Restfeuchtemessung bei PA

  • Hallo zusammen,
    mich würde interessieren ob jemand erfahrung hat beim messen der Restfeuchte von PA Material? Ich selber messe mit einem Laborgerät das über das Gewicht die Restfeuchte ermittelt. (Granulat wird erhitzt und die Feuchte Verdampft).
    Ich suche aber etwas um Online, also im Prozess die Feuchte zu ermitteln und zu dokumentieren.
    Hat hier jemand Erfahrung oder Adressen von Firmen die so etwas anbieten? Ist es überhaupt möglich? Welche genauigkeiten sind zu erreichen?
    Würde mich als Grünschnabel in diesem Forum über Infos sehr freuen.

  • Hallo Kaze

    Ich kenne Deine Meßmethode, wir setzen das Gerät von Brabender ein, wurde hier im Forum aber auch schon erläutert:

    Restfeuchtemessgerät

    Tja, eine Onlinemessung wie Du sie meinst, ist mir momentan nicht bekannt, kann es aber durchaus geben!

    Alternativ dazu, könnte man ja auch in bestimmten Zyklen Stichprobemessungen durchführen!

    Was die genauigkeit angeht, kommen wir bis 0,001 % H2O mit unserem Gerät!
    PA darf maximal 0,050 % Restfeuchtigkeit aufweisen!

  • Hallo kaze,

    die Restfeuchtigkeit kann auch über den Taupunkt bestimmt werden, manche Trockengeräte können das. Je tiefer der Taupunkt, desto trockner das Material. Ist leider nicht so genau, da immer wieder frisches (feuchtes) Material zugeführt wird. Desweiteren liegt noch ein Schwachpunkt darin, das das Material im Trichter der SGM wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann, wenn es kein geschlossenes System ist.

    Gruß Michael W

  • Super klasse das sich so schnell schon jemand meldet.
    Zur Restfeuchte von PA: 0,05% ist ja extrem niedrig.
    Habe Material PA6.6 GF35 bisher zwischen 0,1 und 0,2% verarbeitet.
    Habe die Info von Materialhersteller und ist auch nachzulesen im "Handbuch Spritzgießen" von Hanser Verlag.
    Aber mein Hauptanliegen ist die Onlinemessung. Es gibt ja solche Messverfahren für Schüttgüter aber da hapert es denke ich mit der Genauigkeit.

  • [quote]Original von kaze

    Zur Restfeuchte von PA: 0,05% ist ja extrem niedrig.
    Habe Material PA6.6 GF35 bisher zwischen 0,1 und 0,2% verarbeitet.
    Habe die Info von Materialhersteller und ist auch nachzulesen im "Handbuch Spritzgießen" von Hanser Verlag.


    :confused_face: :confused_face:

    Also, zum einen ist 0,05% H2O Restfeuchte, die wir erfahrungsgemäß nicht überschreiten, da wir sonst Probleme in der Produktion bekommen.

    Dieser Wert deckt sich allerdings auch mit den Tabellen, die mir vorliegen!

    Schäumt Euer PA nicht, bei einer Restfeuchte von 0,2% wenn es aus der Düse kommt!?
    Den mechanischen Eigenschaften wird es auf jedenfall nicht zuträglich sein!

  • Restfeuchte = alle Bestandteile (nicht nur Wasser), die aus dem Material flüchten z.B. bei der Feuchtigkeitsmessung (Gewichtsabnahme bei Erwärmung in bestimmter Zeit)

    Restwassergehalt = der "echte" Wassergehalt im Kunststoff...zu messen
    mit Karl Fischer Messmethode (ziemlicher teueriger Spaß)

    Hab die Erfahrung gemacht, das man PA6.0 und 6.6 bei kleinen bis
    mittleren Formteilen bis 0,15% noch gut spritzen kann, bei optischen
    Teilen jedoch nicht mehr. (Polierte Fläche etc.)
    Hatte nur einen Artikel, wo Anguss abriss bei 0,12% bis aufwärts.

    Die Restfeuchtemessung ist auf jeden Fall ausreichend für PA, sofern du
    unnötig viel Geld für richtige "Wassermessung" investieren willst.

    MfG

  • Danke für diese Info.
    Haben schon länger ein "Restfeuchtemessgerät" kommen auch super klar damit.
    Meine Ursrüngliche Frage ist ob jemand so eine Restfeuchtemessung auch Online (Automatisch, zwischen Trockner und Maschine) anbietet oder schon durchführt???
    Wäre schön wenn hierzu noch jemand einen Beitrag hätte.
    Dank an alle.

  • Hallo kaze,

    davon habe ich bisher noch nie was gehört!
    Dann müsste man ja praktisch permanente Messungen durchführen können!

    Wäre eventuell eine interessante Sache!

    Hast Du Dich schon mal an die Gerätehersteller gewand?

  • Restfeuchtewaagen sind wohl das ungenauste was es gibt!!!
    Die sind überhaupt nicht aussagekräftig, da du nicht nur Wasser verdampftst sondern auch andere flüchtige Bestandteile.

    Es gibt nur 2 Verfahren:

    Karl Fischer
    und
    Brabender

    Diese Waagen, wie die von Satorius, sind ihr Geld nicht Wert und wenn du einen pfiffigen Kunden hast, wird er dich damit vor die Wand laufen lassen!!!

    Feuchte über den Taupunkt zu ermitteln, ist nicht möglich und schlicht falsch!!!

  • Hallo kaze,
    ich denke, dass es hier zur Zeit keine sinnvolle technische Lösung gibt. Aber mal schauen, welche Technologien die Zukunft bringt.

    Um einen ständige Kontrolle zu haben würde ich an Deiner Stelle zu festgelegten Zeiten ein Probe auf Restfeuchte testen.

  • Hallo sebi,

    die Aussage das die Restfeuchte über den Taupunkt bestimmt werden kann ist richtig auch wenn du es nicht glauben kannst, wie glaubst du funktioniert die automatische Trocknerstreuerung, lies mal das Handbuch zu modernen Trockner. der Nachteil ist, das sie sehr zeitaufwendig ist.

    Die Methode wird unteranderem auch in der chemischen Verfahrenstechnik verwendet.

    Edited once, last by Michael W (August 1, 2008 at 11:40 PM).

  • Wir hatten vor vielen Jahren einen Studenten bei uns gehabt, der seine Diplomarbeit zum Thema Online-Feuchtemessung geschrieben hat.

    Es ging dabei darum, den Granulatstrom als Dielektrikum eines Kondensators einzusetzen und durch die Kapazitätsänderung des Kondensators einen Rückschluß auf die Feuchte zu ziehen.

    Vielleicht findest Du in dieser Richtung noch etwas für Deine Online-Messung.

    So ganz nebenbei ... eine Restfeuchte um die 0,08 / 0,09% ist für die meisten PA6 und PA66 Einstellungen ok (in der Regel der Anlieferungszustand der meisten Hersteller).
    Wird PA6 oder PA66 übertrocknet, so wird nicht nur Wasser dem Granulat entzogen, sondern auch Gleitmittel, Monomere, Oligomere, ... Die Folge kann sein, daß der erforderliche Spritzdruck deutlich ansteigt, Teile garnicht mehr füllen lassen und / oder schlecht entformen.

    Ist es hingegen zu feucht, kann es (neben Verarbeitungsproblemen und Oberflächendefekten) zu einem hydrolytischen Abbau kommen, welcher sich leicht über die Bestimmung der Lösungsviskosität nachweisen läßt und sich in Form leicht(er) brechender Bauteile äußert.

    Edited 2 times, last by WAPET (September 12, 2008 at 2:11 PM).

  • Hallo zusammmen,
    vielen Dank für eure Beiträge. Es ist doch immer wieder interessant was es noch neues zu erfahren gibt.
    Mein Fazit ist nun, nach einigen Gesprächen und diesem Forum, es gibt zur Zeit wirklich noch keine möglichkeit die Restfeuchte von Kunststoffgranulaten online (im Prozess) zu messen.

    Nochmals vielen dank euch allen und bis zum nächsten spannenden Beitrag.


    Kaze

  • Hallo Moderator,
    es gibt die Möglichkeit mit einem Sensor Aquatrim die Restfeuchte im Granulat online / real-time zu messen. Der Sensor kann eingesetzt werden mit hygroskopischem Granulat z.B. PET, PA 6 / 6.6 oder Polycarbonat. Die Anzeige ist in % oder in PPM . Der Meßbereich reicht auch für Anwendung bei PET wenn Werte um 50 PPM und tiefer gemessen werden sollen.

    Ulrich
    R.A.M. Kunstofftechnik GmbH / Flörsheim

  • Quote

    Original von Ulrich
    Hallo,
    guten Morgen. Ein Datenblatt kann ich dir gerne zu schicken. Oder http://www.ramgmbh.de dort wäre eine Beschreibung. Der Sensor ist in etlichen Installationen im Einsatz.
    Grüße Ulrich

    Das schaut schon besser aus. :smiling_face:

    Wie sind die Erfahrungswerte mit dem System? Wir messen zur Zeit stationär mit dem Aquatrac von Brabender. Ist die online Messung genauso zuverlässig?

  • Hallo HK,
    die Messung ist sehr zuverlässig. Der Sensor läuft schon bei etlichen Firmen im 24 Stunden Betrieb.
    Bei Demos wird der Sensor in Betrieb genommen und nach Füllen mit Granulat ist das Ergebnis innerhalb einer Sekunde abzulesen.
    Gruß Ulrich

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