• Hallo liebe Leutz,
    wieder einmal belästige ich euch mit einem Problem :winking_face:
    Wir spritzen Teile mit Stangenanguss aus PBT GF30 (Teil ist wie ein kleiner Becher oder Kappe, mit überall 5mm Wanddicke)
    Wir gehen direkt mit Stangenanguss drauf.
    Jetzt folgende Probleme:
    1. Kleine Propfen bzw. Kaltverschiebungen an der Oberfläche (aber nicht immer....eher sporadisch)
    2. Manchmal Risse direkt, wo der Stangenanguss auf Teile geht....von dort aus ca. bis zur hälfte des Durchmessers.
    3. Manchmal weissliche Flecken (wie Glasfaseranhäufungen)

    Mein Dosiervolumen liegt bei 1,1 D (...weiss....ich eigentlich zu wenig)
    Und ich habe eine offene Düse drauf...diese ist beheizt.

    Meint ihr, dass ich die Kaltverschiebungen mit Verschlussdüse in den Griff bekomme? bin jetzt bei 275°C Düsentemperatur
    Habe bereits EinspritzVversuche gemacht, Dekompressionsverusche, Massetemperatur...nichts bracht merklich Verbesserung.

    Hoffe ihr habt Ideen, wo ich ansetzen könnte.
    Vielleicht reicht ja eine Verschlussdüse und alles ist weg :winking_face:

    liebe Grüße

  • Hallo Luemmel,


    Quote

    1. Kleine Propfen bzw. Kaltverschiebungen an der Oberfläche (aber nicht immer....eher sporadisch)


    Dazu würde ich mal die EE abheben lassen und ein wenig Material austreten lassen, wenn dann keines der Probleme mehr auftritt, dann liegt es an der Düse und hat dann evtl. nichts mehr mit dem Spritzvorgang selbst zu tun. Vllt. Dekom runter, Düse bissi wärmer, Staudruck hoch, Dosierverzögerung runter oder halt schneller dosieren um die EE länger abgehoben zu lassen.

    Quote

    2. Manchmal Risse direkt, wo der Stangenanguss auf Teile geht....von dort aus ca. bis zur hälfte des Durchmessers.


    Evtl. ist der Stangenanguss dicker und schwindet mehr als der Rest bzw ist zu wenig ND-Zeit drauf oder dein EE ist versetzt bzw nicht mittig genug

    Quote

    3. Manchmal weissliche Flecken (wie Glasfaseranhäufungen)


    Wenn es GF-Schlieren sind, dann spritzt du zu langsam. Aber wenn die wirklich weiß sind, dann sind es eher Feuchtigkeitsschlieren, da GF-Schlieren eher nur glänzen. Wenn die weiß sind Staudruck hoch, damit die Restfeuchte die zu dann komprimierst über den Trichter entweichen kann. Angussnah, dann tippe ich auf Dekompression zu viel oder zu schnell.

  • sevus Luemmel,

    weiß nicht ob dir das was hilft: Oberflächenfehler in Angußnähe, Schlieren um den Anschnitt und kalte Pfropfen entstehen daher schon zu Beginn der einspritzphase und nicht wie oft angenommen - erst durch nachdruck, hängt mit dem Quellfluß zusammen.

    Bei Glasfaserschlieren liegt es am Plastifizieren, einspritzen und Anguß,

    Bei Glanz kommt noch der ND hinzu und Entlüftung,

    bei Schieferung liegt es am einspritzen,

    bei spannungsrisse am formteil liegt es meißt bei den gleichen parametern wie bei glasfaserschlieren,

    hoffe konnte dir denkanstöße geben

    mfg

  • Danke für die schnelle Antwort,
    also das Aggregat bereits ab und ist ca. 10 sec. lang abgehoben.
    Material läuft aus Düse raus, deshalb müssen wir immmer wieder den Kunststoff um die Düse herum abkratzen.
    Die Zentrierung der Düse ist optimal, weil am Anguss noch ein kleines "Stängelchen" von der Düse dran ist und diese Stange
    ist exakt mittig zur Angussstange.
    Staudruck ist bereits bei 100 bar und Feuchtetest hab ich auch gemacht, der war bei 0,02% Restfeuchte.
    Bei den Düsentemperaturen hatte ich alle Möglichkeiten schon ausprobiert...von 240°C (dann aber teilweise eingefroren) - 275°C aktuell.
    Diese Flecken sind wahrscheinlich Glasfaserwolken, aber auch mit verschiedenen Spritzgeschwindigkeiten treten diese sporadisch auf.
    WZ Temperatur ist bei 70°C, aber nach 10 Schuss heizt sich die Form auf 87°C...dürfe für PBT GF30 passen.

    Naja...werde mir mal eine Verschlussdüse organisieren und diese dann testen.

  • servus,

    PBT bei 87°C ? weiß allerdings deine Herstellervorgaben nicht, wäre für mich schon an der unteren grenze, wie gesagt, kenne deinen hersteller nicht.

    mfg

  • Hast Du eine Siegelpunk bestimmung gemacht? Nicht das Du die kalte Masse noch nachdrückst. Vielleicht Ist auch zu viel Nachdruck auf deinem Teil. Das Du Innere Spannungen hast und beim Schrumpfen das Teil reisst.

  • Bin jetzt nochmal zum Testen folgendes durchgegangen:
    1: WZ auf 90°C geheizt
    2: Einspritzgeschwindigkeit verdoppelt
    3: Nachdruckversuche mit 200Bar und 1000Bar gemacht

    Leider kann ich den Einfluss noch nicht feststellen, rein optisch schaut die Oberlfäche etwas gleichmäßiger aus, aber Kaltmasse und Glasfaserwolken trotzdem sproadisch.
    Die Riss hatte ich jetzt nicht, allerdings hatten wir von 500 Teilen auch "nur" 15 stk. dabei......
    Bei nächster Serie benutze ich Verschlussdüse und behalte das Rissproblem im Auge.
    Falls ich mehr weiss, gebe ich bescheid.

    mfG

  • PBT muss grundsätzlich auf jeden Fall vorgetrocknet werden. Das zeigt auch das Auslaufen aus der Düse. 2-4h bei 110°C. Und evtl kommen dadurch die Risse und die "Glasfaserschlieren" sind vielleicht Feuchtigkeitsschlieren. Feuchtigkeit führt bei PBT (genau wie bei PC) zu hydrolytischem Materialabbau. Und da ist PBT besonders empfindlich.
    Die Risse können natürlich durch die Becherform bei 5mm Wandung kommen. Die Schwindung von PBT ist nicht zu vernachlässigen. Werkzeugtemp bei PBT ist 60 bis 130°C, kommt aber auch extrem auf die Type an. Massetemp 240° bis 290°, kommt auch auf die Type an. Meistens um die 260°C. ND bei 800bar, um 20sec, RKzeit ca 15 sec. Staudruck (wenn Material trocken ist) um 150bar, Drehzahl ca 15m/min (Umfangsgeschw.) Ergibt alles in allem eine Zykluszeit von ca 40sec.
    Wir fahren PBT (egal ob verstärkt, gefüllt oder ohne alles) mit offener Düse bei 4mm Bohrung. Und da läuft nix raus. Stangenanguß 6 auf 8mm und auch bei GF hochglänzende Teile bei einer Einspritzgeschw. von ca 20ccm/sec.

  • Die Restfeuchte war bei 0,02. Ich glaube nicht das da noch Feuchtigkeit übrig ist. Er könnte noch die Chargen vergleichen. Vielleicht war es bei einer anderen Produktion anders. Desweiteren könnte aber auch die Zylindergarnitur hinüber sein. Da ist die Schnecke vielleicht nicht in der Lage genug Kompression aufzubauen. Oder der Stauring ist verschlissen. Bei einem Verschleis von 0,05 braucht es schon 30 bar mehr um den Stauring zu schliessen. Da wandert gerne das Material nach hinten ab.

  • Jetzt weiß ich mehr.
    Also zum Abschließen des Themas kann ich euch jetzt mehr sagen.
    100°C WZ, Verschlussdüse mit Düsenabhebung und 150 Bar Staudruck.
    Einspritzzeit liegt bei 1,3 Sec. bei ca. 5mm Wanddicke und 36 Gramm Schussgewicht.
    Sporadisch sind noch welche mit Kaltpropfen oder was auch immer dabei, aber im großen und ganzen einigermaßen schöne Teile.
    Denke mit Ultradur GF30 wären sie noch besser, statt mit einen Estoplast EP2030 (kennt das jemand?)
    Risse auch nicht mehr da....war aber WZ Temp Prob, da die Teile allgemein sehr spröde werden, wenn man unter 80°C kommt

    mfG

  • hi@all

    PBT mit 30%GF würde ich generell mit Werkzeugtemperaturen deutlich über 100°C fahren, eher Richtung 120- 140°C

    Restfeuchtemessung kleiner 0,02 ist ok., aber wenn das Material zu lange imTrichter verbleibt, wovon ich bei einem

    Spritzvolumen von ca 1,1D ausgehen muss, wirst du immer Schwierigkeiten haben, da PBT sehr schnell auf

    äussere Einflüsse reagiert, d.h. auch relativ schnell wieder Feuchtigkeit aufnimmt.

    Hatte schon ähnliche Probleme, wie du sie beschrieben hast, also alles was länger wie 2 h im Trichter verbleibt,

    solltest rausschmeissen und nochmal trocknen, und dann mal vergleichen, wenn du wieder Material zuführst,

    das tatsächlich noch deine gemessene Restfeuchte hat.

    Das Fehlerbild das du beschreibst deutet eindeutig auf zu hohe Restfeuchte hin, daher auch die weissen Flecken

  • Ich würde einfach mal eine Verschlussdüse versuchen...die Temperatur an der Düse mal ca 5-10 °C anheben. Keine zu hohe Verweilzeit im Zylinder. Vielleicht mit Dosierverzögerung arbeiten. 1-2 sek vor Kühlzeitende sollte das Dosiervolumen Dosiert sein. GF Materialien würde ich immer schneller einspsritzen da du dann die Faser schön in eine richtung auslegst. Den Trichter würde ich immer nur für ein paar Schuss befüllen. Evtl. einen Ansaugtrichter nehmen den du auf Temperatur bringen kannst. Das habem wir zb bei einer kleinen Maschiene. So kannst du lange zeit fahren ohne das feuchtigkeit eindringt, denn du Trocknest dabei noch.

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