• Ich will niemanden schlechtreden, aber ist die Ausbildung wirklich dermaßen grottig das solch simple Physik nicht vermittelt werden kann?

    Solche Gesetzmäßigkeiten waren bei mir in der Ausbildung ( Industriemechaniker) erstes Lehrjahr!

  • Ich will niemanden schlechtreden, aber ist die Ausbildung wirklich dermaßen grottig das solch simple Physik nicht vermittelt werden kann?

    Solche Gesetzmäßigkeiten waren bei mir in der Ausbildung ( Industriemechaniker) erstes Lehrjahr!

    In meinem ersten Berufsschulblock wurde eine kurze Ex geschrieben, in der unter anderem Flächeninhalte von Quadraten, Kreisen und Dreiecken berechnet werden mussten. Es gab durchaus Leute die da mit Note 5 oder 6 rausgegangen sind...

  • In meinem ersten Berufsschulblock wurde eine kurze Ex geschrieben, in der unter anderem Flächeninhalte von Quadraten, Kreisen und Dreiecken berechnet werden mussten. Es gab durchaus Leute die da mit Note 5 oder 6 rausgegangen sind...

    Das ist schon traurig. Flächenberechnung war glaube ich 5te oder 6te Klasse bei mir. Es ist ja keine hohe Mathematik.

  • Früher hat man uns nicht gefragt ob wir "Geometríe" lernen wollen. Das war einfach ein festgelegter Stoff und das musste gepaukt werden.

    Heute fragt man zuerst einmal, ob sich nicht vielleicht jemand durch spitze Dreiecke bedroht oder verletzt fühlt. Wenn ja, kann er/sie/es dann vom Unterricht befreit werden, um nicht mental zu stark belastet zu werden.

    Mal im Ernst: Wir müssen jedes Jahr bei uns im Labor eine Schulung zu Thema Prozentrechnung (einfachster Dreisatz) abhalten. Neue Mitarbeiter kennen das sehr oft nicht und selbst Mitarbeiter, die schon lange damit arbeiten müssen, konstruieren völlig neue und abgefahrene Fehler in ihre Berechnungen.

    Flächenberechnung, wird leider auch oft gefordert. Ist genau so ein Graus. Und das bei (meistens) einfachen Rechtecken!

    Ich verstehe es nicht . . .


    Aber das ist alles ein ganz anderes Thema.

  • Zu dem Thema könnte ich ganze Bücher schreiben....

    Und Firmen sowie Maschinenhersteller glauben dann man kann diesen Missstand durch selbstoptimierende Maschinen kompensieren. Da gibt's von Engel diese IQ Geschichte, Krauss Maffei hat ACP.... Die Steuerungen werden immer aufgeblähter aber Niemand an der Maschine weiß diese Daten und Zahlen zu deuten.....

    Wenn dem Menschen vor der Maschine alles wumpe ist machste nix mehr.

  • Ja, die Kühlzeit ist eigentlich die Zeit, in der dosiert werden sollte. Dann steht die Schnecke aber nicht mehr, sondern sie dreht sich wieder. Und diese Dosierung sollte natürlich so gestaltet werden, dass fast die gesamte Kühlzeit dazu benutzt wird. Bei 40s Kühlzeit sollte die Drehzahl so weit gesenkt werden, dass die Dosierzeit deutlich länger als 8s dauert.

    Da ihr 2% Batch zusetzt, solltet ihr nicht versuchen eine gute Verteilung durch den Staudruck zu erzeugen. Das ist nicht mehr "Stand der Technik", da es unnötig Material, Energie und Ersatzteile (RSP) kostet. Ein statischer Mischer ist da wirklich angebracht. Man hat dann evtl. ein wenig Druckverlust beim Einspritzen, was aber bei HD-PE nicht so ausschlaggebend sein dürfte. Es bedeutet natürlich erstmal eine Investition (Düsenkörper, Mischeinsatz, neu einrichten). Aber bei einem länger laufenden Auftrag oder mehreren nacheinander laufenden Aufträgen rentiert sich das auf jeden Fall.

    Wo bekommt man entsprechende Informationen und Angebote?

    z.B. von Please login to see this link. (Bitte nicht als Werbung verstehen. Aber die Dinger sind wirklich gut.)

    By the way, habe das Thema Mischdüse mal im Betrieb angesprochen, wurde natürlich direkt negativ aufgenommen ohne überhaupt die Möglichkeit in Betracht zu ziehen diese Mischdüse zu testen....

    Zitat: "Ja die wollen alle nur verkaufen, ist sowieso Sch**ße da brauchen wir wahrscheinlich n anderes Düsenheizband"....

  • By the way, habe das Thema Mischdüse mal im Betrieb angesprochen, wurde natürlich direkt negativ aufgenommen ohne überhaupt die Möglichkeit in Betracht zu ziehen diese Mischdüse zu testen....

    Zitat: "Ja die wollen alle nur verkaufen, ist sowieso Sch**ße da brauchen wir wahrscheinlich n anderes Düsenheizband"....

    Hatte gestern aber das Vergnügen ne 90er Schnecke mit Wendelscher-Mischer zu verbauen, auf eine Maschine wo zu 90Prozent HD-PE Natur gefahren wird.....

    Was will man da noch machen🤷🏻‍♂️

  • Klar, natürlich wollen die alle verkaufen. Die besagten statischen Mischer sind aber wirklich gut - ohne Werbung. Und das man evtl. eine andere Düsenheizung braucht, ist doch argumentatorisch ein Witz. Das kann man aber auch bei der Diskussion mit dem Anbieter unterbringen. Und wenn durch solch eine Installation Geld gespart werden kann, rentiert sich der Einsatz sehr schnell.

    Aber: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

    Edited once, last by petersj (March 17, 2026 at 6:43 AM).

  • Der Beitrag bringt mich zum Schmunzeln da er doch recht schön zeigt wie es im Ländle mit Industrie 4.0 und der Realität aussieht.
    Der tägliche Kampf gegen die Windmühlen, ignoranten "Entscheidern" und ohne Arsch in der Hose auch mal etwas zu versuchen was man selbst nicht kennt.

    Wer etwas versucht kann scheitern, wer nichts versucht ist schon gescheitert :smiling_face_with_sunglasses:

  • Der Beitrag bringt mich zum Schmunzeln da er doch recht schön zeigt wie es im Ländle mit Industrie 4.0 und der Realität aussieht.
    Der tägliche Kampf gegen die Windmühlen, ignoranten "Entscheidern" und ohne Arsch in der Hose auch mal etwas zu versuchen was man selbst nicht kennt.

    Moin,
    die Ursache liegt an der unterschiedlichen Ausbildung Entscheidungsträgern und den Praktikern:
    Die Entscheidungsträger sind zu 99% Kaufleute/ Manager. Alles, was Geld kostet kommt deren Meinung nach vom Teufel! Um die Vorteile zu sehen, fehlt ihnen das Fachwissen.
    Die Praktiker (etliche nur angelernt, ohne theoretische Ausbildung) kämpfen jeden Tag mit tausenden kleinen Problemen. Sie sagen: "Ich habe keine Zeit für sowas!" Um die Vorteile zu sehen, fehlt die Theorie!
    Dazu kommt ziemlich oft eine Hochnäsigkeit der Führung gegenüber der Produktion.
    Dann gibt es noch eine sehr kleine Anzahl dazwischen mit Wissen und praktischem Können. Wenn die etwas ändern wollen, werden sie von oben und unten verprügelt: Von oben: "Was kostet das? Welche Einsparungen? Wann amortisiert es sich?" Von unten: "Keine Zeit! Lass mich in Ruhe mit dem neumodischen Kram! Never change a running system!"
    Dazu kommt noch: Alles Neue muss sich erst entwickeln, hat anfangs Mängel! Die will keiner haben. Für die Praxis heißt das Mehrarbeit. Für die Kaufleute Stillstandszeiten und damit Kosten!
    Von der eierlegenden Wollmilchsau wird immer nur geredet, gezüchtet hat sie noch keiner!
    Grüße aus dem Harz
    von Lutze

  • Hi zusammen, für mich sieht das nach einem Prozess aus der mit Gewalt gefahren wird, 190 bar Staudruck und 240 U/min bei 40 Sekunden Kühlzeit passt einfach nicht zusammen, vor allem wenn in 8 Sekunden dosiert wird und die Schnecke danach nur wartet, sinnvoll wäre eher die Dosierung in die Kühlzeit zu ziehen und Drehzahl sowie Staudruck deutlich zu reduzieren, zumal ihr selbst schon sagt dass 50 oder 160 bar beim Einfärben keinen Unterschied machen, der hohe Staudruck bringt also nichts außer Verschleiß und unnötige Scherung, dass dabei die RSPs leiden ist logisch und das Thema mit Ablehnung von Mischern kennt man leider, stattdessen wird lieber weiter Material und Hardware verheizt statt den Prozess sauber einzustellen.

  • stattdessen wird lieber weiter Material und Hardware verheizt statt den Prozess sauber einzustellen.

    Davon ganz abgesehen, aber es wird extrem viel Energie verbraucht! Immerhin bedeutet das, dass der Kunststoff gegen eine Kraft von 12,5 to (bei 90er Schnecke) in den Zylinder getrieben wird! :fearful_face:

  • Ist leider ein schwieriges Thema.
    Wenn man mal ganz ehrlich ist, sind die meisten von uns (von Hobbymathematikern mal abgesehen), ziemlich faul geworden beim Thema Kopfrechnen. Der Griff zum Taschenrechner oder Excel ist einfach viel bequemer.
    Mir hat man (Abi 2008) in der Schule noch gesagt "ihr habt später auch nicht immer einen Taschenrechner zur Hand" - naja, hat man damals wohl wirklich noch nicht vorhersehen können :grinning_squinting_face:

    Um so wichtiger ist daher heutzutage eigentlich Methodenkompetenz: Gerade mit modernen Tools muss man einfach wissen, was man macht bzw. was das Tool da eigentlich tut! Ob die Formel nun pi*d²/4 heißt oder doch pi*d (nur ein symbolisches Beispiel!) kann man zur Not machschlagen, aber man muss MINDESTENS wissen, was man suchen muss.
    Und auch vor fast 20 Jahren habe ich schon Akademiker getroffen, die dir Quadratzahlen und Intergrale zweiten Grades fehlerfrei von Hand rechnen, aber keinen Dreisatz verstehen - das ist dann das andere Extrem.

    Moin,
    die Ursache liegt an der unterschiedlichen Ausbildung Entscheidungsträgern und den Praktikern:
    Die Entscheidungsträger sind zu 99% Kaufleute/ Manager. Alles, was Geld kostet kommt deren Meinung nach vom Teufel! Um die Vorteile zu sehen, fehlt ihnen das Fachwissen.
    Die Praktiker (etliche nur angelernt, ohne theoretische Ausbildung) kämpfen jeden Tag mit tausenden kleinen Problemen. Sie sagen: "Ich habe keine Zeit für sowas!" Um die Vorteile zu sehen, fehlt die Theorie!
    Dazu kommt ziemlich oft eine Hochnäsigkeit der Führung gegenüber der Produktion.
    [...]

    Dazu kommt noch das Problem, dass der Prophet "im eigenen Land nichts wert ist", immer wieder.

    Weist ein Techniker/Technologe im eigenen Betrieb auf ein technisch zu lösendes Problem (Invest:astonished_face:) hin, so wird das quasi immer abgeschmettert. Stattdessen wird Wochen später ein externer Sachverständiger für "viel Geld" beauftragt, der in eigenen Worten das Gleiche erzählt und dessen Lösung ist dann geheiligt und wird oft umgesetzt. Und am Besten bekommt der eigene dann noch verbal eine auf die Mütze, warum er das nicht hinbekommen hat ...
    Das habe ich bisher von so ziemlich jedem Schulungsreferenten gehört, der auch in Unternehmen aktiv ist und auch schon selbst erfahren "dürfen" :face_with_rolling_eyes:

  • Klar, genau das ist ja der Punkt. Es wird nicht nur Material und Hardware verheizt, sondern auch noch unnötig Energie, nur damit man einen Prozess irgendwie mit Gewalt am Laufen hält. Und das Absurde ist: wenn jemand intern frühzeitig auf so einen Murks hinweist, wird es oft abgetan. Kommt dann später ein Externer und erzählt im Prinzip das Gleiche für viel Geld, ist es plötzlich eine tolle Lösung. Das hat für mich weniger mit fehlenden Möglichkeiten zu tun, sondern eher mit fehlender Bereitschaft, sich technisch ehrlich mit dem Prozess auseinanderzusetzen. Moderne Tools und Funktionen an der Maschine bringen halt auch nichts, wenn keiner die Zahlen einordnen will oder die Grundlagen sauber versteht.

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