Automatische Qualitätskontrolle

  • Hallo,

    folgendes "Problem". Wir haben einen Dauerläufer, bis jetzt ca. 1,5 Mio. Teile in diesem Jahr, 8-fach 30 sek Zyklus TPE 32g +/- 0,2g
    Im Normalfall ist das nur ein Füllsortiment und läuft in Verbindung mit 1-2 anderen Vollautomaten. Nun sind ein paar halbe Teile beim Kunden aufgetaucht und wir müssen im Moment jedes einzelne Teil mit Kennzeichnung auf Volständigkeit versehen. Natürlich rechnet sich das nicht da dies das Sortiment zu einer Ein-Mannbedienung macht.
    Was ich bis jetzt an Preisen über automatische Kontrollwaagen (Vereinzelung, Kontrollwaagenband, Pusher ca. 30.000 €) gehört hab würde den Kostenrahmen auch ins Rote sprengen.

    Im Moment fällt mir nur einfach keine günstigere und ebenso effektive Möglichkeit ein jedes einzelne Teil zu kontrollieren.
    Kennt Ihr noch Mittel und Wege das einigermaßen effizient zu lösen?
    Danke schonmal im Vorraus für Eure Antworten.

    Edited once, last by KVL (August 7, 2007 at 1:56 PM).

  • Hallo.
    Wir haben seit Jahren ein ähnliches Problem mit einem Automobilteil mit einer Jahresstückzahl von etwa 2 Mio. Stück.
    Es ist immer wunderbar, wenn der Kunde am Jahresende einen Nikolaussack auf dem Tisch ausschüttet und mit den 25 Stück/2.000.000 Stück gefundenen Teilen mit Fehlstellen Bescherung spielt.
    Da diese Teile noch durch eine spätere Montage beim Kunden gehen, fallen sie 100%-ig auf.
    Wir haben auch schon nach zig Möglichkeiten gesucht, die auch praktikabel und kostenmäßig umsetzbar sind.
    Bisher leider ohne Erfolg.

    Die Werkzeuginnendruckmessung ist schön und gut. Aber bei einem 4- oder 8-fach Werkzeug mit verschiedenen Abarten doch nicht das Allheilmittel.

    Edited once, last by TThias (August 7, 2007 at 4:54 PM).

  • Quote

    Original von HK
    Hallo,
    arbeitet ihr mit Werkzeuginnendruck? Dann wäre das eine Alternative für eine 100% Kontrolle.

    Sicherlich auch eine Variante aber leider noch teurer.
    Weder die Maschine noch die zwei Werkzeuge sind Werkzeuginnendruck fähig, leider.

    Eine Möglichkeit wär ja noch den Karton samt PE-Beutel und Teilen zu wiegen, nur sind die Fertigungstoleranzen beim Karton, Beutel und Klebeband sicherlich nicht auf 0,4g zu begrenzen. Die Abweichung wäre zu große um Ausschußteile die meinetwegen 0,6g zu wenig wiegen zu erkennen.

    Kameraprüfung fällt leider auch weg dank des flexiblen TPE's.

    Zum Haare raufen...

  • Quote

    Original von KVL

    Eine Möglichkeit wär ja noch den Karton samt PE-Beutel und Teilen zu wiegen, nur sind die Fertigungstoleranzen beim Karton, Beutel und Klebeband sicherlich nicht auf 0,4g zu begrenzen. Die Abweichung wäre zu große um Ausschußteile die meinetwegen 0,6g zu wenig wiegen zu erkennen.

    Nicht zu vergessen:

    Wenn der volle Karton dann zu leicht ist, musst du dennoch alles aussortieren!!

    ...oder wie hast du dir das gedacht???

  • Quote

    Original von qs

    Nicht zu vergessen:

    Wenn der volle Karton dann zu leicht ist, musst du dennoch alles aussortieren!!

    ...oder wie hast du dir das gedacht???

    Deswegen hab ich diese Möglichkeit ja von vorherein wegen der unannehmbaren Fertigungstoleranzen der Verpackungsmaterialien ausgeschlossen.

  • Quote

    Original von KVL

    Sicherlich auch eine Variante aber leider noch teurer.
    Weder die Maschine noch die zwei Werkzeuge sind Werkzeuginnendruck fähig, leider.

    Schade auch, wenn Ihr nichts in der Richtung habt ist es sicherlich teurer wie eine automatische Gewichtsaussortierung da hast Du schon recht.

    Zum Thema Verpackung: Man könnte ja auch erst eine definierte Kunststoffkiste nehmen (immer die selbe benutzen) und von dort aus dann die Artikel in die Umverpackung füllen, die auch für den Verkauf genutzt wird.

    Ist denn die Ursache bekannt, warum die Teile nicht ausgespritzt waren? (vermutlich nicht was)

  • Die Ursache ist leider nicht bekannt, ist wie bei TThias, vielleicht 20 Teile auf 1,5 Mio.

    Bei der Stückzahl kann ich einfach nicht von den Werkern erwarten das sie jedes Teil sehen. Das mit immer der gleichen Kiste hab ich mir auch schon überlegt, machen wir bei kleineren teilen jetzt schon so. Aber...da wir die Abweichungen von 0,4 g nach oben und nach unten haben kanns natürlich passieren das alle 300 Teile der Verpackung an der Unteren oder an der Oberen Toleranzgrenze liegen. Macht also schon was aus, immerhin bis zu 120g. Also fast 4 Teile!!

  • Quote

    Original von KVL
    Was ich bis jetzt an Preisen über automatische Kontrollwaagen (Vereinzelung, Kontrollwaagenband, Pusher ca. 30.000 €) gehört hab würde den Kostenrahmen auch ins Rote sprengen.

    Hast Du in der Richtung schonmal bei gebrauchten Geräten geschaut. Vielleicht gibt es da ja was auf dem Markt.

  • hallo zusammen,

    hast Du, KVL, schon einmal darüber nachgedacht, die Teile mit einem handlinggerät zu entnehmen und dann ber eine Waage ggf. zu selektieren?
    Soetwas habe ich vor 15 Jahren schon einmal gemacht. Der Vorteil ist, dass man damit auch gleich eine 100% Kontrolle des Schussgewichtes hat und man dieses in Richtung Maschinen- und Prozessfähigkeit zu nutzen.
    Solche Lösungen sollten meiner Einschätzung nach, sofern man ein Entnahmegerät auf der AGM hat, (deutlich) unter 30 T€ liegen.

  • Hi KVL,


    vielleicht ist eine Auschußwaage / sortierung günstiger, angesteuert durch die Maschine.
    D.H. wenn ein Istwert (Prozesskontrolle) außerhalb der Toleranz ist z.B. Massepolster
    wird die Auschußwaage angesteuert.

    Gruß

  • Ich glaube nicht das wir so eine Steuerung an der Windsor von 1981 integrieren können, das teure an sich ist ja die Waage. Sehr ärgerlich das Ganze. Übers Massepolster, hm da schau ich mal ob die Maschine steuerbare Ausgänge hat was ich zu bezweifeln wag. Mit dem Oldtimer hab ich noch nicht allzulang zu tun. Danke für die Anregung, hab ich garnicht erst an sowas naheliegendes bei dem Dino.

  • Wenn der Kunde nun 100% Kontrolle fordert, dann würde ich mal über den Teilepreis gehen. Vielleicht hat es sich dann schon erledigt.

    Wie sagte einer unserer Kunden vor kurzem, die QS kann verlangen was sie will, aber entschieden wird das beim EK. :grinning_squinting_face:

  • @ Zauberer Also die Alternative Maschine wechseln besteht auch nicht *g* ist wohl noch ein "wenig" teurer als alle anderen Möglichkeiten.
    Und leider ist das unsere einzige SGM in der Größe.

    @ Alex wir beliefern sozusagen den Zulieferer für den Endkunden alles bissl kompliziert, jedenfalls läßt sich über den Preis auch nicht reden.

  • Quote

    Original von KVL
    Hallo,

    folgendes "Problem". Wir haben einen Dauerläufer, bis jetzt ca. 1,5 Mio. Teile in diesem Jahr, 8-fach 30 sek Zyklus TPE 32g +/- 0,2g
    Im Normalfall ist das nur ein Füllsortiment und läuft in Verbindung mit 1-2 anderen Vollautomaten. Nun sind ein paar halbe Teile beim Kunden aufgetaucht und wir müssen im Moment jedes einzelne Teil mit Kennzeichnung auf Volständigkeit versehen. Natürlich rechnet sich das nicht da dies das Sortiment zu einer Ein-Mannbedienung macht.
    Was ich bis jetzt an Preisen über automatische Kontrollwaagen (Vereinzelung, Kontrollwaagenband, Pusher ca. 30.000 €) gehört hab würde den Kostenrahmen auch ins Rote sprengen.

    Im Moment fällt mir nur einfach keine günstigere und ebenso effektive Möglichkeit ein jedes einzelne Teil zu kontrollieren.
    Kennt Ihr noch Mittel und Wege das einigermaßen effizient zu lösen?
    Danke schonmal im Vorraus für Eure Antworten.

    Hallo KVL,
    "Null-Fehler-Produktion" ist auch bei einem 8-fach-Werkzeug kein Problem, vorausgesetzt man hat die notwendigen Betriebsmittel. Notwendig ist auf jeden Fall Innendrucktechnik und eine Separierklappe unten im Ausfallbereich. Entweder alles über die Maschine laufen lassen, oder mit externem Gerät und dann damit die Separierung steuern (bei alten Maschinen sehr gut machbar). Ich kann diesbezüglich auch Unterstützung anbieten und Konzept ausarbeiten. Bei Bedarf schreibe mich an, dann mache ich Euch ein Angebot.

    Edited once, last by Behrens (August 17, 2007 at 9:09 PM).

  • Hallo

    Werkzeuginnendruck ist die eine Möglichkeit.

    Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Werkzeugwandtemperatursensoren (werden bündig mit der Kavitätenoberfläche eingebaut und können auch an der Front bearbeitet werden). Viele unsere Kunden setzen diese Möglichkeit zur 100%-Formfüllüberwachung ein. Voraussetzung ist, dass der Temperatursensor in dem Bereich wo die Fehlstelle auftritt, positioniert werden kann.

    Überwacht wird dann z. B. die maximale Kontakttemperatur. Wenn keine Schmelze am Sensor ankommt wird die entsprechende Überwachungsgrenze verletzt und ein digitales Ausschusssignal ausgegeben. Die Maschine bzw. die Qualitätsweiche muss lediglich in der Lage sein dieses Signal zu verarbeiten.

    Bei Interesse kann ich auch gerne Unterlagen zur Verfügung stellen.


    Gruss

    cbk

    Edited once, last by cbk (August 22, 2007 at 10:49 AM).

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