Konditionierung von PA 6.6

  • Hallo,
    vielleicht kann mir jemand helfen. Habe folgende Ergebnisse beim Konditionierversuchen bekommen. PA 6.6 in 24h Wasserbad und anschließender Luftlagerung nach 30 Tagen ca. 1,1% und bei reiner Luftlagerung nach 30 Tagen betrug der Wert ca. 0,8%
    Kann das sein? Was ist der Grund?

    Vielen Dank für eure Hilfe

    Otmar

  • Das liegt daran, dass das Material hygroskopisch (Wasseranziehend) ist. Wenn PA verarbeitet wurde und vorher getrocknet worden ist, ist die Wasseraufnahme in den ersten Stunden nach der Herstellung bedeutend größer als nach einigen Tagen. Wird der Artikel dann direkt in ein Wasserbad gestellt nimm das PA mehr Wasser auf als wenn es sich an der Luft befindet, da halt mehr Wasser in dem Wasserbad zur Verfügung steht als in der Luft vorhanden ist. Dadurch kommt es zu einer höheren Wasseraufnahme (gieriges PA :winking_face: ). Die Wasseraufnahme nimmt mit der Zeit ab. Irgendwann ist das PA gesättigt. Nach 30 Tagen ist das PA noch nicht gesättigt, daher hast Du auch einen Unterschied in der Wasseraufnahme, da der eine Artikel am Anfang mehr aufnehmen konnte wie der andere.

  • Hier sind noch einige Fragen offen!

    otmar.mertens:

    - Ist das PA66 mit Füllstoffen versehen ( Glasfaser ect.) wenn ja, wie hoch ist der Prozentsatz?
    - Wie dick ist das PA-Teil? Die Wandstärke ist mit ausschlaggebend, wann das PA gesättigt ist.
    - Wie war die Wassertemperatur des Wasserbades?
    - Wie hoch war die Wz.-Temperatur ? "Kalte" Werkzeuge erhöhen die Wasseraufnahme!
    - Wie HK schon ansprach, Was hatte das Material für eine Verarbeitungsfeuchte?

    Der Wassergehalt der Stäbe aus dem Wasserbad beträgt bei Dir 1,1 %. Wie hoch ist der Wert denn bei frisch aus dem Wasser und abgetupften Teilen?

    Wenn ich Stäbe konditioniere ( In diesem Fall jedoch PA 6 ) erreiche ich nach 15 Stunden und einer Wassertemperatur von 65°C einen Feuchtewert von 1,8 - 2,1 % ! Soweit mir bekannt ist, liegt die Wasseraufnahme von PA6.6.höher.


    :question_mark: :question_mark: :question_mark:

  • Hallo alle zusammen,


    ganz wichtig bei der Wasseraufnahme ist die Wanddicke.

    Ein dünner Artikel konditioniert sich auch an der Umgebungsluft relativ schnell. Bei dickwandigen Bauteilen dauert das alles etwas länger.

    Hierzu gibt es auch eine Faustformel, die ich aber leider momentan nicht parat habe.

  • Hallo,

    erstmal vielen Dank an alle, auch für die schnellen Antworten. Die Erklärung haben wir zum Verständnis beigetragen. Auch die Fragen (kann ich leider kurzfristig nicht beantworten) zeigen, dass das Thema sehr komplex ist, und es nicht damit abgetan ist, "Teile einfach nur ins Wasser zu schmeißen"
    Vielen Dank nochmals.

    Otmar

  • JAAA das liebe PA.
    Wir haben mehrere Artikel nach einer Klimatabelle gefertigt, da diese Weltweit verschickt wurden. Die Artikel aus dem Asiatischen Raum kamen anfangs regelmäßig wieder, da zu gross. Denn die Luftfeuchtigkeit war dort erheblich grösser als in DE.
    Jeder Artikel ist bei uns mit der passenden Konditunierzeit hinterlegt, und wenn nicht peinlichst darauf geachtet wird, gibt es eine schöne Reklamation.

  • Hallo Zusammen,

    vielleicht noch ein paar weiter Ergänzungen:

    Wo Füllstoffe sind kann kein Wasser sein, mit steigenden Füllstoffgehalt sinkt i.d.R die Feuchteaufnahme.
    PA 6 nimmt mehr Feuchte auf als PA 6.6. Es gibt schon Typen die hinsichtlich der Feuchteaufnahme verbessert wurden.
    Aufnahme hängt von der Umgebungsfeuchte und der Temperatur ab.

    Feuchteaufnahme ist Designabhängig, wie schon beschrieben.

    Es gibtz.B. bei der Fa. Hein ( Konstruktionsbüro) auch Tabellen zu kaufen, wo mittels Versuchen Maßabhängigkeiten ermittelt wurden.

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