Farbschlieren? Feuchtigkeitsschlieren? Übertrocknung?

  • Guten Tag liebe Community,

    ist mein erster beitrag hier und ich hoffe die Materialexperten unter euch können mir sagen wodurch diese Verfärbungen verursacht werden.

    Im Anhang sind Bilder.

    Daten:

    • 2- Fach Spritgussartikel
    • Direktanspritzung durch Heißkanal
    • Material: PA4.6 Stanyl TW200 F6, natur

    Meine Fragen:

    • Ist dieser Signifikante Farbunterschied normal bei diesem Material?
    • Wodurch kann eine solche Verfärbung enstehen?
    • Hat die Verfärbung einfluss auf die mechanischen Fähigkeiten des Bauteils?


    Es handelt sich bei der Darstellung um das Identische Bautteil, aber aus 2 unterschiedlichen Chargen hergestellt. Beide chargen sind ausreichend vorgetrocknet worden und hatten vor Verarbeitung einen Feuchtegehalt von unter 0,04%.


    Vielen Dank für eure Hilfe.

  • Hallo und herzlich Willkommen!


    Farbunterschiede in diesen Ausmaß sind bei PA meistens auf Temperaturprobleme im Prozess zurückzuführen.

    Das kann also Übertrocknung sein, zu hohe Trocknungstemperatur oder zu hohe Zylindertemperaturen. Ebenso kann eine zu hohe Scherung des Materials beim Aufbereiten oder Einspritzen Ursache sein.

    Dieser Braune Streifen auf dem einen Bild sieht für mich wie verbranntes Material aus.

    Sofern das Material tatsächlich thermisch geschädigt ist, kann es durchaus Einfluss auf auf die mechanischen Eigenschaften haben.

    Du würdest uns Helfen wenn du dazu alle signifikanten Parameter angibst.

    • Temperaturen Zylinder + Heißkanal
    • Dosierweg in mm
    • spezifischen Staudruck
    • Dekompression in mm
    • Umschaltpunkt in mm
    • maximaler Spritzdruck spezifisch
    • Spritzzeit
    • Trocknungstemperaturen und Trocknungszeit
  • Hallo,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    • 80°C Einzug; 305°C Zone 3; 310°C Zone 2; 315°C Zone 3; 325°C Düsen-Hzg.
    • 21,5 mm
    • 30 bar
    • 2 mm
    • 5,5 mm
    • 700 bar
    • 0,77 sekunden
    • 80°C - 4 Stunden.

    Gruß

  • Alle Kavitäten gleichermaßen betroffen? -> falls nicht evtl. ein Thema der HK-Düsen

    Im Materialdatenblatt wird mehrfach auf die Temperatursensibilität hingewiesen und dass die Degradationstemperatur bei 330°C liegt.
    Da seid ihr wahrscheinlich einfach schon hart am Limit.

    Habt ihr noch Rückstellmuster des Granulats? Gibt es da schon Farbunterschiede?
    Am besten gleich mal den Materialhersteller DSM kontaktieren.
    Kannst ihn zur Stellungnahme gerne in unser Forum verweisen :smiling_face_with_sunglasses:

  • @PH Brauche noch ein paar Infos ...

    Durchmesser und Art der Schnecke (Barriere- oder 3-Zonen-Schnecke?)
    Temperaturempfehlung vom Materialhersteller laut Datenblatt von ....°C bis ....°C
    Max. möglicher Dosierweg (mm) der Maschine?
    Ist-Dosierweg (mm)?
    Dekompression (mm)?
    Massepolster (mm)?
    Umschaltpunkt (mm)?
    Zykluszeit?
    Umschaltung bei wieviel % Füllung lt. Füllstudie?
    Einspritzzeit?
    Anzahl Geschwindigkeitsprofilstufen beim Einspritzen?
    Welches Einspritzprofil?

  • Hy,

    Befindet der braune Streifen sich direkt am Anspritzpunkt? Material reagiert stark mit Luft bzw zuviel Dekompression. Kommt es mitten im Spritzteil vor?

    Wir haben sogar bei uns oft das Problem das bei den Arburg Maschinen wenn im Ablauf Düsenanlagedruck Abbau einprogrammiert ist Luft zwischen Maschinendüse und Heißkanal eingesaugt wird dann entstehen braune Streifen mitten im Bauteil. Löscht man das Symbol und die Maschine drückt das Aggregat immer an, sind von einem zum anderen Schuss die Streifen sofort weg.

    Das Material kann je nach Länge der Trocknungszeit leicht dunkler werden, und natürlich kann es auch zu Tode getrocknet werden, mit was trocknet ihr vor und wie lange ca?

  • 1.) In Natur-Produkten gibt es keine Farbmittel. Daher kann es sein, dass sich die Grundfarbe des Granulates von Charge zu Charge ändert.

    2.) Bei zu heißer und zu langer Trocknung kann die Farbe zu gelb/braun umschlagen.

    3.) Der braune Streifen deutet auf Degradation des Materials hin.

    4.) Wenn die Maschine längere Zeit aufgeheizt gestanden hat, kann es zu Vercrackungen kommen, die dann im Prozess für lange Zeit mitgezogen werden.

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