Investition in Anlage zum Spritzen kleiner PP-Teile


  • Hallo zusammen, mein Name ist Jan und ich habe ein kleines Unternehmen in der Holzindustrie und fertige kleine Holzteile. Nun denke ich darüber nach, ähnlich kleine Teile selbst aus PP zu fertigen anstatt fertigen zu lassen. Es handelt sich um zylindrische Scheiben mit 70mm Durchmesser und 5mm Höhe und ein paar verzierungen. das PP muss mit Treibmitteln angereichert werden, da ich einen geschäumten innenraum benötige.
    Jahresproduktionsmenge zunächst ca. 50.000 Stück. Materialgewicht pro Teil ca. 8 gramm
    Für mich als Laien hört sich das gar nicht so schwierig an, zumindest wüsste ich wie ich es mit Holz mache.

    Nun meine eigentliche Frage:
    Was müsste ich in eine gebrauchte Maschine/Anlage investieren, die meine Anforderungen erfüllt? (So mit allem Zipp und Zapp startklar, Knopf drücken und los gehts)
    Was würde ein einfach- Werkzeug /Form (ca.) kosten.
    Was schätzt ihr würde am ende ein solches Teil in der Herstellung kosten?

    Ach ja, Platz hätte ich für eine kleine Maschine bis ca. 350Kn, reicht mir solch ein Teil dann auch für größere stückzahlen? so bis 1 mio teile pro Jahr?

    Bitte lächelt über mögliche Dummheiten, aber ein Holzwurm wird nicht über Nacht zum Plastiker, und es ist ja auch nur eine Überlegung. Mit Lohnfertigern bin ich natürlich bereits im Gespräch, aber die geben mir verständlicherweise keine Tipps.

    Vielen Dank für eure Geduld und Antworten.
    PS: ich habe im Forum bereits gesucht, habe aber nichts vergleichbares gefunden.

  • Ich häng dir einfach mal dieses Thema hier rein:
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    Die Größe der Maschine richtet sich nach deinem Werkzeug und die Anzahl der Kavitäten und das Material. Das können wir aber noch ausführlicher machen, oder es wird sogar in dem oberen Thema besprochen.
    Wenn es die Zulieferteile schon gibt, besitzt du evtl. die Rechte an dem Werkzeug oder irgendetwas anderem?

  • Bei einem 1-fach Werkzeug und einer angenommenen Zykluszeit von 30 sec müsste deine Maschine gut 347 Tage ohne Unterbrechung durchlaufen um 1.000.000 Teile zu produzieren.

    diese Anzahl ist aber für ein Spritzgießwerkzeug ohne Aufarbeitung kaum zu schaffen. Ebenso wird eine gebrauchte Maschine ohne Reparaturen und Wartung diese Schußzahl kaum erreichen. Ich würde zu einer etwas größeren Maschine und mindestens einem 4-fach Werkzeug raten. eine 500kN Maschine ist kaum größer (Arburg ca 360 x 120 cm).

  • Hallo petersj,

    Sind 30 sekunden deine realistische Einschätzung oder war das nur mal eine Hausnummer? Die 1 Mio Teile benötige ich dann, wenn ich merk dass das Produkt sich gut verkauft. Dann würde ich natürlich auch mehr Geld in eine x-fach Form investieren.
    Danke für deinen Input!

    Gruss, Jean

  • Ich denke, dass das eine durchaus realistische Einschätzung ist. Durch das Schäumen besteht in dem Teil ein gewisser Gasdruck. Wird das Teil zu früh entformt, bläht es sich ausserhalb der Form noch weiter als erwünscht auf, da der Kunststoff noch teigig ist. Es muss also so lange in der Form bleiben, bis es so weit erstarrt ist, dass die Form durch den Innendruck nicht mehr verloren geht.

    Übrigens musst du dich zur Maschine auch um eine ausreichende Kühlwasserversorgung kümmern. Und das Werkzeug muss eine konstante Temperatur haben um den Schäumungsprozess im Griff zu behalten. Leitungswasser (Trinkwasser) wird auf Dauer zu teuer und ist genauso wie Regenwasser oder Teich-/Flußwasser nicht unbedingt geeignet.

  • Auf 1-fach würde ich dennoch nicht zurückgreifen, mindestens 2-fach, damit das sich auch lohnt.
    Die Zuhaltekraft kannst du mit einem bereits existierenden Werkzeug austesten, da es verschiedene Schäumverfahren gibt, muss es nicht unbedingt eine hohe Zuhaltung sein.

    Weißt du wie deine Zukaufteile hergestellt werden?
    Ist es dein Werkzeug oder kaufst du wirklich nur die Teile?

  • Ich hab mal kurz gerechnet und rechnen lassen.

    Durchm. 70mm = 38,5cm² Oberfläche einfach

    Empfohlene Zuhaltekraft: 114 - 247 kN Ich würde da die Mitte empfehlen.

    Mit einem 2-fach Werkzeug sind dann die 350kN schon fast erreicht. (2 mal die Oberfläche = doppelte Zuhaltekraft notwendig).

    Wenn die Dekorationen am Rand der Scheibe sind und nicht auf der Kreisfläche kommen beim Werkzeugbau neue Probleme auf dich zu!


    Das Schäumen ist ein Verfahren, dass auch beherrscht werden will. Wenn vom Spritzguß überhaupt kein Plan besteht, ist es mit "Maschine hinstellen, Knopf drücken - läuft" definitiv nicht getan. Irgendwer sollte die Maschine aufstellen, ausrichten, einrichten und dann fangen die Versuche für das Schäumen an. Das Ergebnis ist am Anfang selten so, wie man es sich wünscht! Da gehört schon ein kleines bischen "Knoff-Hoff" dazu.

  • Hi@ all,

    jan spricht aber nicht von schäumen, wenn ich ihn richtig verstehe,

    will er ja nur dem PP ein Treibmittel zusetzen.

    Würde es aber auch auf jeden Fall in 2-fach produzieren, spart dir immerhin die Hälfte der Maschinenlaufzeit,

    was ja auch einen erheblichen Kostenfaktor darstellt.

  • Ja, zugegeben, ich hab "Schäumen" gesagt. Ich meine aber nicht das wirkliche Schäumen. Sondern in diesem Fall genau diese Zugabe von Treibmitteln - wodurch ja auch ein gewisser Anteil Schaumstruktur entsteht. Aber auch diese Methode der Treibmittelzugabe ist nicht immer leicht zu regieren.

    Zuviel oder zu wenig, oder nicht ganz das richtige Mittel oder zwar die richtige Menge aber nicht die richtige Konzentration - alles hier im Forum auch schon besprochen - muss erfahren werden. Denn das ist immer Material- und Prozessabhängig.

  • Hallo Jan

    tönt interessant und dürfte nicht unmöglich sein.
    Die Scheibe darf wo angespritzt werden (Freistrahlbildung) und wie muss die Verzierung sichtbar sein ?
    Farbe des Teils ?
    Jahresmenge 50'000 Stk. bis 1'000'000 in welchem Zeitrahmen ?
    Mit Kalt- oder Heisskanal ?
    Vielleicht beginnen mit einem Zulieferer ?
    Weshalb den Innenraum geschäumt ?
    PP ist nicht gleich PP ?
    WZ-Bauer hätte ich einen sehr günstigen und schnellen.
    Maschine dürfte sich auch finden lassen. Nur mit der Maschine alleine ist es nicht getan. Eventuell brauchst Du eine Förderer, Angusspicker usw. und vielleicht hast Du noch mehr Holzartikel die mit Kunststoff gefertigt werden können.
    Vielleicht müssen wir uns mal zusammensetzen. Ich werde Dir mehr verraten über das Buch der sieben Siegel beim Kunststoff :grinning_squinting_face:

    mfg

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