Gewichts-Unterschied-Formnester (Kavitätenbalance)

  • Wenn Ihr ein Werkzeug mit mehreren Nestern habt, wieviel Prozent Unterschied vom leichtesten bis zum schwersten Teil sind aus Eurer Sicht in Ordnung?
    Gehen wir mal von kleinen technischen Teilen aus (1 gr bis 10gr).

    Edited once, last by Bubbelmaker (September 24, 2007 at 5:41 PM).

  • Ich will den Beitrag noch mal neu erklären da ich mich nicht verständlich ausgedrückt habe.
    Wenn Ihr ein 2-fach Werkzeug habt, wie groß darf der Gewichtsunterschied, bei nicht ganz vollen Teilen, ohne Nachdruck sein. Ich meine die Kavitätenbalance. Oder die Reologie zwischen zwei Formnestern?
    MfG
    Bubbelmaker

  • Hallo Bubblemaker,

    also das haben wir schon verstanden, denke ich,aber was ist an einer

    Toleranz von 2-3% auszusetzen?

    Entspricht bei einem Gewicht von 1gr. einem Unterschied von max.

    0,03gr. zwischen den Formnestern, ist doch o.k.

  • Hallo Bubbelmaker,

    gehe folgendermaßen vor:

    Teile mit Füllstudie balancieren, daß heißt, daß die Teile gleichzeitig "volumetrisch voll" sein müssen. Das wäre dann der Zustand "Umschalten auf Nachdruck". Du solltest die Kavitätenunterschiede auf diese Art mit Teilen auswiegen, die mit Nachdruck i.O. sind. Hier sollte dann der Unterschied < 0,5% sein.

  • HK
    Genau diese Diskussion wollte ich, würde mich über mehr Beiträge freuen.

    Hintergrund: Ich habe immer wieder Diskussionen mit dem Werkzeugbau wieviel Kavitätenbalance in Ordnung ist. Da ich diese Problem mal schriftlich fixieren möchte würde mich interessiern wie Ihr das macht. Aus meiner Erfahrung sind 2%-4% noch in Ordnung, bei LCP sicherlich nich mehr i.O. Sollte dieses Rohstoffabhängig sein?

  • Kommt wohl auf den Anwendungsfall an.

    Ich musste Monatelang für die Prüfung nach einem Werkzeug suchen welches gleimäßig füllt.

    Im schlimmsten fall hatte ich welche bei denen ein Nest Voll vier halb und zwei leer waren.

    War eben nur für die Rasenmäherproduktion.

    Gruß Micha

  • Mit den ungleichen Formnestern kommt ja wohl öfter vor.
    Aber gestern hatte ich eine Musterung, da lagen beide Nester bis auf 2 Stellen hinter dem Komma bei genau dem gleichen Gewicht. :winking_face_with_tongue:

    Ist mir bis jetzt noch nie passiert. Respekt!

  • Also ich halte den Wert von Behrens auch für sehr gewagt,aber

    wenn`s denn geht, wär das doch der absolute Idealfall für jeden.

    Wie sieht`s denn mit dem Gewichtsunterschied nach einigen

    Produktionen aus, ist doch ziemlich unwahrscheinlich, dass dieser Wert

    in der Praxis irgendwie haltbar ist, wo wir dann wieder bei

    annehmbaren 2-3% wären.

    Oder ist die Abnutzung bzw. Ausschwemmung der Anspritzpunkte

    dann auch an allen Formnestern gleich :confused_face:

  • Hallo peri,

    wenn die Anschnittpunkte verschleißen, müssen sie im Werkzeugbau repariert werden, dafür gibt es bei HASCO Einsätze als Verschleißteile. Das ist z.B. bei GF-Materialien schnell der Fall. Ich kann nur empfehlen, bei jedem Auftragsstart, also immer, wenn das Werkzeug auf die Maschine kommt, eine Füllstudie zu machen, a) um die Balancierung zu prüfen (Deine Bedenken) und b) um den Umschaltpunkt immer korrekt einzustellen (bei volumetrisch voll). Das sind ein paar Minuten, aber das sollte für einen guten Prozess drin sein - bedenke, daß ein Prozess sich nicht über die Maschinenparameter von Serie zu Serie abbilden läßt, also der Umschaltpunkt-Wert z.B. von der letzten Serie ist nicht bei der nächsten Serie wieder der optimale Wert . . .

    Während der Produktion 2-3% Gewichtsschwankungen, das ist schon recht "grober" Spritzguss . . . !!

  • Hallo,
    man(n) muss unterscheiden zwischen dem Gewichtsunterschied während der Produktion und der Kavitätenbalance.
    Während der Produktion muss bei elektrischen Maschinen der Gewichtsunterschied unter 0,5% liegen, bei hydraulichen ohne Lagereglung unter 1,5%, mit Lagereglung unter 1%.

    Die Kavitätenbalance aus meiner Sicht unter 4%.

  • Während der Produktion 2-3% Gewichtsschwankungen, das ist schon recht "grober" Spritzguss . . . !!

    also ich glaub wir reden bzw. schreiben aneinander vorbei,

    dass Gewichtsschwankungen von 2-3% während einer Produktion

    eindeutig zuviel ist, ist doch klar.

    Bei den 2-3% Unterschied meinte ich den Kavitätenunterschied, nicht

    die Streuung im Prozess eines Formteils bzw.eines Formnests.

    Zur Kavitätenbalance bleibe ich immer noch der Meinung, dass 2-3%

    annehmbar sind.

  • Quote

    Original von Behrens

    Während der Produktion 2-3% Gewichtsschwankungen, das ist schon recht "grober" Spritzguss . . . !!

    Das ist richtig nur beziehen wir uns hier nicht auf die Produktion sondern auf die Kavitätenbalance.


    Quote

    Original von Bubbelmaker

    Die Kavitätenbalance aus meiner Sicht unter 4%.

    Find ich noch ein bisschen hoch sollte meiner Meinung nach unter 3% liegen.

  • In dem Buch "Qualitätssicherung beim Spritzgießen" werden die Prozessschwankungen in einer Tabelle nach Teileanforderungen unterschieden:
    Allgemeine Teile Gewichtsschwankung 0,2 - 0,4%, Füllunterschied < 12%
    Technische Teile Gewichtunterschied 0,1 - 0,2%, Füllunterschied < 7%
    Präzisionsteile Gewichtunterschied 0,05 - 0,1%, Füllunterschied < 4%

    Wir haben das bei uns bei Bemusterungen übernommen und sind bis jetzt ganz gut damit gefahren.

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