• Hallo zusammen,

    ich habe gerade Probleme beim Verarbeiten von Bayblend.
    Ich habe eine neue Charge bekommen und seit dem nur Probleme. Die Teile füllen viel schlechter und beim Auswerfen kracht es so stark, daß ich um meine Auswerfer Angst haben muß.
    Hab mir jetzt von beiden Chargen das Prüfzeugnis schicken lassen und bin nun am grübeln. Je höher der MVR Wert ist, um so besser müßte das Mat. doch fliesen. Ist hier aber irgendwie anders. Ich setz die Werte mal unten hin, damit Ihr seht was ich so habe.

    Gute Charge:

    aIN = 30,8
    Vicat = 119
    MVR = 10,7

    Schlechte Charge:

    aIN = 47,1
    Vicat = 119
    MVR = 12,7

    Schreibt mal was Ihr meint.

  • Hallo Alex,

    was meinst du mit "kracht es" ???

    Wenn der MVR höher ist, sind fließt das Material besser, das ist richtig. Kann es sein das du die gleichen Spritzparameter hast wie bei der ersten Charge und somit das Werkzeug überlädst? Sind die Teile nun schwerer als vorher, oder gleich/leichter????

  • 1. weiß nicht was der aIN Wert bedeutet. Ich dachte Ihr könnt mir das sagen.

    2. das ist ja der Spaß. Der MVR Wert ist höher aber die Teile füllen viel schlechter. Mit unserer alten Einstellung sind die Teile nicht voll, und es knackt schon beim Auswerfen. Nachdem ich die Parameter so angepasst hatte, daß die Teile wieder gut waren knackte es nicht mehr sondern krachte es.
    Das Wkz läuft mangels anderen Mat. nun zwar so, aber schön ist das nicht.

  • Standardfrage: Ist das Material trocken!

    Möglicherweise ist auch der PC-Anteil in dieser Charge höher!!!
    Hast du schon versucht, mit der Temperatur etwas höher zu gehen???

    Eine vielleicht doofe Frage?? in welcher Einheit ist der aIN-Wert angegeben???
    Ist es kJ/m²???

    Edited 2 times, last by qs (March 12, 2007 at 12:42 PM).

  • Hallo,

    der MFI-Wert sagt nicht umbedingt immer etwas über die Fließfähigkeit aus. Es kommt auch darauf an wie schnell das Material die Wärme abgibt und wie die "aushärtezeit" (Kristallisation) ist.

  • Quote

    Original von qs
    Standardfrage: Ist das Material trocken!

    Möglicherweise ist auch der PC-Anteil in dieser Charge höher!!!
    Hast du schon versucht, mit der Temperatur etwas höher zu gehen???

    Eine vielleicht doofe Frage?? in welcher Einheit ist der aIN-Wert angegeben???
    Ist es kJ/m²???

    Das Material ist trocken, habs messen lassen.

    Habe die Temp. höher nehmen müssen

    richtig.

    Mat ist Bayblend T65

    Edited once, last by Alex (March 12, 2007 at 2:43 PM).

  • Quote

    Original von Alex

    Das Material ist trocken, habs messen lassen.

    Habe die Temp. höher nehmen müssen

    richtig.

    Mat ist Bayblend T65

    Hallo Alex, was richtig??? Die Einheit kJ/m²???

  • Hallo,

    da kann ich mich QS nur anschließen, evtl. ist der PC-Anzteil größer als beim letzten mal.

    Am besten andere Charge besorgen, wenn die denn schnell verfügbar ist.
    Auf jeden Fall einen Sack von dieser Charge weglegen für ggf. nachher durchzuführende Prüfungen.

    Fließspirale ist gug, wenn man denn ein Werkezug hat!

    Wie lange ist das Material denn getrocknt worden und bei welchen Temperaturen? Bei dem hohen PC - Anteil kann es sein, dass das
    Material schon geschädigt ist!

    Gruss
    Zauberer

  • So, ich gehe mal vorraus !!
    ( sonst traut sich ja wieder keiner, sich eventuell völlig lächerlich zu machen, hehe :grinning_squinting_face: )

    Also, wenn mich nicht alles täuscht, sagt das sagenumwogene "aIN" etwas über den Schlagzähigkeitswert nach Izod ( I=Izod, N=Notched ). Die würde folgendes bedeuten:

    Die "Gute" Charge hat eine Kerbschlagzähigkeit von 30,8 kJ/m², die "Schlechte" Charge eine Kerbschlagzähigkeit von 47,1 kJ/m².
    Das wäre ein plus von ca. 50 %!!!
    Nach Izod arbeite ich zwar nicht, aber bei Charpy ist das ein ziemlicher Anstieg, innerhalb eines Materials, auch wenn gewisse Schwankungen von Charge zu Charge normal sind,
    aber:

    Höhere Zähigkeit weist auf eine geringere Steifigkeit hin ( eigentlich müsste der E-Modul der " Schlechten " Charge niedriger ausfallen ( Theoretisch).
    Ich habe momentan nicht die Kerbschlagwerte ( Charpy ) von PC im Kopf, aber die Typen die ich kenne, weisen bei der Schlagzähigkeit ( ungekerbt ) keinen Bruch auf!
    Dieses wiederum würde die Theorie des erhöhten PC-Anteils wiederspiegeln. Allerdings weiß ich nicht, ob in dem Blend eine mittel,- oder hochschlagfeste ABS-Type zum Einsatz gekommen ist. ( Bin ja schließlich kein Chemiker! )

    Obacht:

    Diese Theorien stützen sich auf den Verdacht, dass es sich bei dem Kürzel um die Werte der Schlagzähigkeit nach Izod handelt, falls nicht:......... Vergesst es :):)

    Edited 3 times, last by qs (March 13, 2007 at 12:40 PM).

  • hallo QS,

    kann Dir nur zustimmen:

    Eine Chargenschwankung von 50% ist nicht in Ordnung!

    Im allegemeinen geht man von Chargenschwankungen von bis zu +- 10% aus, es sein denn, man vereinbart etwas anderes.

    Auf jeden Fall würde ich die Toleranzen der Werte vom Hersteller nachfragen, dann kann man, was zugesichert wurde und im Datenblatt steht. So kann man dem Lieferanten am besten die Karten legen!

    Gruss
    zauberer

  • Nebenbei bemerkt:

    Wenn man sich das Datenblatt des Herstellers ansieht, entspricht die " Schlechte " Charge mehr den Angabe als wie die "Gute" Charge!!!

  • So, der Hr. Anwendungstechniker war nun im Hause.

    Er versteht schon mal nicht, wo dieses Mat. hergestellt wird.
    Normalerweise hat das Bayblend von Ihnen Linsenform, und das sind Stäbe.
    Muß wohl aus einem Werk sein, daß er im Augenblick nicht kennt.

    Die Schwankungen beim Einspritzen kann er sich auch nicht erklären, da der MVR Wert höher ist, müßte es ja auch leichter fliesen und nicht umgekehrt.
    ( So weit war ich auch schon :grinning_squinting_face: )

    Die Schwankungen im Datenblatt wären leicht zu erklären. Jetzt kommts:
    Ich dachte immer das wären gesteuerte Maschinen die sich nach genauen Prozentangaben Ihr Mat. mischen.
    Falsch gedacht.
    Der Vergleich mit einem Bauarbeiter und einem Betonmischer würde wohl eher passen. Den genauen Ablauf wollte er mir nicht sagen, aber grob erklärt mischt eine Person immer 50 Kg weise das Mat. zusammen. 50 Kg von 1 + 50 Kg von 2 und dann wieder 50 Kg von 1 usw.
    Sollte diese Person mal nicht 50 sonder 55Kg reinmischen, ändert sich eben alles.

    So sieht der Hightec Ablauf bei einer Weltfirma aus. :angry_face:

  • Sehr nett,

    aber, es verwundert kaum!!!!! :O
    Es gab u.a. einen Weltkonzern ( also es gibt ihn immernoch ), der aus Personellen Gründen nicht für jede Charge ein Werkprüfzeugnis erstellen konnte!!

    Soviel dazu!!!

  • Hallo,

    na dann wissen wir ja Bescheid!

    Es kann ja auch sein, dass ihr da ein material für Orginal untergeschoben bekommen habt was nicht original ist!

    Ferner können sehr starke Schwankungen auch durch den Herstellort des mat. bedingt sein.
    Klingt ungluabwürdig, ist aber so.

    Ich habe es erlebt, dass sich eine Charge gut und die andere schlecht bis gar nicht verarbeiten liess:
    Dei eine wurde in Deutschalnd hergestellt und die andere in Spanien. Aufgrund unterscheidlicher Umweltauflagen (vor Jahren) war es so, dass der monomere Anteil in dem Deutschen Material hoher war und im Spanischen fehlte. Das machte die unterscheidlichen Eingenschaften bei eine und demselben Material aus.
    Dadurch bedingt ghab es auch eine unterscheidliceh Verteilungskurve der Molekulargewichte...

    Wichtig nur, dass der Kollege gesehe4n hat, was für einen Mist ihr habt. Der kann sicherlich etwas bewegen, denn wenn ein Kunde anruft, ist der ja grundsätzlich zu blöd!

    Gruss
    Z.

  • Hallo Zauberer,

    da kann ich dir nur zustimmen.

    In der Tat kann eine Type aus Werk "A" andere Werte Haben als das aus Werk"B", das wiederum andere als das aus Werk "C". Auch die Standorte können entscheidend dein.
    Selbst hin zur Granulatform gibt es da Unterschiede!!!

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