Posts by petersj

    Wenn die Maschine ohne Kernzüge gekauft wurde, ist eigentlich auch keine Steuerkarte dafür vorhanden. Und vorhandene Tasten deuten nicht auf vorhandene Funktionen hin. Diese Tastaturfelder sind mehr oder weniger pauschalisiert bedruckt. Es kann also auch sein, dass das Tastaturfelt links mal ausgetauscht wurde und sich dabei die Tasten für die Schraubeinheit eingeschlichen haben. Auch wir haben uns letzte Woche eine neue Tastaturkarte (links) kaufen dürfen und siehe da: Auch hier sind diverse Funktionen angegeben wie auf deiner Karte, die bei uns nicht verfügbar sind. Und "aktivieren" in den Sondercodes kann man tatsächlich vieles. Aber es läuft dann nicht richtig bzw. man bekommt keine Parameterseite.

    Das Rilsan muss gut vorgetrocknet sein. 80°C, 4-6h. Am besten nach der Trocknung mal die Restfeuchte messen. Muss <0,05% sein. Sonst läuft das aus der Düse und lässt sich auch nicht gut dosieren.

    Oder es hat sich jemand bei der Rohware vertan?

    Ansonsten mal Schnecke ziehen und nach der Reinigung von Schnecke und Zylinder mit der RSS zuerst in den Zylinder stecken. Die Buchse wir im Durchmesser bestimmt noch gut sein (nachmessen). aber auf den ersten 10cm im Zylinder darf eigentlich kaum Spiel vorhanden sein. Ist doch Spiel da, ist der Zylinder dort ausgelutscht und muss definitiv neu. Kannst auch eine neue Buchse aus dem Ersatzteilfundus einschieben. Die darf aber nicht klappern. Das Spiel sollte neu bei 0,05mm liegen.

    Wenn die Maschine damals ohne Kernzüge gekauft wurde, gibt es die lt. ARBURG in der Software praktisch gar nicht. Nachrüsten kann man trotzdem alles Mögliche, nur ohne Verbindung mit der entsprechenden Software.

    Wenn ich mir die Symbolik der linken Tasten ansehe, deutet das auf 3 verschiedene Geschwindigkeitsbereiche hin. Durch eure Freigabe unter den Sondercodes habt ihr vermutlich den Bereich für "mittelschnell" aktiviert. Die rechten Tasten sind lediglich Handbedientasten, mit denen eine über die Steuerung programmierte Funktion - wie in der Steuerung eingegeben - abgerufen wird, solange diese Taste gedrückt wird. Da es aber offensichtlich keine Freigabe durch ARBURG für Kernzüge gibt, sind das eben "SODA-Tasten" - sie sind eben so da und praktisch ohne Wirkung. Die Freigabe über die Sondercodes ist somit rein "privater Pfusch".

    Wenn die Temperiergeräte schon mit einer Schnittstelle zur Maschine ausgerüstet ist, kann ich mir gut vorstellen, dass für die externen Tempfühler ebenfalls Anschlüsse vorhanden sind.

    Wie bekommt ihr denn die Werkzeugtemperatur ins Temperiergerät? Maschinensteuerung ist klar, und Temperiergeräte über die SGM, auch klar.

    In jedem Werkzeug haben wir zumindest einen Thermofühler. PT100 oder - wenn die Maschine/Themperiergerät(e) es brauchen - FeKuNi. In den Werkzeugen befinden sich an den entscheidenden Stellen entsprechende Bohrungen, in die diese Fühler eingebracht sind. Da wir ausschließlich mit Werkzeugeinschüben/Wechseleinschüben arbeiten, also in jedem Einschubpaar. Da unsere Teile (Probekörper) relativ klein sind, bringt uns Thermografie nicht wirklich viel, vor allem, da in der Regel nach 20 Schuss schon wieder ein anderes Werkzeug eingesetzt wird. Unsere Thermogeräte haben alle eine entsprechende Schnittstelle für die Thermofühler. Die Themperiergeräte haben dann wiederum entsprechende Schnittstellen (20mA), über die wir die Daten aus dem Regler dann in die SGM geben. Von dort kommen dann auch die Temperaturvorgaben. Die Regelung wird alleine vom Regler im Temperaturgerät durchgeführt.

    Die Temperaturverteilung haben wir selbstverständlich schon mehrmals geprüft und die ist bei unseren Anwendungen auf Grund entsprechender Themperierkanäle als gut und ausreichend zu bezeichnen.

    Die aufgebrachten Schmiermittel sollen und können auf keinen Fall als Dichtmittel dienen. Sie sollen ausschließlich die Demontage erleichtern. Bei den hohen Spritz- und Nachdrücken helfen ausschließlich die metallischen Dichtflächen, die natürlich absolut sauber und plan aufeinander liegen müssen. Bei Düsen, die mit einem Flansch abdichten und dann mit mehreren Schauben festgezogen werden, muss auch darauf geachtet werden, dass nicht erstmal eine Schraube festgeballert wird, sondern dass am besten sternförmig und gerade hier mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen wird. Also erstmal eine Schraube per Hand eindrehen und dann die anderen nachsetzen. So wie man das eben als Schlosser gelernt haben sollte. (Wie beim Auto z.B. bei den Radmuttern "über Kreuz").

    Aber gerade Personen die ursprünglich aus der Produktion kommen und jetzt an den entsprechenden Stellen sitzen, treffen oftmals solche Entscheidung. Weil "Was soll schon passieren, merkt doch keiner". Zumindest meine Erfahrung.

    Von dieser Annahme ("Merkt doch keiner") muss man sich zunehmend trennen. "Früher" ging das vielleicht noch, weil kaum ein Betrieb sich mehrere verschiedene Prüfgeräte hinstellen konnte die pro stück mit 100.000.- DM oder € zu Buche schlugen. Dort wo heute aber Qualität verlangt und proklamiert wird (zu Recht), sind diese Verfahren nicht mehr state of the art. Immer mehr Betriebe betreiben eine zunehmend hochwertige Qualitätskontrolle um auch nachlaufende Reklamationen auszuschließen. Und da muss man sich dann schon überlegen ob es sinnvoll ist, Schrott zu verarbeiten und zu versuchen dieses einem Kunden unterzujubeln. Häufig entwickeln sich die angewandten Prüfmethoden so schnell, dass man sich als Hersteller schon manchmal wirklich krumm legen muss, um da Schritt halten zu können oder dem sogar voraus zu sein. Man muss also auf dem Laufenden bleiben und darf sich nicht überholen lassen.

    Solange sie dann ja auch einsehen, dass das Prozedere nicht so gut war, ist das ja auch in Ordnung. Wenn dann aber trotzdem noch rumgezetert wird, von wegen: das muss doch gehen, das Material war doch erst 4Jahre alt und das kann doch alles nicht sein, Verschwendung, kommt man zu einem Punkt der sich dann "Beratungsresistenz" nennt.

    Wir haben einen Ablauf eingeführt, bei dem entsprechend gefährdete Produkte (Polymere, wie auch Additive und Farbmittel) nach bestimmten Lagerzeiten vom Labor auf seine Tauglichkeit hin geprüft werden müssen. Es gibt dann einen entsprechenden Verwendungsentscheid, der auch "Vernichtung" bedeuten kann. Den Begriff "noch ein bisschen gut" gibt es dabei nicht.

    Tipp zum demontieren: Kurze heftige Schläge sind immer besser als langsames kraftvolles "ziehen/drücken"

    Da haben wir andere Erfahrung gesammelt.

    Durch die zähe Haftung von Kunststoffablagerungen ist es einfacher, wenn auf den Ringschlüssel noch ein "Meinungsverstärker" aufgesteckt und dann kraftvoll gezogen wird. Duch die Zähigkeit der Kunststoffablagerungen werden Schläge einfach elastisch abgefedert und verpuffen daher nutzlos.

    Es ist bei der Montage nicht sinnvoll die Kupferpaste dick aufzutragen. Eine hauchdünne Schicht soll verhindern, dass die Düse sich auf Grund von Verkokungen festfrist. Ein zu viel kann dagegen zu starker Verdichtung des Kupfers im Gewinde führen und es somit zum Festklemmen kommen kann. Bei Schmierstoffgaben ist ein WENIGER in der Regel meistens mehr.

    Wir fahren sogar beides:

    - Werkzeugtemperatur-Rückführung ins Temperiergerät UND in die Maschine

    - Durchflussmessung Vorlauf UND Rücklauf

    - Drucküberwachung

    - Und selbstverständlich hochgradig aufbereitetes Kühlwasser im Betriebskreislauf

    Das alles hat natürlich im Laufe der Jahre tatsächlich Geld gekostet. Aber die Einsparungen, die durch diese Maßnahmen erreicht werden konnten sind auf die Zeit gesehen deutlich größer (nachgewiesener Maßen). Und diese Maßnahmen betreiben wir in allen unseren Werken - national wie international. Und natürlich werden sie immer weiter entwickelt.

    Wichtig ist, das jeder Betrieb seine Qualität des Kühlwassers ständig beobachtet und analysiert. Die Ergebnisse werden dann ständig an das Engineering rückgemeldet und entsprechende Maßnahmen werden dann eingeführt. Wasseraufbereitung muss immer auf das jeweils verfügbare und gelieferte Wasser abgestimmt werden. Das ist in jedem Werk ein minimal anderes Verfahren. Das kostet zwar immer (fortlaufend) ein wenig Geld, was aber im Endschluss preiswerter ist, als Maschinenausfälle zu finanzieren. Das muss man sich dann mal auf der Zunge zergehen lassen: Investment ist günstiger als Reparatur und teure Instandhaltung.

    Wir haben teilweise Temperiergeräte, die schon 20-30 Jahre alt sind und immer noch die erste Pumpe und das erste Heizregister verbaut haben. Und die Geräte laufen tatsächlich 24/7 bei ständig wechselnden Temperaturen von 50 bis 170° WERKZEUGTEMPERATUR. Wenn wir mit irgend einem Teil nach mehreren Jahren mal nicht mehr zufrieden waren, haben wir uns nach entsprechenden anderen Geräten umgesehen. Testgerät gekauft und dann vergattert oder entsorgt.

    - Verschleißfeste Pumpe: Wie lange soll eine Pumpe halten? Gute Pumpe = gutes Geld.

    - Filtriertes Wasser: Die Versorgung ist ein hauseigenes Problem. Da müsst ihr selber für sorgen. Gutes Wasser = gutes Geld.

    - Notwendige Sensorik: Was braucht man da? Für mich ist eine Rückführung der Werkzeugtemp in das Temperiergerät wichtiger als jeder Durchflusssensor. Denn die Temp des Werkzeuges soll geregelt werden - nicht die des Wassers. Kostet Geld das kaum jemand aufbringen will (inklusive der entsprechenden Bohrungen).

    - Gute Ventilstößel: Die leben und sterben mit der Qualität des Wassers. Siehe oben. Folge ist: erstmal die Qualität des Wassers im großen Kreislauf optimieren.