzen" Zeit :frowning_face:

  • Hallo, also 2 mal die Woche ist auch nicht schlecht, wenn man da von insgesamt 12 Stunden auf 2 Stunden runterkommt, hat man eine ganze Schicht mehr Produktion!
    Von der Rechnung her muss ich sagen, dass sich solche sachen erst so ab 1/2 bis 1 1/2 Jahre beginnen zu rechnen. Aber rentieren tut es sich allemal!

    gruss
    Miche

  • Hab heute schon wieder ne blöde Nachricht mitbekommen. Angeblich werden nur Projekte genemigt, die sich innerhalb von 1 Jahr armotisieren:(
    Muss da mal nachhaken, in wie weit das alles so stimmt.

    Denn, wenn man eine neue Kran-Bahn benötigt, dann wird es teur, weil auh neue Hubwagen hermüssen und für die Instandhaltung Werkzeugtrennmaschinen

  • sagt mal, eine Vorwärmstation kann man sich doch selber ganz leicht zusammenbauen.
    dafür braucht man doch nur ein paar Temperiergeräte, Heißkanalanschlüsse und evtl. ein Gerüst, auf dem das Werkzeug platziert wird. (wie kann so ein Gerüst aussehen?)


    Kennt jemand Hersteller solcher Vorwärmstationen?

    Ich kenne nur EAS, und die bieten das nur an, wenn die eine komplette Rüstzeitoptimierungsanlage aufbauen.

    Edited once, last by dreger (September 20, 2010 at 7:47 AM).

  • Hab da noch eine Frage zu den festen Brücken zwischen den Kühlkreisen am Werkzeug. Welchen mindestabstand müssen die Kühlkreise von einander haben, damit eine Brücke angeschlossen werden kann?
    Welche Art von Brücke würdet ihr eigentlich benutzen. eine mit einem Schlauch oder lieber eine mit einem Rohr?

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