Entlüften von Werkzeugen

  • Hallo zusammen,

    wer hat Informationen zum entlüften von Werkzeugen und wie werden die einzelnen Entlüftungsmethoden bei euch in den Werkzeugen umgesetzt?

    Habe das Problem, das ich die Luft aus einem bestimmten Bereich des Werkzeuges nicht entfernt bekomme. Daher habe ich verbrennungen und ein Zusammenfluß ist sichtbar.

    Die bestehenden Auswerfer wurden schon freigeschliffen, der Rand der Kavität wurde mit Entlüftungsschlitzen an einen umlaufenden Entlüftungskanal angebunden. Einsätze (wo möglich) wurden zur Entlüftung verwendet. Leider gibt es in den betroffenen Rippen nicht die Möglichkeit ordentlich zu entlüften.

    Hat von euch jemand Erfahrungen mit Vakuum???
    Wie steuert man das??
    Bekomme ich nicht Probleme mit den bestehenden Entlüftungen (Auswerfer, Einsätze, Trennebene usw.)????
    Was muß ich beachten??
    Muß das Werkzeug komplett Luftdicht sein, um ein Vakuum zu erhalten??

    Fragen über Fragen. Würde mich freuen wenn ihr mit mir eure Erfahrungen und Lösungen diskutieren würdet.


    Mfg
    tech-freak

  • Bei uns ist in einer Form, welche auch so ein ähnliches Problem hatte ein Sintermetalleinsatz eingebaut worden, dieser sollte die Luft durchlassen. Anfänglich sah alles gut aus, bis sich der Einsatz zugesetzt hat und das Problem wieder auftauchte. Wie der Einsatz gereinigt wurde, kann ich dir leider nicht sagen. Auf jeden Fall wurden die Reinigungsintervalle immer kürzer.
    Haben dann auf ein anderes Material umgestellt, mit kompletter Neuabmusterung und Kunderfreigabe. War ein sehr aufwendiger und zeitlich langer Prozess.
    mfg

  • Quote

    Original von Hummel
    Wie der Einsatz gereinigt wurde, kann ich dir leider nicht sagen. Auf jeden Fall wurden die Reinigungsintervalle immer kürzer.
    Haben dann auf ein anderes Material umgestellt, mit kompletter Neuabmusterung und Kunderfreigabe. War ein sehr aufwendiger und zeitlich langer Prozess.
    mfg

    Die Sintereinsätze werden meist im Ultraschallbad gereinigt. Haben auch einige Werkzeuge mit dieser Methode, allerdings setzen diese sich sehr schnell wieder zu und eine Vollautomatische Produktion ist somit unmöglich.
    Beim Anfahren / Abmustern ist es auch sehr heikel mit den Sintereinsätzen zu arbeiten. Einmal zu stark nachgedrückt und der Einsatz ist defekt.
    Wir hatten ebenfalls auf ein anderes Material umgestellt.

  • Hallo tech-freak,

    vorweg: mit Vakuum kenne ich mich nicht aus - hab ich glaub aber mal was gelesen...

    in qs seinem Link wird die Thematik "MB Farbe" schon angesprochen, ebenso das es nicht hier ins Thema passt. Ob dies weitergeführt wurde weiß ich nicht (hab ich nicht nachgeschaut). Aber ein Ansatz ist es allemal!!!

    Ich gehe davon aus, dass die Rippen Auswerferseitig sitzen, da geschrieben wurde, dass Entlüftungsauswerfer gesetzt bzw bestehende freigeschliffen wurden.

    Auf ein anderes Material wurde auch schon hingewiesen. Mit anderem MFI-Wert.

    Wären halbvolle oder nicht ganz volle Rippen akzeptabel?

    Spritztechnisch würde ich noch den Staudruck verändern, (ich kenne dein Teil und die dazugehörige Geometrie nicht und ich gehe von PP aus) bei Verbrennungen und einem leichtem Spritzgrat tendiere ich zu mehr Staudruck.

  • Hallo Kollegen,

    es ist halt immer Schlecht ohne Bilder vom WZ oder vom Teil eine Hilfe anzubieten :frowning_face:
    Evtl. könnte man ein Bild (oder den bereich des Teils) einstellen...

    Wie schaut die Füllstudie aus, füllst Du bei der Verbrennung am Schluß??
    Evtl. hilft es eine weitere verringerte Geschwindigkeit (vor ND-Umschaltpunkt) zu fahren.


    Gruß
    Rainer

    Edited once, last by rafi911 (December 3, 2008 at 3:59 PM).

  • Hallo zusammen,
    vielen Dank für eure Informationen.

    Die Sache mit dem Sintereinsatz kann ich nur bestätigen. Setzt sich innerhalb kürzester Zeit zu.

    Wie schon beschrieben haben wir alle erdenklichen Möglichkeiten schon eingesetzt, um die Luft entweichen zu lassen. Als weiter Möglichkeit bleibt noch ein Vakuum übrig. Leider habe ich keine Erfahrungen damit und keine Ahnung auf was ich achten muß.


    Ich denke, die beste Entlüftung erreicht man über mitlaufende Stifte Kerne usw, da diese sich selbst reinigen.

    Ich muß leider feststellen das die Problem mit den Entlüftungen der Werkzeuge immer größer werden, da immer weniger Einsätze verbaut werden. Heute wird vieles ins volle erodiert oder gefräst, weil es einfach billiger und heute technisch machbar ist. Vereinfacht, meiner Meinung nach, den Werkzeugerstellungsprozess aber die Produktion der Teile wird immer schwerer.


    Kuka:
    Halbvolle oder nicht ganz volle Rippen sind leider nicht (sehr selten) akzeptabel.

    Mfg
    tech-freak

  • @ tech-freak

    Dann gehe ich davon aus, dass die Rippen der Versteifung dienen und nicht nur für Materialersparniss sorgen.

    Könnte man vielleicht zwischen den Rippen noch Querrippen setzen, so ähnlich wie ein Schachbrett? Oder die Rippen verstärken, breiter machen um mehr Masse dorthin zu bekommen?

    Oder wolltest du definitiv aufs Vakuum hinaus?

  • Hallo zusammen

    das Teil ist leider vorgegeben und daher Änderungen nicht möglich Daher kommt man mit den konventionellen Methoden auch nicht sehr viel weiter.
    Die Luft staut sich immer am Fließwegende und dort kommt man mit einer "normalen" Entlüftung nicht hin.

    Wenn es an einer Außenwand ist, auf der man theoretisch auch anspritzen dürfte, kann man ja einen Tunnel als Überlaufkavität verwenden und so Platz für die Luft schaffen und das Fließwegende verschieben. Geht aber hier auch nicht.

    In manchen Fällen kanmn man auch eine Abstreifplatte oder mitlaufende Teile ins Werkzeug einbringen um über diese zu entlüften.

    Was natürlich auch gehen würde, wenn man einen oder mehrere Stifte auf die Auswerferseite setzt, die während dem Einspritzprozess eine Bohrung freigeben und z.B. nach einem gewissen Einspritzweg per Pneumatik verschlossen würden. Dann hat man bis zu einem bestimmten Bereich gut entlüftet, aber am Fließweg Ende hat man dann wieder Luft die verdrängt werden muß.

    sebi
    gutes Argument gegen Vakuum. Passiert dass immer oder erst ab einem gewissen Druckunterschied?

    Mfg
    tech-freak

  • Du darfst kein Vakuum erzeugen, kannst aber einen Überdruck etwas entlasten.

    Zu meinem grundsätzlichem ersten Schritt hatte ich schon einmal etwas geschrieben. Du musst einfach die Form flächig aufhalten!!!
    Kannst ohne weiteres zwei Hunderztel aufhalten ohne Grat zu bekommen.

    Testweise mach einfach kleine Blechstreifen in die Trennung. Diese mit Fett bestreichen dann kleben sie!

    Probier mal und sage mal bescheid.

  • Hallo Sebi,
    Hallo OS,

    Danke für eure Tips.
    Das mit dem Aufkleber/Packband kenn ich, habe ich bei Bemusterungen verwendet. Das mit dem Fett und dem Blech war mit neu. Werd ich aber mal probieren. Bin bei neuen Dingen immer recht offen. Denn nur wer was neues probiert, kann sich auch verbessern.

    Wie schon beschrieben, staut sich die Luft in einer Rippe am Fließwegende. Wirkt dann wie eine Sackbohrung aus der die Luft nicht raus kann. In den Bereichen wo es möglich war, haben wir schon Auswerfer gesetzt. Diese werde ich in der nächsten Korrekturschleife noch mehr freischleifen lassen.

    Beim nächsten Werkzeug dieser Art, werde ich versuchen , das Werkzeug in diesem Bereich aufzutrennen und die Entlüftung über eine "Abstreifplatte" die sich selbst reinigt hin zu bekommen. Ob es konstruktiv im Detail machbar ist, werde ich sehen.

    Aber das Problem besteht beim aktuellen Werkzeug und mir gehen so langsam aber sicher die ideen aus. aher auch die Sache mitr dem Vakuum.

    Solltet ihr noch andere Ideen haben, bin für alles offen. Egal wie verrückt sie klingen.

    Mfg
    tech-freak

  • Hi tech-freak,

    eine Option wäre noch das Werkzeug zu drehen.
    Wenn dein Fließwegende nach unten zeigt, wäre es vielleicht sinnvoll das Ende nach oben zu positionieren um den Quellfluss des Materials zu verändern.

    Auch in die anderen Richtungen lässt sich wirklich viel verändern!!! :winking_face:

  • Hi Kuka,
    danke für den Tip, ist jedoch ein Rad mit Schaufeln (Daher immer die rede von Rippen) drauf. Und genau an diesen Schaufeln ist der Fließwegende und in diesen Schaufeln staut sich die Luft.

    Mfg
    tech-freak

  • Ein Rad? Schschsch.... schön. :face_with_rolling_eyes:

    Das konnte man ahnen....

    Tja, dann probier halt mal den Tipp von sebi - Spionenblättchen.
    Hast du dann an allen Schaufeln unvollständige Rippen, weil mir fällt da gleich wieder der Thread "Unwucht an Lüfterräder" ein.

  • @ Ismp,

    wir verwenden eine 400t Engel. Schnäckendurchmesser sowie Düsendurchmesser kann ich dir momentan nicht sagen.

    Ich verstehe nur nicht ganz, was diese Daten mit der Entlüftung von Werkzeugen zu tun haben?!?!?!

    Kannst mich aber gerne aufklären.

    Schneckenrückzug nach dem Dosieren wird regelmäßig kontrolliert um nicht zu viel Luft in den Schneckenvorraum zu ziehen.

    Kuka
    Wilkommen zurück bei der Diskusion "Unwucht an Lüfterrädern". Du hast es erfasst. Leider ist die Kuh noch nicht vom Eis. Bin immer noch dran, jeden einzelnen Punkt auszuschließen. Das Problem: Je mehr ich untersuche desto verwirrender wird die Sache und je undurchsichtiger werden die Zusammenhänge. Gleiche Maschine, gleiche Einstellung, gleiches Material, gleiches Werkzeug, gleiche Werkzeugwandtemperatur usw, jedoch bei jedem Mustern andere Teile.

    Mfg
    Tech-freak

  • hallo

    ja meine Theorie ist folgende

    wenn ich eine zu kleine Schnecke verwende brauche ich hohe Druecke und Geschwindigkeiten. Denke mal die Schnecke ist gross genug
    Dosiergeschwindigigkeit wird zu schnell gewählt, Friktionswärme
    Staudruck zu niedrig! Masse nicht genügend kompremiert,so schiesst du ja schon Luft ins WZ

    genause wenn der Durchmesser von der Duese zu klein ist . Zu hohe Scherkräfte. Somit schädigt du das Material und setzt die Enlüftungen zu...

    schon mal daran gedacht?

    gruesse LSMP

  • Hi Ismp,
    danek für die Erklärung.

    Eine gute Entlüftung ja auch nur so eine, die sich selbst reinigt, um die Ausgasungen im Werkzeug aus den Entlüftungsspalten zu entfernen. Es gibt Materialien die gasen mehr, andere gasen weniger aus. Ich denke das ich zu kleine Durchmesser an den Düsen bei unseren Maschinen so gut wie ausschließen kann. Ebenso das der Zylinder zu klein ist. Desweiteren verwenden wir so ca. 100 bar Staudruck. Denke bei einem PA 66 ist das ok.

    Mfg
    tech-freak

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