Luftblasen bei Radel

  • Hallo
    Wir verarbeiten Radel in unserer Firma.
    Das Problem was wir haben,ist das sich Luftblasen im Teil und ganz besonders im Anguss bilden.
    Es handelt sich um einen Stangenanguss mit 4 Anspritzpunkten.Die Luftblase bleibt genau an den Abzweigungen hängen.Der Anguss reist ab, und bleibt in der DS hängen.
    200 bar Staudruck bringen keine Verbesserung. Den Anguss langsam füllen bringt keine Verbesserung.
    Ich habe eine Kühlzeit von 16 Sek.Wenn ich länger kühle,schrumpft der Artikel auf den kern,und "explodiert" bei der Entformung.
    Massetemperatur hat 340° bis 360°.Formtemperatur 135°.

    Gruß uziel

  • Ich glaube nicht, dass es "Luftblasen", sondern Vakuolen sind. Beim Abkühlen zieht sich das Material zusammen und im relativ dicken Anguß bildet sich dann ein entsprechender luftleerer Raum. Das passiert auch gerne bei PE und PP. Ungünstiger Weise ist diese Vakuole nun an der Stelle, wo beim Werkzeug öffnen die größte Zugbelastung auftritt. Die Materialdicke ist nun zu gering und die Stange reißt ab. Entweder man macht die Stange und den Angußverteiler dicker, optimiert den Konus der Stange oder, wie schon unten gesagt, es wird der ND und die ND-Zeit erhöht um dieses Loch zu füllen. Oder evtl. die ersten Millimeter/Zentimeter gaaanz langsam öffnen (5-10mm/s), sodass die Stange Zeit hat, sich zu lösen.
    Wenn das Material noch plastisch ist wird sich an dem Problem aber nichts ändern! Diese Stelle muß schon einigermaßen hart sein.

    Edited 3 times, last by petersj (September 24, 2009 at 12:23 PM).

  • Ich hab extra nicht zwischen Luftblasen und Vakuolen differenziert, weil von Teile und Anguss die Rede war.
    Im Anguss sind es sicherlich Vakuolen, aber im Teil? Ist es denn Angussfern oder Angussnah?

    petersj
    Dicker würde ich den Anguss nur machen um ihn besser zu entformen, um eine Vakuole auszuschließen eher dünner, Aufgrund der Masseanhäufung.

  • Um die Blase weg zu kriegen : Anguß dünner.
    Um das Teil zu füllen : Geht nicht dünner
    Um den Anguß stabiler zu machen: Anguß dicker
    Eigentlich stört die Blase im Anguß ja gar nicht . . . außer das dieser da immer abreißt.

    Ist das ein neues Werkzeug? Oder neues/anderes Material?

    Vakuolen können sich auch noch im dünnwandigen Teil ergeben. Haben wir gelegentlich bei PP mit relativ dünner Wand von 1,6mm. Das Teil ist schon lange aus der Maschine und plötzlich tauchen diese Bläschen auf. Diese sind dann nur mit einer etwas höheren Massetemperatur und einer längeren ND-Zeit weg zu kriegen. Und gerade eine längere ND-Zeit kann hier offensichtlich nicht eingestellt werden, da die Schwindung dann das Teil sprengt. Denn ND-Zeit zählt schon mit zur Kühlzeit.

    Edited once, last by petersj (September 24, 2009 at 3:09 PM).

  • Quote

    Original von petersj
    Und gerade eine längere ND-Zeit kann hier offensichtlich nicht eingestellt werden, da die Schwindung dann das Teil sprengt. Denn ND-Zeit zählt schon mit zur Kühlzeit.

    ND-Zeit und Schwindung, ist schon richtig. Deswegen sprach ich auch weiter unten kompensierenden Parametern auf die ND-zeit. Die ersten wären sicherlich Kühlzeit und ND-höhe.

    Das die ND-zeit zur Kühlzeit gehört, müssen wir glaub niemanden klarmachen :grinning_squinting_face:

    PS. sollte keine Rüge sein, kam so rüber.... :frowning_face:

  • Es handelt sich um ein Radel A 201.
    Der Artikel ist ein deckel mit zwei löchern in der Mitte.Zwischen den beiden Löchern ist ein grosser runder Aufbau.Dort sind die 4 Anspritzpunkte.
    Um die beiden Löcher ist ein Dickerer Rand,in dem sich auch Bläschen sammeln.
    Asche auf unser Haupt,doch dieser Artikel wird aus dieser Form noch aus Moplen und Grilon(PA) gefertigt.
    Eigendlich laufen die Deckel recht ordentlich,doch seit neusten sammelt sich die Blase genau zwischen den Läufern.

    15 Sekunden Kühlzeit
    2,5 Sekunden Nachdruckzeit mit 500 bar,300bar,100bar.
    Spritzzeit 1,59 Sekunden
    Teilgewicht 59 Gramm
    16 Sekunden Kühlzeit = Ausstosser drücken durch
    ND-Zeit länger = Ausstosser drücken durch
    ND-bar höher = Ausstosser drücken durch

    Ich habe heute erfahren,das wir eine neue Charge angefangen haben.Es ist nur fraglich ob wir bei dieser mehr Luft gekauft haben :grinning_squinting_face:

  • Quote

    Original von Uziel

    15 Sekunden Kühlzeit
    2,5 Sekunden Nachdruckzeit mit 500 bar,300bar,100bar.
    16 Sekunden Kühlzeit = Ausstosser drücken durch
    ND-Zeit länger = Ausstosser drücken durch
    ND-bar höher = Ausstosser drücken durch

    Gut dann nimm einfach mal vom 5sek Kühlzeit weg und pack diese auf die 2te bis 3te Stufe drauf. Nicht auf die 1te, weil dadurch wird wohl bei längerer ND-zeit das Ausstosserproblem auftreten.

  • Wenn ich das richtig sehe, habt ihr bei den Temperaturen (Masse- wie Werkzeugtemp) noch gut Luft nach oben. Wenn die Masse länger plastisch bleibt, kann die Blase mit längerem ND vielleicht weggedrückt werden. Vielleicht lässt dann auch das Aufschrumpfen auf den Kern nach.
    Drücken die Auswerfer bei längerem ND durch die weiche Masse? Oder ist das Teil dann schon so auf die Kerne geschrumpft, dass es zerbricht?

    Ich meine, die beiden Materialien MOPLEN und RADEL sind ja auch so ähnlich wie FahrRAD und MotorRAD. Das Einzige, was sie gemeinsam haben ist der Begriff "Thermoplast". Das ist nicht deine Schuld. Aber irgend wann ist Schluß mit "Ein Werkzeug für alles".
    Das MOPLEN ist recht weich und elastisch, auch wenn es kalt ist, während das RADEL eher einen "knackigen" Karakter hat und steinhart ist.

    Edited once, last by petersj (September 25, 2009 at 11:32 AM).

  • @ Uziel:

    zum Trocknen:
    Habt Ihr die Restfeuchte des Materials dennoch getestet? Hat das Material die Möglichkeit, nach dem Trocknungsprozess wieder Feuchtigkeit aufzunehmen, bevor es verarbeitet wird?

    zum Chargenwechsel:
    Gibt es Fließweg ( Rheologische ) Unterschiede zwischen den Chargen?

    Habt ihr schon versucht, ohne Dekompression zu fahren?

    Leider habe ich mit dem genannten Material bisher keine Erfahrungen sammeln können, daher kann ich nur "Standardmaßnahmen" in betracht ziehen, wie man das Problem beseitigen könnte!

  • Kuka
    Der ND macht im Anguss aus drei kleinen Blasen eine Grosse.

    @peterj
    Das Material ist voll ausgehärtet,(deshalb explodiert es).
    Wenn wir die Massetemp oder WZ temp anheben bekommen wir Schwierigkeiten mit der Oberfläche.Denn die Form ist nicht ganz optimal für Radel ausgelegt :winking_face: .
    Was mich nur stutzig macht,ist die Tatsache,das es bei einer neuen Charge so verstärkt auftritt.

    qs
    Wir haben das Material in einem Beistelltrockner neben der Maschine.In den Materialtrichter gehen max 1 Kg Material.
    Die Restfeuchte können wir nicht in unserem Betrieb messen.Und wenn wir es ausser Haus geben,zickt der Boss rum.Traurig aber wahr.
    Die 5000 Schuss laufen seit letzten Freitag.Die Zykluszeit könnt ihr euch ausrechnen.

    Das Fliesverhalten ist geblieben.Das Aussehen der Teile ist gleich.
    Ohne Kompression werden die Blasen sehr viel kleiner und sehr viel Zahlreicher.

  • [quote]Original von Uziel

    qs
    Wir haben das Material in einem Beistelltrockner neben der Maschine.In den Materialtrichter gehen max 1 Kg Material.
    Die Restfeuchte können wir nicht in unserem Betrieb messen.Und wenn wir es ausser Haus geben,zickt der Boss rum.Traurig aber wahr.
    Die 5000 Schuss laufen seit letzten Freitag.Die Zykluszeit könnt ihr euch ausrechnen.


    Kommst du da bei einer Trocknungsdauer von 2 h bei einer Füllmenge von 1 kg überhaupt hin?
    Wenn ich das mal so grob überschlage, klappt es nicht, oder?

  • Wenn ihr das Material aus der Düse auspumpt und dort Bläschen auftreten ist das ein Zeichen für Feuchtigkeit. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Material (anderer Name ULTRASON von BASF) nur zuverlässig mit einem Trockenlufttrockner getrocknet werden kann. Im Trockner mit Umluft ist eine ausreichende Trocknung nicht zu erreichen, da die umgebende Luftfeuchtigkeit sofort wieder aufgenommen wird.
    Sind die Trockenpatronen des Trockners nicht mehr OK, ist der Taupunkt nicht mehr niedrig genug um entsprechende Feuchtigkeit auszuscheiden.
    Eine Feuchtigkeitsmessung auf langem Weg an eine Fremdfima zu geben ist auch nicht unbedingt sinnvoll, da die Probe auf dem Weg dort hin schon wieder Feuchtigkeit aufnehmen wird. Deshalb: Ein Feuchtemessgerät nach Karl-Fischer-Methode ist schon sinnvoll zu haben.

    Edited once, last by petersj (September 25, 2009 at 2:12 PM).

  • Quote

    Original von qs

    Kommst du da bei einer Trocknungsdauer von 2 h bei einer Füllmenge von 1 kg überhaupt hin?
    Wenn ich das mal so grob überschlage, klappt es nicht, oder?

    Jub es passt nicht. In einer Stunde sind schon 1,32Kg verbraucht wie soll er dann 2Std anständig trocknen können.

    Was hast du für einen Zyklus? so 30sekunden, oder?

    Rechnung: 1Stunde: 3600s / Zyklus: 30s = macht: 120Schuß
    2Std = 240Schuß und 240stk x 59g, das macht ja dann 14,16Kg :face_with_rolling_eyes:

    Ein Feuchtemessgerät ist sehr sinnvoll!!!

  • Quote

    Original von Kuka

    Ein Feuchtemessgerät ist sehr sinnvoll!!!

    ...wurde schon oft angesprochen, aber ich bin der Meinung, dass ein Feuchtemessgerät in keinem Kunststoffverarbeitenden Betrieb fehlen darf!

    Lieber mal woanders sparen......

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