Werkzeugtemperatur PBT

  • Ich habe Füllprobleme mit PBT Arnite und will über 80° temperieren, eventuell auch 100°. Habt Ihr Erfahrungen bezügliche Wkz-Temp und Einspritzdruck? Wie hoch stellt Ihr Eure Wkz-Temp ein? Danke für Eure Hilfe.

  • Hallo Bubblemaker,

    habe ich mich mehr als 7 Jahre mit Beschäftigt und nie Probleme gehabt.
    :smiling_face_with_sunglasses:

    "Ist gar nicht so schlimm" (Zitat von Dir zu einer konkreten Frage von mir im Forum.) :grinning_squinting_face:
    Aber zum Glück bin ich ja nicht nachtragend!
    ------------

    Pauschale Aussage kann ich nicht geben, dazu muss ich das Material (hersteller usw.) kennen.

    Die von Dir angegebenen 80°C ist aus meiner Sicht die unterste Werkzeugwandtemperatur!
    Ich kenen "wahre" Experten, die PMT(P) auch mit kaltem WZ gefahren haben, aber dass war nicht so der Erfolg (Zahnräder).

    PBT ist ein teilkristalliner Werkstoff und benötigt, um seine vollen eigenschaften zu entfalten "zeit" in der Abkühlphase, und die wird ihm bekannter Maßen durch eine hohe Werkezugwandtemperatur gegeben

    Je nach Typ sind auch 140°C denkbar.

    Ich selber habe es meistens mit 90°C gefahren, aber auch mit Druckwassergeräten zwischen 100 und 110°C.

    Wichtig ist dann auch, dass Du die Schmelze warm genug machst (typabhängig).
    Bitte immer die Schmelzetemperatur messen, niemals auf die Zylindertemperaturanzeige verlassen!
    Die Wahl der Temperatur ist auch von der Verweilzeit abhängig!

    Gruss
    zauberer

    Edited 3 times, last by Zauberer (July 17, 2007 at 5:28 PM).

  • Das passt sich Gut....
    Ich mit LCP und Du mit PBT.
    Ich glaube wir müssen uns doch mal treffen.

  • Hallo Bubbelmaker,

    Habe mich mal ein bischen Sclau gemacht!
    Die Lektüre sagt:

    Verarbeitungstemperatur: 230°C bis 270°C Wz. 30°C bis 60°C ( finde ich ein bischen niedrig!!, aber naja! ) Bei zunehmender Wt.-Temp. bis 140°C !!!! wird die Nachschwindung sehr gering!!!
    Drücke: 1000 - 1700 bar, wegen Lunkern, langer Nachdruck!!!!

  • hallo qs,

    die angegebenen Temperaturen für das WZ sind zu niedrig!
    das machen nur "kaltspritzer" und windern sich, warum die teile brechen!
    (vgl. mein beitrag)

    Die sich einstellenden Spritzdrücke sind stark von der teilegeometrie und von der Anspritzsituation abhängig!
    daher tue ich mich immer schwer, ohne präzise Kenntnisse eine Aussage zu treffen!

    Gruss
    zauberer

    17.07.2007 / 17:40
    hallo QS,

    das buch habe ic ja auch schon öfter Zitiert, ist auch ein gutes Buch.
    denn darin steht:
    "Werkzeugtemperaturen 30°C bis 140°C; amorhpe Typen bei niedrigen, teilkristalline Typen bei hohen Werkzeugtemperaturen." (9. Auflage, Seite 138 ).
    daher ist es imemr wichtig, dass man möglichst genaue Angaben zum Material usw. macht.
    Aber das liegt ja an den "Themenstartern"

    Edited 2 times, last by Zauberer (July 17, 2007 at 5:44 PM).

  • Hallo Zauberer....


    Die Werte 30°C- 60°C sind mir auch zu niedrig, habe ich ja auch geschrieben!!!!!
    Wie ich weiter erwähnte, habe ich ein Fachbuch zitiert ( Werkstoff-Führer Kunststoffe )!!!

    Ich denke auch, das eine wz. Temperatur über 80°C ein Muss sind!!
    30°C kann man vergessen, da man dann auch gleich die kristallisation vergessen kann!
    Nur, warum stehen die Werte dann im Buch???
    Was die Drücke angeht:
    Klar hängen die von vielen Faktoren ab, waren ja auch nur Richtwerte!!

  • Hallo,
    PBT sollte man je nach Herstller bei Werkzeugtemperatur zwischen 80°C - 140°C fahren. Dafür empfehlen sich Temperiergeräte die als Temperiermedium Wärmeträgeröl verwenden. Habe ich gute Erfahrung mit gemacht. Voraussetzung ist natürlich das saubere Arbeiten mit diesen Geräten, da ansonsten die schmiererei losgeht.

  • Hallo Bubblemaker,

    fängst du mit der Verarbeitung erst an, oder hast du Probleme

    den Prozess stabil zu halten?


    HK,

    bin froh, dass wir fast alle Geräte auf Wasser umgestellt haben, eben

    wegen dieser Schmiererei, bis 140°C gibt`s zum Glück sehr gute

    Temperiergeräte mit Wasser.

    mfg
    Peter

  • Hallo zusammen,

    kann mich nur dem anschließen, was peri schrieb.

    Ergänzen möchte ich noch etwas den Hintergrund (für + wieder) Wasser+ oder Öltemperierung.

    Zunächst sind temperiergeräte auf demmarkt, dei mit Wasser bist 160°C gehen (Druckwassergeräte). Es soll auch schon Geräte geben, dei beis 180°C gehen, aber da liegen noch keine langjährigen Erfahrungen vor.

    Die Kennwerte für die Wärmeleitfähigkeit liegen beim Wasser etwa um den Faktor 3 besser als bei Wärmetrögerölen. Dies bedeutet, dass man, bei gleicher Wärmeabfuhr, etwas größere Pumpleistungen im Ölgerät, gegenüber dem Wassergerät, benötigt, damit mehr Medium durchgepumt werden kann.

    Sind in einem Betrieb sowohl Wasser als auch Ölgeräte im Einsatz und haben die vielelicht auch noch die gleichen Kupplungen, ist ds chaos schon vorprogrammiert. Es kann zu vermischeungen kommen und dann muss alles gereinigt werden 8Werkezug, Temperiergerät und evtl. die zentrale Wasserversorgung.
    wenn man beide Systeme im Einsatz hat, bleibt nur eines:
    unterschiedliche Kupplungen einsetzen, die nicht kompatibel sind, und das anfertigen von Adapern unter "Prügelstrafe" stellen, sonst machen sich findige Einrichter einfach Adapter. Bevor wieder ein Stab für die Kollegen gebrochen wird: das habe ich selber schon erleben müssen, dass die Kollegen sich etwas gebastelt hatten, obwohl sie darauf hingewieses waren, welche Folgen das hat!

    Was Temperaturen deutlich über 140°C - 160°C angeht, so bleibt nur die Temperierung mit Wärmeträgeröl übrig, da die Anlagentechnik das mit Wasser zu realisieren nicht mehr in eine Produktionshalle gstellt werden kann (Sicherheit), da die Drücke zu hoch werden!

    Gruss
    Zauberer

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