Restfeuchtemessgeräte / Hersteller

  • Geschaetzte Forengemeinde,

    wenn Ihr in "Eurem" Betrieb die Restfeuchte von Material (Granulat) bestimmt:

    • mit welchem Gerät macht Ihr das? (Hersteller?)
    • Wann macht Ihr das?
    • Wo entnehmt Ihr das Probematerial?


    Sollte es dazu schon ein Thema geben, bitte ich um Verlinkung. Habe unter dem Suchbegriff nichts passendes gefunden.

    M.f.G. Otl. E.

  • 1.) Messmethode: Nach Karl-Fischer (Titration), da hiermit nur die Feuchtigkeit und nicht auch noch ausdunstende Additive gemessen werden.
    2.) Messgerät: Mettler Toledo C30S+InMotion-K
    3.) Mindestens einmal pro Schicht und Auftrag, ansonsten wie der Prüfplan es fordert (Materialabhängig, Kundenabhängig, Spezifikationsabhängig)
    4.) Soll direkt an der Stelle entnommen werden, wo verpackt wird. (direkt am Oktabin, Sack etc.), in eine kleine dicht schließende Flasche aus PE, PP oder Glas. Das Granulat auf keinen Fall mit den Händen anfassen.

    Wir sind Granulathersteller. Handelswaren werden von uns nicht geprüft!

    Edited once, last by petersj (June 4, 2021 at 6:58 AM).

  • Wir setzen das "Aquatrac" von Brabender ein.

    Bei hygroskopischen Materialien wird vor dem Produktionsstart direkt aus dem Trockenofen eine Probe entnommen, wenn dieser mehrere Maschinen versorgt, ansonsten, bei Einzelmaschinen, wird die Probe aus dem Trichter entnommen.

    Zwischendurch kann/wird auch in "Verdachtsfällen" gemessen.

    Wichtig ist jedoch, ganz egal wie, wo, wann und womit man misst, die von petersj schon angesprochene Probenbehandlung. Probe in jedem Fall in einen geschlossenen Behälter transportieren und diesen ganz mit Material füllen, auch wenn die die benötigte Probenmenge übersteigt. Es sollte sich so wenig wie möglich Luft im Behälter befinden.

    Probe entnehmen und schnellstmöglich testen!

  • Vielen Dank Gemeinde für die raschen Antworten.

    Vll. sollte ich vorerst mein Problem schildern. Ich bin / war es gewonnt, auch mit dem Brabender Gerät wie qs zu arbeiten, fande die Handhabung sowie die Dauer der Messung störend, jedoch sonst sehr zufrieden damit.

    Jetzt habe ich ein Mettler Toledo (nachfolgend MT benannt) vor mir stehen und eine Gebrauchsanleitung :confused_face:

    Zum Brabender war, in meinen Augen, eine umfassende Anleitung zum Prüfen von Kunststoffen vorhanden. Ob diese dazu war, oder erst erstellt wurde weis ich nicht. Zum MT habe ich so etwas nicht. Es kann ja zur Restfeuchtebestimmung von allen möglichen Stoffen verwendet werden, wenn ich das Richtig verstanden habe? Wie das MT funktioniert ist mir bekannt, jetzt stellt sich mir die Frage, welche Temperatur stelle ich zum Beispiel für meine verschiedenen Kunststoffsorten ein? Bis jetzt benutzt man die eingestellte Trocknungstemperatur als Prüftemperatur. Kuka, gibt es eine Liste für die Prüfkriterien der Kunststoffe?

    M.f.G. Otl. E.

  • Mmmh, das muss ich nachforschen.
    Wir haben dieses Gerät kaufen müssen um unser "Holzmaterial" vor der Trocknung, nach der Trocknung und nach dem spritzen zu prüfen. Jeweils mit einer konstanten Temperatur, konstantes Gewicht und über 10min Länge. Die Temperatur weiß ich jetzt nicht, aber auch diese wurde uns vorgesetzt.
    Erkundigen kann ich mich mal, dauert aber bis morgen;)

    Wir haben solch eine:
    Please login to see this link.

  • Ich sehe das so:
    Wird bei der Temperatur geprüft bei der getrocknet wird, kann ja eigentlich nichts mehr an Feuchte rauskommen. Die Prüftemperatur muss also (m.E.) deutlich über der Trocknungstemperatur liegen.
    Bei unserer Messung nach Karl-Fischer wird das Granulat pauschal bei allen Thermoplasten auf 200°C erhitzt. Die dabei austretende Feuchtigkeit wird per trockenem Stickstoff in die Messreagenz geleitet und entsprechend geprüft. Und bei 200°C bleibt keine Feuchtigkeit mehr im Granulat. Die Messung dauert in der Regel 10 min. Sollte eine Messung länger als 10min dauern wird automatisch abgebrochen, da die Restfeuchte dann größer als 1% sein wird, was dann nicht akzeptabel ist

  • dito petersj, sehe ich auch so. Drauf gekommen bin ich, weil das zu prüfende Material ständig super, idealwerte aufweist.

    Das Brabender braucht die Faktoren: Temperatur, Gewicht und Dichte, war mir auch einleuchtend. Das MT ermittelt den Wert nur über das Gewicht, ausgestattet mit einer Feinstwaage (drei Stellen nach dem Komma) kann es das vermutlich auch. Jedoch fehlen mir hier die Grundeinstellungen. Das MT hat vielerlei Einstellmöglichkeiten. Was verwende ich bei welchem Kunststoff? In der Anleitung finde ich nichts. Darum meine Anfrage an die Aussenwelt.

    Kuka, wir haben hier das selbe Gerät im Einsatz.

  • Werde mir mal die Einstellung anschauen und dann berichten. Soweit mir in Erinnerung, waren es für alle Kunststoffe 140°C und 2 - 5g, aber das ist aus dem Kopf nicht 100%ig.
    Das Gerät war bisher verlässlich, es zeigte Abweichungen, wenn wir Probleme beim spritzen hatten :D:D

  • Also, die Messparameter sind bei allen Kunststoffen gleich.

    Zeit: 10min
    Gewicht: ca. 10g
    Temperatur: 105°C

    So sind die besten Ergebnisse zu erwarten, die nach 3 Jahren gebrauch auch einen Sinn ergeben.

  • Guten Morgen geschätzte Gemeinde,

    folgendes habe ich heute zu berichten. Habe mit dem Aussendienstler von MT gesprochen, dieser hat mir gesagt, dass es für jeden Kunststoff verschiedene Prüfkriterien gibt. Ich habe mich sehr über diese Aussage gefreut, konnte mir dies ja schon denken.

    Man lässt mir eine Liste mit den verschiedenen Kunststoffsorten zukommen, wenn ich diese habe werde ich einmal darüber schauen und berichten. Bis dahin verbleibe ich vorerst

    m.f.G. Otl. E.

  • Hallo zusammen,

    wir hatten ein paar Tage ein Precisa XM60-DRS zum testen im Haus. Egal welche Granulat ich gemessen habe, es kamen immer Werte 0,20-0,43 als Ergebnis. Trockenanlage wurde vor 4 Wochen überprüft und Regenerierheizung und Trockenbehälter ausgetauscht. Diese sollte eigentlich i.O. sein. Deshalb habe ich noch von einem Unterlieferanten Material zum testen verwendet, auch hier die gleichen hohen Ergebnisse. Habe noch einen Extremversuch durchgeführt, PA66GF30 140 °C 24h getrocknet, auch hier immer noch 0,24%. Ich vermute, dass hier auch die Additive rausgesaugt werden was mir aber dann nichts bringt da ich die tatsächlichen Werte benötige, PA66 GF30 0,03-0,06 %. Auch die Reproduzierbarkeit ließ zu Wünschen übrig, z.T. 6 Messungen hintereinander durchgeführt, 0,23//0,27//0,25//0,31//0,34//0,33

    Kennt jemand dieses Gerät oder kann sonst was dazu sagen.

  • Ich kann nur wiederholend sagen:

    Bei Feuchtemessgeräten, die gravimetrisch arbeiten (Gewichtsverlust beim Erhitzen) kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Additive als Feuchtigkeit gemessen werden.

    Selbst unsere Produktion (Kompoundierung) ist mittlerer Weile von dieser Prüfmethode nicht mehr überzeugt und gibt daher Zwischenproben für Schnellmessungen an uns (Labor), da wir nach Karl-Fischer-Titration messen. Und dabei wird wirklich nur H²O berücksichtigt. (siehe oben)

  • Da ist sie wieder, die niemals endende Thematik :grinning_squinting_face:

    Ich persönlich vertraue der gravimetrischen Variante ebenfalls nicht, daher bleibe ich beim vielzitierten "Aquatrac" !

  • Nun, man könnte es ja verstehen, wenn man 1.) die Preise vergleicht und 2.) damit konfrontiert ist, Chemie zu kaufen, die auch noch regelmäßig entsorgt werden muss. Und bei K-F kommt noch der getrocknete Stickstoff hinzu. Da ist man allzuleicht geneigt die kostengünstigere Methode zu wählen. Später kommt dann u.U. das böse Erwachen - oder wenns nicht kommt hat man eben immer feuchten Kunststoff. Mann kann ja einen Faktor festlegen, mit dem der gemessene Wert dann noch multipliziert wird - macht sich auch immer in den Qualitätsvorschriften gut wenn ein Messwert noch ein bis zwei Mal umgerechnet werden muß. Wichtig, Wichtig. :grinning_squinting_face:

  • Dieses Thema ist zwar schon ewig alt, kommt aber in fast jeder Verarbeitungsfirma mit schöner Regelmäßigkeit wieder hoch.
    Wie oben schon gesagt, ist eine gravimetrische Bestimmung - besonders bei Kunststoffen mit einer Flüssigadditivierung - oftmals sehr ungenau, weil die ausdunstenden Additive dann an der Messung immer teilnehmen. Das ist aber prinzipiell nicht gewünscht. Deshalb muss auf eine Messung mit entsprechenden Reagenzien umgestiegen werden, besonders, wenn eine Genauigkeit von mindestens 0,001% gewünscht wird. Da kommt dann entweder eine Messung nach Karl-Fischer (K-F) in Frage oder die Systematik des Aquatrac von Brabender.
    Wir haben in umfangreichen Versuchen viele Geräte miteinander verglichen. Ganz hinten standen die rein gravimetrischen Methoden, die sogar bei den Überprüfungen mit einem genormten Standard (ja, sowas gibt es zu kaufen!) schon gravierende Abweichungen untereinander und auch von Messung zu Messung zeigten. Die Geräte nach dem Prinzip von Brabender waren schon deutlich besser. Jedoch fanden wir auch dabei noch z.T. Abweichungen, die für uns nicht akzeptabel waren. Bei den Messgeräten nach K-F und dabei vor allem von Mettler Toledo, waren die Abweichungen (nach unseren Wünschen) als minimal zu bezeichnen. Daher haben wir uns für die M-T-Geräte entschieden. Der Preis lag 2018 bei 23-24.000.- €
    Dazu kommen noch wöchentlich die entsprechenden Chemikalien und der trockene Stickstoff (den wir allerdings inzwischen mit einem entsprechenden Generator aus der betrieblichen Druckluft erzeugen. geht sehr gut und spart richtig Kohle). Nun haben wir allerdings auch so viele "Feuchten" zu messen, dass wir mittlerer Weile schon 3 Geräte mit entsprechenden Rotations-Probensamplern im Werk in Hamburg in Betrieb haben. Für eine entsprechende Dokumentation laufen die Anlagen dabei über das Netzwerk, wodurch auch entsprechende Protokolle erzeugt werden können. Wichtig ist auch eine zumindest wöchentliche gründliche Reinigung. Es wird mit Glasfläschchen beprobt, bei denen die Deckel den Hauptpreis ausmachen (äußerst ungünstig).
    Aber je höher die erforderliche Genauigkeit, desto höher auch der Einzelpreis der Anlagen.
    Bei den gravimetrischen Geräten kann der Messwert als "über den Daumen gepeilt" bezeichnet werden. Das kann evtl. für eine gelegentliche Überprüfung durchaus ausreichend sein. Man sollte trotz einer vermeintlich hohen Anzeigegenauigkeit den Messwert aber in der zumindest dritten Stelle hinter dem Komma nicht mehr verwenden.

  • Hallo zusammen, mich würde interessieren ob es noch ein paar andere Hersteller von solchen Geräten gibt. Wir sind eine sehr spezielle Firma in Sachen Spritzguss. Wir benutzen einen Hydrotracer von aboni. Und haben derzeit ein paar Probleme, die wir uns sehr schlecht erklären können.

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