ENGEL ES 200H (1993) – CC90 fordert „LOAD EBIAS“ nach Speicherverlust, Gotek GOT 314

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe, dass mir jemand bei einem Problem mit einer älteren ENGEL-Spritzgießmaschine weiterhelfen kann.

    Es handelt sich um folgende Maschine:

    • Hersteller: ENGEL
    • Modell: ES 200H 200V/80H HHL 2F
    • Baujahr: 1993
    • Maschinennummer: 24449
    • Steuerung: CC90 / KEBA
    • CPU: 80186

    Beim Einschalten fordert die Maschine ständig:

    „LOAD EBIAS“

    Im EBIAS Loader erscheinen drei Auswahlmöglichkeiten.

    Wenn ich das erste Diskettenlaufwerk auswähle, erscheint nach einiger Zeit:

    „DEVICE ERROR >51<“
    „COMMUNICATION ERROR“

    Wenn ich das zweite Diskettenlaufwerk auswähle, erscheint:

    „SET VALUES DISKETTE“
    „CC90 #24449“
    „LOAD EBIAS“

    Danach bleibt die Maschine ungefähr 30 Sekunden in diesem Zustand. Anschließend zeigt der angeschlossene Floppy-Emulator für etwa 1–2 Sekunden Aktivität, und direkt danach startet die CC90-Steuerung neu.

    Wir vermuten daher, dass die Daten der CPU-RAM verloren gegangen sind. Die Batterie der CPU habe ich inzwischen gemessen und erhalte 3,63 V.

    Die Maschine besitzt keine originale Diskettenlaufwerk mehr, sondern wurde später mit einem Gotek USB-Floppy-Emulator umgerüstet. Auf dem Gerät befindet sich die Kennzeichnung:

    GOT 314

    Nach meinen Recherchen handelt es sich vermutlich um einen:

    SFR1M44-U100 Gotek 3.5" 1.44 MB USB Floppy Drive Emulator

    Der Emulator hat in der Vergangenheit mit dieser Maschine funktioniert.

    Wir besitzen außerdem noch die originalen ENGEL-Disketten der Maschine, darunter den originalen Maschinen Disk. Allerdings weiß ich momentan nicht, wie ich diese Disketten ohne das originale Laufwerk auslesen bzw. in ein für den Gotek geeignetes Format übertragen kann.

    Meine Fragen wären daher:

    1. Ist bei einer CC90 bekannt, dass nach einem Verlust der RAM-Daten ständig „LOAD EBIAS“ angezeigt wird?
    2. Ist eine CPU-Batterie mit 3,63 V noch als funktionsfähig anzusehen, oder kann sie trotzdem unter Last bzw. beim Ausschalten der Maschine die RAM-Daten nicht mehr zuverlässig halten?
    3. Gibt es bei der CC90 eine Möglichkeit, anhand von LEDs, Fehlercodes oder anderen Diagnoseschritten festzustellen, ob zusätzlich ein Problem mit CPU, RAM oder der Floppy-Schnittstelle vorliegt?
    4. Was bedeutet „DEVICE ERROR >51< – COMMUNICATION ERROR“ bei diesem CC90 genau?
    5. Ist für die CC90 tatsächlich das zweite Diskettenlaufwerk der richtige Kanal zum Laden des EBIAS?
    6. Wie kann ich den originalen Maschinen Disk auslesen und anschließend mit dem vorhandenen Gotek verwenden?
    7. Muss dafür eine vollständige Disketten-Image-Datei erstellt werden, und falls ja, welches Image-Format benötigt der Gotek bzw. die CC90?
    8. Gibt es eventuell eine Möglichkeit, das EBIAS bzw. den Maschinen-Datensatz über eine andere Schnittstelle, z. B. RS232, wiederherzustellen?

    Mir geht es zunächst darum, die Ursache möglichst systematisch einzugrenzen, bevor wir Änderungen an der Steuerung vornehmen.

    Falls weitere Informationen, Fotos der CPU-Platine, des Gotek oder der originalen Disketten benötigt werden, kann ich diese gerne bereitstellen.

    Vielen Dank im Voraus für jede Hilfe!

    Viele Grüße

    Haras_abdrt

  • Moin,
    Variante 1: Besorge dir ein Diskettenlaufwerk und baue es ein. Das Booten vom Emulator hat bei DEMAG nicht geklappt!

    Variante 2:
    1. Du brauchst Zugang zu einen PC/ Laptop/ Notebook mit mindestens 2 freien USB- Anschlüssen.
    2. Du brauchst ein externes Diskettenlaufwerk.
    3. Zu dem Disketten- Emulator gibt es ein Programm, mit dem Du die Daten von den Disketten auf deinen USB- Stick übertragen kannst. Ggf. beim Lieferanten des Emulators erfragen!

    Du kannst natürlich auch "Engel" oder andere Serviceanbieter fragen. Bei uns hat Firma C. Wiesner bei mehreren DEMAG- Maschinen einen Emulator mit CF- Karten eingebaut! Das Programm war auf der mitgelieferten Karte.

    Lutze aus dem Harz

  • Naja, mit fast 35 Jahren lässt bei einer SGM schon mal das Gehirn nach ... ist doch menschlich oder? :winking_face_with_tongue:

    Wäre mal interessant, ob irgendein ein "Opa" bei ENGEL sich mit dieser alten Steuerung noch auskennt .... :thinking_face:

  • Update zu meinem vorherigen Beitrag: Problem mit der ENGEL CC90

    Vielen Dank für die bisherigen Hinweise und Informationen zu meinem Problem mit der alten ENGEL-Maschine.

    Inzwischen habe ich die Maschine zusammen mit einigen lokalen Technikern überprüft, die regelmäßig ältere Spritzgießmaschinen unabhängig warten und reparieren.

    Wir konnten die Daten der Originaldisketten mit einem USB-Diskettenlaufwerk auslesen und anschließend auf einen USB-Stick übertragen. Mit diesem USB-Stick konnten wir den Gotek tatsächlich dazu bringen, die Daten zu lesen. Der Ladevorgang beginnt also grundsätzlich, aber an einem bestimmten Punkt bleibt die Maschine bei

    0C0A:E000 6E55

    stehen und anschließend erscheint die Fehlermeldung:

    SYSTEM - ERROR 185

    Laut Handbuch weist dieser Fehler auf ein Problem mit dem Diskettenlaufwerk hin. Um den Gotek selbst als Fehlerquelle auszuschließen, wurde deshalb ein zweiter Gotek ausprobiert. Leider tritt mit dem anderen Gotek exakt derselbe Fehler auf.

    Parallel dazu haben die Techniker die Originaldisketten mitgenommen, um zu versuchen, deren Daten mit einem USB-Diskettenlaufwerk möglichst korrekt auszulesen und für die Verwendung mit dem Gotek aufzubereiten.

    Hier sind wir allerdings noch auf einige Schwierigkeiten gestoßen. Wir konnten bisher nicht eindeutig nachvollziehen, warum die Vorbereitung des USB-Sticks für den Gotek nicht so funktioniert, wie sie sollte. Nach unserem bisherigen Verständnis müsste der USB-Stick entsprechend für die Diskettenemulation vorbereitet werden, beispielsweise mit FAT12 und den notwendigen Bereichen bzw. Disketten-Images. Genau diesen Vorgang konnten wir bisher jedoch nicht erfolgreich durchführen bzw. reproduzieren.

    Die Techniker vermuten außerdem, dass – falls das Problem nicht mit dem Gotek bzw. den Diskettendaten zusammenhängt – möglicherweise ein Problem mit einem Bit bzw. einem Speicherbereich des RAM vorliegen könnte. Bei dieser Erklärung bin ich allerdings noch nicht vollständig überzeugt.

    Meine derzeitige Vermutung geht eher in Richtung der Diskettendaten bzw. deren Übertragung. Es könnte sein, dass die Originaldisketten teilweise beschädigt sind oder dass beim Auslesen der Disketten bzw. beim Erstellen der Daten für den Gotek Informationen nicht korrekt übernommen werden.

    Wir haben insgesamt vier Disketten aus unterschiedlichen Jahren. Interessanterweise können wir die jüngste Diskette aus 2012 überhaupt nicht auslesen. Deshalb stellt sich für mich die Frage, ob möglicherweise bereits die Originaldisketten bzw. deren Daten beschädigt oder nicht mehr lesbar sind.

    Daher würde ich gerne eure Meinung dazu hören:

    1. Was könnte eurer Meinung nach hinter dem Fehler „SYSTEM - ERROR 185“ bzw. dem Absturz bei 0C0A:E000 6E55 stecken, wenn bereits ein zweiter Gotek mit demselben Ergebnis getestet wurde?
    2. Gibt es eine bestimmte Vorgehensweise, um die Original-ENGEL-Disketten mit einem USB-Diskettenlaufwerk korrekt auszulesen und anschließend für einen Gotek aufzubereiten?
    3. Kennt jemand eine Datenbank, ein Archiv, eine Website oder eine andere Quelle, über die man die ursprünglichen Start-/Systemdaten bzw. ein Disketten-Image speziell für diese Maschine bekommen könnte? Ich suche dabei ausdrücklich nach den System-/Startdaten für unsere ENGEL ES 200H 200V/80H HHL 2F

    Ich wäre für jeden Hinweis sehr dankbar. Besonders hilfreich wäre eine Möglichkeit, die ursprünglichen System-/Startdaten genau für diese Maschine zu bekommen. Damit könnten wir feststellen, ob das Problem tatsächlich an unseren vorhandenen Disketten bzw. an deren Daten liegt oder ob wir in einer anderen Richtung suchen müssen.

  • Ich hoffe, ihr habt die Disketten nach Anweisung mit der Software "WinHex" auf den Stick übertragen, nicht einfach nur kopiert.
    Habe ich von der Webseite herunter geladen und übersetzt:

    Wie erstellt man eine Image-Datei von einer Diskette?

    Erstellen einer Image-Datei von einer Diskette

    1. Laden Sie die Software WinHex herunter.

    2. Installieren Sie das Programm.

    3. Registrierung: Führen Sie die Datei „keygen.exe“ im Programmverzeichnis aus, kopieren Sie den Registrierungscode, öffnen Sie das Menü „Help“ (Hilfe) -> „Register“ (Registrieren), fügen Sie den Code in das Fenster ein und schließen Sie den Vorgang ab.

    4. Legen Sie die Diskette in das Diskettenlaufwerk ein, öffnen Sie das Menü „Tools“ (Extras) -> „Open disk“ (Datenträger öffnen) und wählen Sie „Physical“ (Physisch) aus. Medium: Diskette

    5. Öffnen Sie das Menü „Edit“ (Bearbeiten) -> „Select All“ (Alles auswählen) und wählen Sie „Edit“ (Bearbeiten) -> „Copy Block“ (Block kopieren) -> „Into New File“ (In neue Datei). Benennen Sie die Datei „000.IMG“ (oder verwenden Sie eine andere Nummer); für die Dekodierung bei Geräten der YAMAHA EL-Serie benennen Sie sie „EL000.IMG“ oder „EL“ gefolgt von Zahlen.

    6. Die Kapazität der Image-Datei beträgt 1,44 MB (High Density) oder 720 KB (Low Density).

    Disketten gehören zu den unsichersten Speichermedien, besonders in Bezug auf Haltbarkeit. Ihr solltet alles, was ihr noch auf Disketten habt, auf ein anderes Medium sichern.

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