Probleme mit PAGF Regenerat

  • Servus,

    wir verarbeiten seit vielen Jahren das o.g. Material in schwarz (schon eingefärbt)
    Jetzt haben wir Probleme damit der Hersteller gibt an, es sei alles iO.

    Die Probleme sind:
    - weiße Schlieren (ähnlich Feuchtigkeitsschlieren)
    - läuft aus der Düse wie Wasser
    - raucht stark auf
    - lässt sich schwer dosieren
    - Friktion scheint sehr stark zu sein

    Wir haben die Feuchte gemessen vor und nach dem Trocknen. Nach dem Trocknen sind es nur 0,02% - 0,03% (dieses haben wir schon mit 0,13% verarbeitet - ohne Probleme
    Die Massetemperatur haben wir von Düse 290°C absteigt bis 250°C auf Düse 260°C absteigt auf 230°C reduziert, es läuft dennoch aus der Düse
    Haben dann den Staudruck reduziert um dem schweren dosieren entgegen zu wirken, Problem bleibt gleich.

    Seitdem wir das "schlechte" Material im Einsatz hatten, hat sich das Werkzeug an manchen Stellen verfärbt. Diese Verfärbung geht nicht mehr weg und ist auch an der Oberfläche sichtbar. Wenn wir "Backofenspray" einsetzen, dann sieht es aus wie Rost, aber das ist doch nicht möglich unter der Produktion?!

    Unsere Erkenntnis bisher: Anderes Material (vergleichbar, aber anderer Hersteller), dann läuft es perfekt - wie gewohnt. Flecke bleiben erhalten da im Werkzeug.
    Andere Maschine, anderes Werkzeug, anderer Trockner, aber gleiches Material wie o.g. (gleiche Charge), dann haben wir die gleichen Probleme wie o.g.

    Was noch aufgefallen ist, dass das Granulat "hohl" ist, was sonst auch nicht ist.


    Habt ihr Anregungen?

  • Moin,
    die Probleme bei Regranulat sind, das da alles mögliche drin sein kann, je nachdem was gerade an Altmaterial da war. Wenn man so gravierende Unterschiede feststellt, dann muss eigendlich auch das Prüfzeugnis dies zeigen. Macht Ihr eine Eingangsprüfung beim Material? Werte vergleichen!

    Ansonsten mit dem Hersteller sprechen, dass Ihr das so nicht verarbeiten könnt. Wenn er ein guter ist, ist er bemüht Euch zu helfen und nicht die Aussage zu tätigen: Es ist wie immer.

    Als Tip kann ich nur sagen, den Kontakt mit dem Hersteller suchen.

  • Sogenanntes "Ringgranulat" kann durch mangelnde Entgasung beim Compoundieren entstehen und lässt sich aber bei Regranulaten (besonders C- und D- Waren) fast nicht vermeiden. In diesem Fall (raucht stark auf) würde ich aber tatsächlich auf irgend eine Fremdware im Compound tippen. Das fällt beim Compoundieren oft nicht auf. Vielleicht auch mal die Sackbereich wechseln. evtl. betrifft es nur einen Teil der Lieferung. Aber wenn nicht verarbeitbar, dann Beanstandung.
    Hoffe nicht gerade bei uns :winking_face:

  • HK
    den Kontakt hatten wir schon, da wurde gesagt alles im Grünen. Warscheinlich hatte er gemeint vor die Tür stellen:)

    petersj
    Stark rauchend = Fremdmaterial?
    Welches Fremdmaterial wäre denn höchstwahrscheinlich drin? PBT hatten wir schon lies sich überhaupt nicht verarbeiten...
    Teile schiefern auch nicht.

    Die Soll-Werte am gespritzten Teil sind i.O.

  • Naja, obwohl die Feuchtemessung sagt 0,02%, habt ihr Schlieren. Also ist da was drin, was erst wieder bei euren Verarbeitungstemperaturen raus kommt. Das können z.B. Wachse sein, die durch im Regranulat eingearbeitete Batche, die aber nicht dringend zum Produkt gehören, hinzu gekommen sind. Ggf. auch durch Unwissen des Herstellers, der das Vorprodukt als Mahlgut bekommen hat. Es können auch Monomere sein, die durch das inzwischen wahrscheinlich mehrmalige Compoundieren des Polymers entstanden sind. PE und PP können evtl. als Zähmodifier zugegeben worden sein, oder als Bestandteile des Mahlgutes beim Kompoundierer unbemerkt eingearbeitet worden sein. Das fällt u.U. selbst bei der allgemeinen Analyse nicht auf, da sie grundsätzlich Bestandteil des Regranulates sein können.
    Deshalb komme ich eigentlich auf eine schlechte Entgasung während des Kompoundierprozesses. Das könntet ihr evtl. durch eine Entgasungsspritzeinheit mit Vakuumpumpe nachholen. Aber wer will das schon? Nehmt einen kleinen Spritzkuchen und ein Stück Strang, das hoffentlich schön schaumig aus der Düse ausgetreten ist und zeigt dem Lieferanten, das ihr damit so nicht arbeiten könnt. Bestellt euch die AWT oder den Verkaufsvertreter des Lieferanten ins Haus um euch zeigen zu lassen, dass es an euch liegt - wenn es dann an euch liegen sollte.
    Grundsätzlich können in dem Mahlgut des Regranulierbetriebes alle möglichen niedrig schmelzenden Produkte enthalten sein, die sich bei seiner Verarbeitung nicht "geoutet" haben. Oder es betrifft nur einen Teil der Lieferung - was natürlich entsprechend zu prüfen ist. Es kann sogar sein, dass eine große Charge produziert wurde, von der ihr nur einen Teil abbekommen habt - und ausgerechnet den schlechten Teil. Ein Kunde, der aus der gleichen Charge beliefert wurde hat u.U. keine Probleme.
    Bezüglich einer Rohstoffanalyse könnt ihr nur beharrlich sein und vielleicht selber bei einem entsprechenden Institut prüfenlassen. Frage ist nur, ob sich die entsprechende Schadenssumme durch die Analyse gegenrechnet. Wenn der Lieferant aber gerade auf diesen Umstand (Analyse teuerer als Schaden) hinarbeitet, was natürlich recht unseriös ist, es sei denn er hat selber schon entsprechende Analysen durchgeführt, kann das ein Minusgeschäft werden. Deshalb vielleicht mit dem Versuch einer Kulanzregelung nach einer weiteren Gutcharge an die Front reiten.

    PS
    Ablagerungen im Werkzeug lassen sich seltenst wirklich analytisch untersuchen, da die Mengen meistens wirklich sehr gering sind. Wir haben da auch schon häfig mit Q-Tips und Ähnlichem vor gesessen und nichts erreicht. Schließlich ärgern wir uns über uns selbst, wenn wir solche Probleme bei uns feststellen.

  • Mmmh, das heist zurück damit oder an einem Teil verarbeiten, bei dem die Oberfläche keine Rolle spielt. Aber dennoch spielen wir doch dann mit der Festigkeit etc.
    Der starke Rauch riecht aber nicht unbedingt nach einem Fremdmaterial wie ABS oä, oder kommt das nicht so vor, weil es eingearbeitet ist?
    Bei einem anderen Material riecht es beim Mahlen sehr stark nach Gummi, da haben wir öfter mal den Riemen der Mühle geprüft...

  • Ihr seid mit dem Material unzufrieden. Und bevor ihr damit Risiken an anderen Teilen eingeht, die euch teuer zu stehen kommen können, würde ich es zurüch geben : nicht verarbeitbar. Ich kann mir vorstellen, dass es Diskussionen von Seiten des Herstellers geben wird.
    Auch wir haben schon alles Mögliche in geliefertem Mahlgut gefunden: gemahlene Autoreifen, POM, PE, PP, PVC, Schauben, Bauschaum (größere Mengen), Holz und vieles mehr. Vieles zeigt sein wahres Gesicht oft erst während der Compoundierung oder während der Ausprüfung bei uns im Labor. Manches selten leider auch erst beim Kunden. Und wir wollen dann immer ein Originalgebinde (Sack) zur Reklamation haben und vergleichen das dann mit unseren Rückstellmustern der entsprechenden Produktion.
    Leider kann man an den Abgasen nicht immer feststellen was nun schief gelaufen ist. Einen typischen Geruch für schlechtes Material gibt es nun mal leider nicht.

  • Lasst das Material zurückgehen oder lasst einen Anwendungtechniker antanzen. Warum Zeit und Mühe investieren. Wenn das Material einwandfrei ist wird das der Anwendungstechniker schon hinkriegen.Wenn nicht soll der Hersteller mit dem Zeug glücklich werden.

  • Wie petersj und Uziel schon schreiben:

    Weg mit dem Zeug! Der Lieferant wird vermutlich kaum Theater machen, da er es momentan schnell weiterverkauft bekommt, notfalls nach China!

    Der Materialmarkt, insbesondere Regenerate/Regranulate ist derzeit sehr leergefegt. Da versuchen die Lieferanten gern mal ein wenig zu tricksen, (ohne das ich es Böse meine). Manchmal geht es gut, manchmal nicht und der Kunde hat Probleme mit der Ware, die nun doch nicht so ganz genau ist, wie die Lieferungen zuvor. Gerade auf dem PA-Sektor scheint die Lage derzeit noch schwieriger zu sein!

    Das man derzeit nur schwer schwer gute Regranulate/Recyclate bekommt, zieht sich aber leider durch alle Massenkunststoffe :(. Man merkt es eben an den häufiger auftretenden Problemen!

    Edited once, last by qs (February 25, 2011 at 5:54 AM).

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