Zykluszeit bestimmen

  • Hallo Zusammen,

    ich schreibe gerade meine Diplomarbeit und muss dafür die Zykluszeiten für Kunststoffspritzteile bestimmen. Sie müssen nicht genau sein, aber annähernd. Für die Nachdruckzeit und die Restkühlzeit habe ich bereits Formeln gefunden.
    Meine Frage ist nun: kommen außer der Einspritzzeit und der Öffnungszeit noch andere Zeiten zu der Zykluszeit hinzu? Und wie berechnen ich diese? Gibt es dafür irgendwo Tabellen, Formeln oder hat man das irgendwann im Blut?

    Wär echt super,wenn mir jemand weiterhelfen könnte!!!
    Viele Grüße, Cathérine

  • Hallo,
    ein Spritzgießzyklus setz sich aus folgenden Zeiten zusammen:
    - Werkzeug schließen
    - Werkzeug öffnen
    - Entnahme / Auswurfzeit
    - Einspritzzeit
    - Nachdruckzeit
    - Kühlzeit
    - Plastifizierzeit
    Die Plastifizierzeit ist allerdings nicht mit in die Zykluszeit einzurechen, da das Plastifizieren während der Kühlzeit abläuft.

    So aus dem Stehgreif kann ich Dir da jetzt keine Berechnungsformeln sagen, müsste ich auch erst nachschauen.
    Nachdruckzeit wird eigendlich nicht berechnet, die ergibt sich aus dem ermitteln des Siegelpunktes. Das meiste ist Erfahrung, ich kennen keinen der groß rumrechnet. Über das Programm Win Cool lässt sich die Kühlzeit und eine Zykluszeitberechnung durchführen, allerdings sind hier auch wieder Erfahrungswerte nötig.
    Hast Du ein spezielles Teil was berechnet werden soll, Foto wär gut, dann kann ich Dir ungefähr die einzelnen Zeiten nennen.

  • Hallo HK,

    da ich ein Kalkulationstool erstell, müssen die Zykluszeiten abschätzbar sein um die Maschinenkosten je Teil zu berechnen. Leider geht es da nicht um ein bestimmtes Teil.
    Aber Danke schonmal für die einzelnen Fasen... werd mich einfach weiter durch Bücher welzen und hoffen was zu finden *g*
    Falls ich schlauer bin werd ich hier meine Idee posten und vielleicht kannst Du dann mal querchecken obs pi mal Daumen hinhaut.

    Grüßle,
    Cathérine

  • Hallo Catherine,
    Problem ist, dass Zeiten wie Werkzeug öffnen schließen sehr abhängig von den Umgebungseinflüssen sind, sprich je Art des Werkzeugs ob mit Kernzügen oder ohne, ob irgendwelche Schieber am Werkzeug vorhanden sind usw. danach richtet sich die Zeit der Fahrbewegungen des Werkzeugs. Dafür gibt es keine pauschalen Formeln.
    Die Kühlzeit ist Wandstärken abhängig. Hier gibt es in Fachbüchern Diagramme zu finden, wobei die von den Erfahrungswerten her auch nicht so ganz passen. Denn hier spielt auch wieder die Kühlauslegung im Werkzeug ne Rolle, je näher ich die Kühlung an die Kavität bekomme, umso bessere Kühlleistung habe ich.

    Vieles von dem ist wirklich Erfahrung und Abschätzung. Kennst Du das Programm Win Cool?
    Damit kann man Zykluszeiten kalkulieren, ist es sowas in der Art was Du erstellen musst?

  • Quote

    Original von TThias
    Das Programm Win Cool ist aber auch nur ein Näherungstool, welches auch nicht ohne Erfahrungswerte auskommt bzw. damit "gefüttert" werden muss.

    Das ist richtig, deswegen ja auch die Frage, ob Catherine so was in der Art darstellen muss.
    Für genauere Kalkulationen muss man dann Programme wie MoldFlow oder der gleichen einsetzen, wobei so Zeiten wie Werkzeug schließen, öffnen man nicht nach einer Formel berechnen kann. Hier ist immer noch Erfahrung bzw. eine Abschätzung notwendig.

  • Hallo zusammen,

    ich muiss ein Tool erstellen um Spritz-Guss-Teile zu kalkualieren und dafür brauch ich ja die Zykluszeit. Dacht jetzt daran, daß die Zeiten, welche Erfahrungswerte sind eben per Hand eingegeben werden müssen und die Kühlzeit mit einer Formel hinterlegt wird... Wie gesagt: es muss nicht genau 100%-tig richtig sein.

    Danke auf jeden Fall!
    Cathérine

  • Danke Schön @ HK!
    Hab mir WinCool angeschaut und so ähnlich hatte ich es auch vor - nur etwas vereinfachter, da ich nicht die Zeit hab all die Daten zu hinterlegen, welche dort für z.B. verschiedene Materialien hinterlegt sind.

    Gibt es eigentlich auch eine Formel für die Nachdruckzeit?
    Hab schon gehört, daß die Restkühlzeit durch 2,34 geteilt werden muss. Aber auch, dass die Nachkühlzeit ca 0,2 der gesamten Kühlzeit ausmacht (welche ich ja aber noch nicht hab...).

    Wenn mir hier noch einer weiter helfen könnte, dann wär ich echt glücklich *g*

    Viele Grüße, Cathérine

  • hallo Catherine,

    die im Link angegebene Kühlzeitgleichung ist als standard anzusehen, sie läßt sich durch die thermodynamischen Gesetzmäßigkeiten und durch die Ähnlichkeitstheorie herleiten.

    es gibt für die unterschiedlichen Werkstoffe Angaben der Hersteller, bei welcher Wandstärke welches Fenster an Nachdruckzeit gefahren werden sollte, aber das ist auc wieder vom Artikel und den Anforderungen abhängig!

    In der Praxis wrd da viel mit Erfahrung, also Ähnlichkeiten gerechnet und dann an der SGm der Siegelpunkt bestimmt, der gibt letztlich die wirksame Nachdruckzeit vor.

  • Quote

    Original von Zauberer

    In der Praxis wrd da viel mit Erfahrung, also Ähnlichkeiten gerechnet und dann an der SGm der Siegelpunkt bestimmt, der gibt letztlich die wirksame Nachdruckzeit vor.

    Genau so, die optimale Nadruckzeit kann nur durch die Siegelpunktermittlung bestimmt werden.
    Erfahrene Leute können ungefähr, wenn sie das Bauteil sehen, die Nachdruckzeit abschätzen. Ist aber halt nur ein Schätzwert.

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