Schlierenbildung bei Flammschutz als Batch

  • Servus,

    ich hab mal was, wo ich Tipps gebrauchen könnte.
    Wir spritzen demnächst wieder einen Artikel, dieser wir aus PP gefertigt. Zu dem PP wird von uns eine Mischung mit MB und Flammschutz zudosiert. Soweit so gut, ab und an kommt es dann vor, dass es eine Art Entmischung gibt die sich als Schlieren sichtbar machen.

    Zu den Schlieren, kann ich euch leider nichts weiter sagen, außer die sind nur Fließwegende und dunkler als die Hauptfarbe des MB und der Flammschutz hat ja sowieso eine Eigenfarbe (creme, würd ich sagen). Die Farbe des Artikel ist "hellgrau" und die Schlieren sind "dunkelgrau"

    Kann mir jemand einen Tipp geben, ich werde alles ausprobieren sofern dies möglich ist. :winking_face:

    Edited once, last by Kuka (November 22, 2010 at 1:00 PM).

  • Wir stellen ein Produkt her, bei dem es sich auch um PP mit Flammschutz handelt - allerdings als Compound. Das Material kommt aus der Produktion und ist - wenn wir davon Pressplatten machen - farblich homogen (orange). Wenn es auf die SGM kommt und mit zu hohen Temperaturen (ab 220°C) und zu hohem Staudruck verarbeitet wird, agglomerieren die Bestandteile des Flammschutzes und es gibt Schlieren und schwarze Stippen. Bei 200°C keine Probleme. Auch der Kunde hat keine Probleme mit dem Material.
    Also evtl Temperaturen und Staudruck runter. Vielleicht bringts das.

  • Danke für deine Antwort.

    Wenn ich die Temperaturen noch richtig weiß, sind diese an der Düse max. 210 und absteigend bis 190°C, weil ab 220°C (wie du schon sagst) gibt es braune Schlieren. Staudruck ist bei 6bar.
    Aber kein Prob, die Werte werden einfach noch verringert;) - das teste ich.

  • Das PP, MB und Flammschutzmittel müssen in dem kurzen Weg Deiner Schnecke aufgeschmolzen und homogen verteilt werden. Dies funktioniert für eine optimale Durchmischung i.d.R. nur auf einem Doppelschneckenextruder. Deshalb sollten für Sichtteile Compounds eingesetzt werden.

    In Deinem Fall scheint es partiell Bereiche zu geben bei dem sich das Flammschutzmittel /oder MB bündelt und dadurch Oberflächendefekte entstehen.

    Wir wird den Eure Mischung PP+MB+FSM erzeugt? Gibt es hier Optimierungsmöglichkeiten?

    Größere Maschine => Schneckenlänge möglich?Please login to see this picture.

  • Hallo Marc Swatosch,

    die letzte Produktion lief ungewohnt gut. Knapp 5000Stk und nur ca. 150Stk Ausschuss (Anfahren, Spülen beim Ausschalten etc.)

    Unsere Mischung wird in einem Betonmischer gemixt. Die Mischung besteht aus Farbe und Flammschutz. Die letzte Produktion lief auf einer Maschine mit einer Gravimetrik und genau da sollten wir weiter optimieren.

    Die Schnecke bzw der Zylinder war sogar der kleinste den wir einsetzen können, daher kann ich mir sehr gut vorstellen, bei einem größeren Zylinder 10°C im hinteren Bereich abzusenken wie petersj schon sagte.

  • Wie Marc Swatosch schon sagt:
    Eine gute Einarbeitung und bei FR teilweise auch notwendige molekulare Anbindung der Additive kann in der Regel nur auf einem ZSK erreicht werden. Ein Betonmischer ist auch nicht das ideale Mittel der Wahl wenn Pulver eingemischt werden. Leicht kommt es da zu Agglomeraten, die von der SGM nicht wieder aufgelöst werden können. Zum Einmischen von Batchgranulat aber eine brauchbare Lösung - ausser wenn die Granulatformen, -gewichte und/oder -größen zu unterschiedlich sind. Dann kann es zu Entmischungen beim Umfüllen kommen. Da ist der Weg mit den gravimetrischen Dosierungen zwar teurer aber eine sehr gute Lösung.

  • Da sich das Farbbatch statisch aufläd, beim Umfüllen vom Betonmischer in einen größeren Behälter, mischen wir mehr Farbe hinzu als benötigt. Das Granulat ansich ist gleichgroß, es ist vom selben Hersteller und uns wurde versichert, dass es vom selben Extruder kommt.

    Das der Betonmischer nicht das Obtimum ist, ist klar, aber welcher KS-Verarbeitende Betrieb nimmt keine Betonmischer zum "Anmischen"
    Was für Alternativen gibt es, für einen KS-Verarbeitenden Betrieb?

  • Dass das Farbpulver an den Mischerwänden klebt, ist völlig normal und recht unabhängig vom Mischer. Wir haben bei Farbwechsel meistens sogar eine Mischung Vorlauf, um den Mischer zu "beschichten". Der Mischer wird dann nicht gereinigt !
    Betonmische ist für die entsprechenden Anwendungen gar nicht so verkehrt.
    Andere Mischeranbieter:
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    Nicht von dem Begriff Lebensmittelindustrie täuschen lassen
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  • Das mit Bürsten haben wir auch schon mal irgendwann ausprobiert. Bei Farbwechseln müssten wir dann aber diese entsorgen, da Farbmittelreste die nächste Farbe versauen würden. Ausserdem laufen unsere Mischer (z.B. MTI) mit ca. 200-1500 rpm. Da bringen die Bürsten dann nicht wirklich mehr was. Kommt dann noch Mischöl dazu haben wir eine riesige Schweinerei. Bei Mischern mit 200-500kg Füllung würden die Bürsten warscheinlich sowieso recht schnell aufgeben.
    Ausserdem fahren wir regelrechte Mischprogramme durch.
    Beispiel: 1 min. Rohstoffe, 2min. Farbe, 30sec. Additive. Das haben wir für jede Rezeptur entsprechend festgelegt und geht dann als Mischanweisung an die entsprechenden Mischerfahrer. Aber: Wir sind auch ein Kompoundierbetrieb! Obwohl so etwas auch für das Einmischen verschiedener Komponenten beim Spritzgießer interessant werden könnte. Würde z.B. die Farbe (als Pulver) zu lange gemischt werden, könnten die Farbmittel durch Scherung im Mischer schon zerstört werden oder sie lösen sich evtl wieder vom Polymer. Das sind alles Erfahrungssachen, mit denen experimentiert werden muss, kann und soll. Gleiches gilt natürlich auch für Additive.

  • Bei einem Wäschetrockner ist die Bürste aus Kupfer und sitzt oben auserhalb der Trommel.Und nimmt dort die statische Aufladung ab. So meinte ich das eigendlich. In der Trommel geht das nicht da gebe ich dir recht. Die Belastung ist einfach zu gross.

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