• Hallo,

    in der Firma in der ich z.Z. arbeite wird alles auf der Maschine eingefärbt.
    Doch irgentwie haut das mit dem dosieren meistens nicht so hin, so dass mehr Farbe als bereitgestellt benötigt wird.

    Bei der Fehlersuche habe ich festgestellt, dass nach einer gewissen Zeit mehr Farbe/100Sec als zu Beginn gefördert wird.

    Bei Produktionsbeginn hatte ich eine Versuchsreihe gestartet.

    Ergebnis: Ist das Dosiergrät nicht fest eingespannt, fallen bei einer Dosierung mehr und bei der nächsten dementsprechend weniger Körner herunter.
    so entstehen Abweichungen bei der kleinsten Walze von ca. 5 Gramm.

    Danach hatte ich bei 10 aufeinaderfolgenden Messungen ein konstantes Gewicht von 8.75 Gramm

    Am Ende der Produktion waren es aber 12.6 Gramm.

    Meine erste Vermutung, dass es nach dem Einbau eine gewísse Einfahrzeit benötige, konnte ich damit ausschließen, indem ich die Walze ausbaute und wieder neu einbaute, doch das ergebnis war gleich.

    Es wurde ca. 20 % mehr Material verbraucht, was sich mit dem gesteigertem Durchsatz von 20% decken würde.
    Daraus müsste man schließen, das der Verbrauch sich eher bei Produktionsbeginn als bei Produktionsende steigert (Anfahrausschuss nicht inbegriffen.)


    Welche Erfahrungen habt ihr mit Dosiergeräten gemacht?
    Wo könnte der Fehler liegen und wie lässt er sich vermeiden oder in die Rechnung mit einbeziehen?

    Wir verwenden Kochgeräte, ist diese Problem Herstellertypisch?

    Gruß Micha

  • Hallo Micha,
    wir verwenden Geräte von Digi Color, bisher keine Probleme gehabt.
    Durch verschiedene Schneckengrößen lässt sich immer die passende Dosierleistung wählen. Die Gewichtsschwankungen bewegen sich im hunderstel Gramm Bereich.

    Ist ja ein starker Zuwachs bei Dir (5g) 8o.
    Eine vernünftige Erklärung habe ich dafür aber aber auch nicht so richtig. Hat sich vielleicht die Kennlinie des Antriebsmotors verändert, so das dieser die Drehzahl unbewusst erhöht hat :confused_face:
    Hast Du mit anderen Geräten auch solche Probleme oder nur bei dem einen???

  • Hallo Michael,
    vielleicht kann ich weiterhelfen , dazu benötige einige Antworten:
    Ist dies ein "Direkteinfärber" also ohne nachfolgendem Mischer?
    Was meinst Du mit"..das Gerät nicht fest eingespannt"?
    Wie exakt war der Versuchsablauf: Dosierzeit ? Sekunden eingestellt, zuvor einige Dosierungen , um Zellenrad zu füllen, und dann 10x mit o.g. Zeit ausdosiert und jede Dosierung einzeln gewogen je 8,75 Gramm?
    Oder z.B. 10 Dosierung gesammelt, gewogen und dann durch die Anzahl der Dosierungen (10) dividiert?

    INFO:
    Es ist nämlich ein verfahrensspezifischer Nachteil mit den zeitgesteuerten Dosierwalzen, dass nicht jedesmal die gleiche Anzahl von Kammern entleert werden. Eine reproduzierbare Schuss-zu-Schuss Genauigkeit ist unmöglich. Die Kompensation dieser Fehler erfolgt entweder durch nachgeschaltete Mischer ( Achtung Entmischung.Segregation etc.) oder in der Schnecke der Spritzgießmaschine selbst ( Abhängig von L/D Verhältnis) oder mit Hilfe eines Sulzer-Mischkopfes.Oder der Anwender kompensiert Farbschewankung durch bewusstes Überdosieren (€ !) ,ausgenommen bei Transparentteilen.

    Am Ende der Produktion waren es je Einzeldosierung 12,6 Gramm- welcher Zeitraum / wieviel Schuss nach dem Start?
    Korngröße des Masterbatches =? und ist Korngröße konstant über die Produktionsdauer?
    Das Koch Zellenrad ist ein gefrästes PA- Bauteil, am Produkt-Eintritt befindet sich ein flexibler Abstreifer- ist dieser noch in Ordnung?
    Dies ist sicher eine Motorversion mit konstanter Drehzahl, also nicht verstellbar?
    Besitzt diese Dosiergerät im Vorratsbehälter ein Rührwerk?

  • Hallo

    Wir haben ebenfalls Kochgeräte im Einsatz...als ich vor zwei Jahren hier anfing, wurde immer einmal die Einstellung in Sekunden vorgegeben, welche irgendwann einmal auf irgendeinem Gerät ermittelt wurde...es gab hier schon jahrelang immer wieder Probleme, hab mich dann mal drangesetzt: Die ca 25 baugleichen Geräte hatten und haben eben mit demselben Granulat unterschiedlichen Durchsatz...liegt weniger an der Drehzal als an den Abstreifern und deren Position...hab dann unnötig viel Zeit mit dem versuch verbracht, die Geräte zu "eichen" (durch Position der Abstreifer...keine Chance...
    Dabei war das Problem ganz einfach zu lösen: Einfärbkarten sind mittlerweile mit %Angabe und einer Beispielrechnung, d.h., bei jedem Farbwechsel etc. wird fünf mal je 100s dosiert, ausgewogen und berechnet...so ists eigentlich gedacht, und endlich wirds auch so gemacht...hat man gleichzeitig eine gewisse Kontrolle, denn wenn sich die 5 Gewichte beim Auswiegen unterscheiden (klar, eine Kammer mehr oder weniger ist drin) dann wird das Gerät sofort aussortiert...

    Das von Michael beschriebene Problem kenn ich so nicht, wir hatten allerdings zwei Fälle wo was ähnliches auftrat:
    1: MB war teilweise verklumpt, bzw. einzelne Körner klebten aneinander
    2: Früher verwendeten die Schlaumeier zum Auffüllen des MB Behälter aus PS, es fehlten ständig Splitter, die dann irgendwo über der Walze waren --> je nach Position war dann die Beigabe korrekt oder eben zu wenig...

  • hallo,

    das mit den Dosierschwankungen bei dem Koch-System ist, wie schon ein Kollege beschrieben hat, systembedingt.
    Aus diesem Grund gibt es von Koch auch unterschiedliche Walzen um diese effekt entgegen wirken zu können.
    Vielelicht solltet iht da einmal drüber nachdenken!
    Die ganze sache hat wieder eine haken:
    Bei jedem Werkzugewechsel muss geprüft worden, ob die passende Walze eingebaut ist oder sie gewechselt werden muss!
    Dass ist eine zusätzliche Fehlerquelle, die allerdings beherschbarer ist als der Effekt, den Du beschreibst!

    Gruss
    Z.

  • Hallo Zauberer,

    was hat ein Werkzeugwechsel damit zu tun? Materialwechsel würde ich verstehen aber Werkzeug.
    Anderes Masterbatch, andere Geometrien, Oberflächen also anderes Verhalten ob das immer eine bemerkbare Auswirkung hat ist dahingestellt.

    Michael W

  • Hallo,

    Die 10 Messungen sind einzeln gewogen und am Ende habe ich den Mittelwert genommen. Zuvor natürlich die Walze einlaufen lassen, so dass alle Kammern gefüllt waren, es gab auch immer ein annähernd gleiches Gewicht.

    Als das Dosiergerät ziemlich leer war, kam plötzlich mehr raus.
    Auch ein der aus und erneute Einbau erzeugte keinen Effekt.
    Auch mit nachgefülltem Material war der der Durchsatz gleich.

    Gemessen wurden jeweils 99,9 Sekunden lang.

    Einen beweglichen Abstreifer habe ich nicht gefunden, müsste aber egal sein, da es sich um das selbe Gerät handelt.

    Ich habe die kleinste Walze gewählt um eine längere Dosierzeit zu bekommen.

    Die Farbe stammt aus dem selben Sack (Schüttdichte gleich????)
    Setzt sich am Boden nicht die "schwereren" Körner ab???

    Im Anschluss ist ein Rührwerk angeschlossen.

    Mit fest eingespannt meine ich, nicht wackelíg in dder Hand halten und erschütterungen verursachen.


    Vielen Dank für die Antworten, muss erst mal ne Nacht drüber schlafen und Morgen den Elektriker nerven, ob sich die Geschwindigkeit ändern kann. Denn die einzige logische erklärung wäre sondst eine Schüttdichtenänderung.

    Das ganze Problem an der Sache ist, ich bekomme nur so viel Farbe bereitgestellt wie theoretisch für den Auftrag benötigt wird.
    Jetzt wird noch zusätzlich Material abgespritzt und es entsteht Ausschuss.

    Da regelmäßig die Farbe nicht hinhaut gibt es ein Formular, welches man ausfüllen muss um mehr Farbe zu bekommen oder man macht es wie meine Kollegen, 10-20% Dosierzeit abziehen und dann hauits hin.

  • Hallo Michael S,

    wenn das Granulat gleichmäßig geschnitten ist, dann ist auch die Schüttdichte gleich. Es ist eher unwahrscheinlich, das das Masterbatch von der Zusammensetzung nicht paßt, da die Farbe stimmt.

    Beim Granulat würden sich eher die kleineren Körner unten absetzen, es ist mehr ein durchrutschen durch Bewegung/Vibration durch Lücken als ein absinken durch das Gewicht.

    Hast Du bei Koch schon einmal angerufen und nachgefragt?
    Vielleicht kennen die ja das Phänomen.

  • So,

    Fehler gefunden und behoben.

    Wie schon erwähnt ist der Absteifer zu weit von der Walze entfernt.
    Habe diesen dann fast bis an die walze getan.
    Jetzt kommt nur noch 1/7 des ursprünglichen Durchsatzes heraus.
    Abweichung von Schuss zu Schuss 1/100 g.

    Problem bei der Positionierung: Das Gerät muss fast komplet zerlegt werden, was sehr zeitaufwendig ist und eine Überholung aller Geräte unmöglich macht, da die Instandhaltung überlastet ist.

    Ich habe mal den Vorschlag einer externen Instandhaltung vorgelegt.

    Gruß Micha

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