Einlegeteil beim umspritzen fixieren

  • Hallo,

    habe folgendes Problem:
    Wir wollen ein Einlegeteil (eine Art Beilagscheibe) umspritzen. Zur Fixierung in der Z-Achse im Werkzeug wollen wir auf der DS 3 -5 Stifte mit einem Druchmesser von ca. 3 mm anbringen. Wenn beim einspritzen eine bestimmte Schneckenposition erreicht ist, sollen die Stifte zurückgezogen werden und die Löcher verschlossen werden.

    Funktioniert das in der Praxis? Wie dicht werden die Löcher verschlossen - das Teil muss hinterher absolut dicht gegen eindringen von Öl sein.

    Gibt es vielleicht irgendwelche Artikel in der Kunststoffe oder anderswo, wo derartige Verfahren beschrieben sind. Hab schon mal etwas gegoogelt aber nix gefunden.

  • Gehe ich recht in der Annahme, das das Fertigteil eine komplette Kunstoffscheibe ist, der Kern die Scheibe sein soll ( komplett umschlossen ).
    wenn dieses so ist, wirst du schwierigkeiten haben in bezug auf deine Fixierung welche sich ja zurückziehen sollen.
    sind alle fixierungen weg, bewegt sich die scheibe !! von der Fließrichtung des Kunststoffes her.
    von Prinzip her müsstes du die Scheibe entweder mit einem Ringanguß von außen, oder von innenheraus anspritzen.
    Aber wie gesagt, die scheibe wird nicht an ihrem Platz bleiben wenn alle Fixierungen oder Halter weg sind.
    Einfallen tut mir zur Lösung momentan auch nicht mehr.
    mfg

    Edited once, last by Hummel (October 15, 2008 at 2:07 PM).

  • So einfach ist es leider nicht - es ist schon etwas mehr als eine Scheibe.
    Wir haben 3 Teile zum umspritzen.

    1. einen "Topf"
    2. das Innenleben vom Topf
    3. die Scheibe - die als deckel vom Topf fungiert

    Das ganze wird dann umspritzt bist auf den Boden Topf. Die Radiale fixierung des ganzen ist kein Problem, da der Topf eine entsprechende Bohrung hat über die wir aufnehmen können. Der Boden des Topfes liegt in der Auswerferseite und bildet einen Anschlag.

    Angespritzt wird über 3 Punktangüsse auf den Deckel. Theoretisch müsste der Deckel also vom Spritzdruck gegen den Topf auf Anschlag gedrückt werden. Aber zwischen Deckel und Topf darf auf keinen Fall Kunststoff gelangen, und ich bin mir nicht sicher, ob es dafür ausreichend ist den Deckel mit dem Spritzdruck gegen den Topf zu drücken. Darum die Idee mit den herausziehbaren Stiften.

  • Kann ich dir so auch nicht sagen, aber wenn dein deckel nicht arg wackelt müßte es gehen, wie der spritzdruck dann auf den deckel wirkt, oder ihn verschiebt müßtest du halt mal selber austesten.
    Der deckel wird vor dem spritzen sicherlich ein wenig vorspannung haben davon gehe ich aus.
    mfg

  • Hallo CS,

    wir umspritzen Stifte die nur durch den Spritzdruck in Position (Sackloch) gedrückt werden. Funktioniert ohne Probleme. Wir spritzen direkt auf den Stift.

    Ich könnte mir vorstellen das es bei Deiner Anwendung auch funktioniert wenn du an deinem Deckel einen kleinen Absatz anbringst, damit dieser auf dem Topf nicht bewegt werden kann. Die Position muß eindeutig und fix sein.
    Wo ich jedoch meine Bedenken hätte währe die Stabilität des Topfes mit Deckel. Ob ein Hohlkörper die Spritzdrücke aushält???? Kannst du aber eher beurteilen da du ja den Durchmesser, Wandstärke usw. kennst.

    Mfg
    tech-freak

  • Danke schon mal für die Antworten.

    Um den Topf mach ich mir keine Sorgen - der ist ja nicht hohl, da ist elektronik und anderes High-Tech-Zeug drinnen. Und um einen sauber definierten Magnetfluss zwischen Deckel und Topf zu haben darf die Trennstelle nicht mit Kunststoff unterwandert werden.

    Werd versuchen morgen mal eine Skizze von dem ganzen Zeugs online zu stellen, dann könnt ihr euch vielleicht besser vorstellen was ich meine.

    tech-freak
    die achsparallalität von deckel und topf ist gegeben

  • Hallo.
    Wir haben ein Teil (Transformator, umspritzte Kupferspule) gefertigt, das ähnlich ist und einwandfrei funktioniert und natürlich komplett dicht ist.
    Wenn Du weitere Infos benötigst, kannst du gerne eine E-mail schreiben.

    Gruß
    TThias

  • Hallo

    wir arbeiten immer noch an dem Problem. Ein Skizze kann ich leider nicht einstellen (Entwicklunsprojekt, geheim usw....)

    Aber hat vielleicht jemand einen Fachartikel oder ein Buch, in dem das Verfahren mit den "Rückziehstiften" näher erläutert ist. Hab nämlich bei bisherigen Recherchen nix gefunden.

  • Hallo CS,

    vorneweg, einen Stift über die Schneckenposition zu ziehen ist gar kein Problem - hängt nur von deiner Maschinensoftware ab.

    Ich denke es hängt auch davon ab, wo du die "Scheibe, den Deckel" anspritzt.

    Mal was anderes:
    Evtl. könnte man auch ein Drehteller-Wz (es kann ja auch ein normales sein) benutzten bei dem man mit einem Magneten die Scheibe hält, dann wird eine Seite umspritzt und anschließend wird das Teil mit dem Handling gedreht. (Ihr legt doch die ET mit einem Handling ein, oder??) Den HK kann man ja ähnlich wie bei einem T-Mould konzipieren.

  • Wir verwenden dieses Prinzip bei einem PA. Wir fixieren damit eine Draht und fahren dann während des Spritzens die Stifte raus. - Das funktioniert Problemlos. Wenn du es eh nur Öl-Dicht und nicht Stromdicht bekommen musst dann sehe ich hier keine großen Schwierigkeiten.

    Ein Buch oder eine Anleitung wirst du nicht finden, wir haben auch nur durch Versuche und Analyse von ähnlichen Konkurenzteilen dieses Verfahren weiterentwickelt.

    Es kommt aber schon auf die Durchmesser der Stifte und das Material an, sowie die Restwandstärke die du noch füllen musst.
    Wenn du genauere Details wissen willst, dann benötige ich zumindest eine ungefähre Skizze um die weiterzuhelfen.

    Edited once, last by HIMA (January 29, 2009 at 4:04 PM).

  • Wir haben das Teil jetzt so umgestaltet, dass das Teil durch den Massestrom in die richtige Position gedrückt wird - sehen aber im Musterwerkzeug die Möglichkeit vor, doch noch Stifte einzubauen.

    "Nur Öldicht": Bei unseren, und bei Wettbewerbsteilen haben wir in vielen Testreihen feststellen und lernen müssen, dass heißes Motoröl selbst die kleinsten Stellen durchwandert.

  • Hallo CS,

    wir hinterspritzen flache Einlegeteile und halten diese mit gefederten Stiften auf Position. Der Ansteigende Spritzdruck drückt dann die Federstifte zurück und die Anlagestelle der Federstifte wird mit Kunststoff ausgefüllt (funktioniert sehr gut).
    Das gleiche ist auch mit hydraulisch bestätigten Stiften möglich die mit der Kernzugsteuerung nach einem bestimmten Volumen bzw. nach einer bestimmten Zeiten zurückgezogen werden.

    Gruß

    Peet

  • Hallo Kuka,

    es kommt auf den Verschmutzungsgrad durch den Einleger oder den Kunststoff an. Bei normaler Beanspruchung fällt die Wartung der Federstifte meistens in den Rahmen einer "normalen" Werkzeugwartung.
    Es sollte natürlich hier eine ein- bis zweimalige Werkzeugreinigung pro Schicht Voraussetzung sein.

    Gruß

    Peet

  • Hallo CS
    also normal geht das, wir haben bauteile gefertigt die komplett schwebend (Einlegeteil komplett umspritzt) gefertigt werden und danach 1000 Temperaturschockwechsel überstehen und dabei Öldicht sind.

    öl ist um weiten kritischer als Wasser aber meist ist die Temperaturlagerung hier der Knackpunkt. Wir fertigen einige Bauteile die über Lebensdauer Mediendicht sein müssen (selbst Gasdicht).

    Auch für dein Problem gibt es bestimmt eine Lösung, nur oft führt leider nichts am probieren vorbei.

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