• man kann mit dem grundsatz beginnen: jedes material verformt sich unter kraft. so auch die holme. die schließkraft ist die kraft die sich (mehr oder weniger) gleichmäßig auf deine vier holme verteilt, dadurch werden deine holme in die länge gezogen. die zugkräfte entstehen durch den schließdruck deiner werkzeugform. der schließdruck ist ca 10% höher wie der spezifische spritzdruck.

    wenn man ein paar mal so eine holmausdehnung ausgerechnet hat, kann man die physikalischen vorgänge besser gegreifen finde ich.

    du brauchst die projezierte fläche deines gespritzen teils und dann deinen hydraulischen spritzdruck, den du dann in den spezifischen spritzdruck umrechnest. es gibt tabellen wo man das ablesen kann, kennt sicher jeder (spezifischer spritzdruck in abhängigkeit des hydraulikdrucks bei unterschiedlichen schneckendurchmessern).

    dann rechnest du einfach den spezifischen spritzdruck auf deine fläche, schon hast du F(auf), dann einfach plus 10% und du hast die benötigte schließkraft, die auf deine holme wirkt.

    als nächstes brauchst du die länge der holme (in den meisten aufgaben 1000mm), dann den E-modul für stahl (190-220 kN/cm² , ist in jeder prüfungsaufgabe gegeben). jetzt rechnest du die querschnittsfläche der holme aus und nimmst ihn mal vier, da du ja vier holme hast. (keine angst, der durchmesser ist auch immer gegeben und die formel kennst du sicher) .
    die holmausdehnung wird als delta L bezeichnet und lässt sich wie folgt errechnen:

    delta L= holmlänge : (e-modul x holmfläche) x F

    viel spaß beim rechnen :grinning_squinting_face:

  • Servus Tony,
    deine Ausführung ist im groben und ganzen richtig.
    Beim Druckaufbau der Schließkraft, wird die bewegliche Auspannplatte mit Druck belastet, diese streckt ( dehnt ) sich um ein bestimmtes Maß.
    Diese Ausdehnung gibt sie direkt an die vier Holme weiter.
    Diese werden also ein wenig gestreckt ( durchgebogen ).
    Das versteht man unter Holmausdehnung.
    Diese kann man mit dem Messchieber messen.

    mfg

    Edited once, last by Hummel (June 17, 2009 at 10:08 AM).

  • Also Durchgebogen wird da nix!!!

    Sie werden einfach gedehnt.
    Genau das selbe ist bei eine Schraube. Sie wird angezogen und der nicht eingeschraubte Teil streckt sich. Wenn man jedoch über die Streckgrenze kommt ist eine 100%ige Rückstellung nicht mehr möglich.
    Dieses bedeutet bei einer Spritzmaschine den Tot mit anschließendem Holmbruch.

  • Hummel,
    auf diese Antwort bekommst Du Null Punkte :frowning_face:

    sebi hat mit seiner Erklärung schon recht,

    das ganze funktioniert wie eine Verschraubung (schau Dir mal das Verspannungsdiagramm einer Schraubenverbindung an, das erklärt alles.

    Eine ganz geringe Biegung (extrem unerwünscht) der Holme bekommst Du durch die nicht zentrische (vom Holm aus gesehen) Krafteinleitung, z.B. bei Kniehebelmaschinen.
    Bei Vollhydraulischen ist das theoretisch ausgeschlossen, hier erhältst Du Biegekräfte bei nicht planparallelem Werkzeug oder nicht funktionierender Schließkraftregelung.

    Gruß
    Hans

  • Hummel
    In dem Moment, wo die Holme "gebogen" werden, hast du tatsächlich ein Problem mit deinem Werkzeug. Entweder es ist nicht planparallel, oder nicht zentrisch montiert. Sonst kann es noch an nicht gleichmäßig vorgespannten Holmen liegen oder an einer schlecht ausgerichteten Maschine oder auch an einem zu schweren Werkzeug. Eine Biegung der Holme ist auf jeden Fall tötlich für diese. Das Material der Holme ist darauf ausgerichtet, ausschließlich auf Zug (Streckung) belastet zu werden. Durch den ständigen Wechsel zwischen Zug (Werkzeug schließen) und der Entlastung (Werkzeug offen) kommt es im ungünstigen Fall irgend wann zu einem Ermüdungsbruch. Stahl kann auf Grund seiner Struktur nur eine begrenzte Menge an Lastwechseln aufnehmen. Irgend wann ist einfach Schluß und die Kristalle trennen sich.
    Sollte die Holmdehnung mit einem Messschieber messbar werden, würde ich schnellstens neue Holme bestellen. Die Dehnung sollte im Bereich weniger Hundertstel eines Millimeters liegen!


    Preform
    Eine SGM mit nicht zentraler Krafteinleitung in der Schließeinheit würde ich gar nicht kaufen. Ein Holmbruch ist hier vorprogrammiert.

    Uziel
    Die Messung der Holmdehnung wird im Bereich Wartung zur Überprüfung der Holme auf ihre gleichmäßige Vorspannung und gegebenen Falls Rissverdächtigkeit benutzt. Sollte man den Verdacht haben, dass das Werkzeug trotz bestätigter Planparallelität nicht parallel schließt, kann die Holmdehnung gemessen werden. Hier kann ein noch nicht vollständig vollzogener Holmbruch ermittelt werden. Ausserdem kann die Holmdehnung zur Schließkraftermittlung in Rahmen eines Befähigungsnachweises für SGMs genutzt werden. (siehe Link)

    http://www.plastverarbeiter.de/ai/resources/c0df46bc2e0.pdf

    Edited once, last by petersj (June 18, 2009 at 7:36 AM).

  • Also, nach ein bischen netz und Kollegen,

    besteht die Hauptrichtung der wirkenden Kraft in längsrichtung der Holme ( Streckung ).
    in der Praxis wird diese Längsrichtung gemessen ( Ausdehnung ).

    Eine weitere Belastung in vertikaler Richtung dazu, im bereich der Aufspannplatte ist möglich. Im verhätnis zur streckbelastung bei weiten weniger ausgeprägt.
    mfg

    Edited 3 times, last by Hummel (June 18, 2009 at 9:21 AM).

  • Quote

    Original von petersj

    Sollte die Holmdehnung mit einem Messschieber messbar werden, würde ich schnellstens neue Holme bestellen. Die Dehnung sollte im Bereich weniger Hundertstel eines Millimeters liegen!

    es gibt doch alte maschinen von der firma demag, wo an den holmen messstreifen angebracht sind, um die holmausdehnung direkt ablesen zu können.

    und den beweis für eine dehnung kann man auch errechnen. bliebt die verlängerung unter 0,2 % (Rp 0,2%), dann ist noch alles im grünen bereich und die für die holme besteht keine bruchgefahr. ein 1m langer holm, kann sich also ohne probleme bis 2mm verlängern.

  • Hallo petersj,

    Quote

    Eine SGM mit nicht zentraler Krafteinleitung in der Schließeinheit würde ich gar nicht kaufen. Ein Holmbruch ist hier vorprogrammiert.


    um Mißverständnissen vorzubeugen, ich meinte zentrale Krafteinleitung in jeden Holm,
    und das gibt es im Prinzip erst seit den 2-Platten-Maschien.
    Bei Kniehebel- und hydr. 3-Plattenmaschinen (mit einen zentralen Schließzylinder) hast Du immer eine außermittige Krafteinleitung, da die Verteilung der Schließkraft auf die Holme selten gleichmäßig und ohne zusätzliches Biegemoment erfolgt.
    Aber wie die Praxis gezeigt hat, hat auch das Jahrzente funktioniert, hat vom Bediener halt ein bischen mehr Sorgfalt erfordert.

    Gruß
    Hans

  • wie verhält sich das eigendlich bei den holmlosen?z.b haben wir 300 tonnen engel ohne holme.da "verbiegen" sich die aufspannplatten wen sie auf schlieskraft fahren.ausserdem heist es, das dabei die trennebenen der formen verschleissen.

  • Führ die maximale Holmdehnung gibt es auch Diagramme, wer einen Holmbruch hatte, hat danach auch solchein Diagramm :smiling_face:

    Holmenbruche können aber auch geschweist werden!!

    Holmlose werden doch trotzdem mit 4 Hyd.Zylindern bewegt, oder?

  • Servus, Uziel
    Bei den Holmlosen von Engel hast du " keine sichtbaren" Holme, das ist richtig, dennoch wird die Kraft und ausdehnung im Maschienenbett abgefangen, es ist sehr stabil ausgelegt, kannst es dir so vorstellen wie eine Passungslehre einer welle. Das Maschinenbett ist übertrieben dein einziger Holm.

    Sobald die Schließkraft aufgebaut ist sollten die Platten dann eigentlich paralell zueinander sein.
    Bei den engeln ist es umso wichtiger genügend Führungsbolzenlänge zur verfügung zu haben eine zusätzliche zentrierung haben wir bei uns auch noch mit eingebaut. Nur eine Engel im Betrieb.
    Die Form fährt nicht komplett parallel zu sonder sie kippt ein bischen beim zufahren, aus diesem Grund können mehr Verschleißerscheinungen auftreten.
    mfg

    Edited once, last by Hummel (June 20, 2009 at 12:51 PM).

  • Kuka :die engel maschinen haben einen hauptzylinder der die schliesseite
    bewegt.

    Hummel: du hast recht.ich hab mir das noch mal angesehen.die schliesseite hebt sich leicht an wenn sie auf druck fährt.die düsenseite kippt dann leicht nach vorn(richtung spritzaggregat)
    zentriert ihr die formen auf der schliesseite oder fahrt ihr ohne ring?denn ein monteur hatte uns davon abgeraten.

  • Hy Uziel,
    Unsere Formen die auf der Engel laufen werden bei uns nur DS mit dem Ring zentriert.
    Beim Aufbauen geben wir max Schließdruck um die form und die Platten gerade zu bringen, ist bei uns so, und nur bei der einen Engel.

    Jeder Betrieb macht es anderst.

    P.S. zu den Bewegungen der Platten ( anderer Beitrag )
    Das ist ein ganz normaler Vorgang bei den Engeln, da der " Holm " vorgespannt ist und sich erst beim Druckaufbau "gerade richtet ".

    mfg

    Edited 3 times, last by Hummel (June 21, 2009 at 3:42 PM).

  • Quote

    Original von Hummel
    Hy Uziel,
    Unsere Formen die auf der Engel laufen werden bei uns nur DS mit dem Ring zentriert.
    Beim Aufbauen geben wir max Schließdruck um die form und die Platten gerade zu bringen, ist bei uns so, und nur bei der einen Engel.

    Jeder Betrieb macht es anderst.

    Hallo,

    dass ist so zeimlich dsa beste, was ich diesbezüglich gehört habe.
    Wird nur noch übertroffen von der Aussage "das Material ist trocken, weil es heiß ist" (material war PC, Fesuchtigkeitsschlieren; in Rumänien).

    Aber nun einmal sachlich:
    Diese Praxis ist in den Betrieben nicht ganz unüblich.
    Man sollte aber einmal überlegen, was man da macht, denn bei kleineren Werkzeugen ist maximale Schließkraft nicht zu empfehlen.

    Dass de ENGEL HL "nachkippt" wenn sie Schließkraft aufbaut ist so und wird durch ein Ausgleichsgelenk auf der Schließeinheit unterstützt.
    Geht auch mechanisch nicht anders, da die HL ein "offener Biegerahmen" ist, also genau dass, was man bei Presen vermeiden sollte...
    Zu beachten ist, dass das maximale Gewicht der Auswerferseite nicht überschritten wird!
    Sollte nur ein "zurechtdrücken" an einer Maschine helfen, so ist die Maschine zu überprüfen, aus meiner Sicht durch den Kundendienst, da scheinbar keine Sachkundigen im zitierten Fall vorhadnen sind, und danach sollte es wieder ohne gehen!
    Darüber hinaus ist es emens wichtig, dass die HL immer im "Wasser" steht, will heißen, dass die Lämgs- und Querausrichtung in den Toleranzen liegt. Bei der HL sollte das alle 6 Monate kontrolliert werden, bei einer Maschine mit Holmen sollte es mindestens alle 12 Monate geprüft werden (Maschinenwasserwage!).

  • Zauberer,
    Mit dem max. Schließdruck ist das zusammenfahren der Maschine beim aufpratzen gemeint, eine Form die 5 to Zuhaltung benötigt, wird bei uns natürlich nicht mit 20 to belastet. Das sollte eigentlich jedem klar sein.
    Ich werde auch keine 5 to Form auf eine Maschine einbauen welche dafür nicht geignet ist, das sollte auch jedem klar sein.
    Ist die Form einmal zusammengefahren, und man schaltet in den Einrichtmodus, liegt der Druck eh meißt nicht mehr an.
    mfg

  • Hummel,

    das hatte ich mir schon gedacht, dass Ihr kein WZ für eine 20 to auf eine 2000 to baut.

    Dennoch ist die Vorgehensweise nicht so, wie ich es meinen Lehrlingen vermittelt habe und es an Prüfungen erwartet wird.

    Wenn ich einmal selber eine Form aufbaue, dann wird in Einrichten zugefahren, Pratzen dran, Wasser usw. was erforderlich ist.
    WZ im zusammengefahrenen Zustand (keine Schließkraft!!!!) temperieren und dann (erforderliche) Schließkraft einstellen, unter der erforderlichen Schließkraft zufahren und dann die Schrauben nachziehen.

    Sollte das an den Engel anders erforderlich sein, wie beschrieben, Maschine prüfen und ggf. instandsetzen (lassen).

  • Servus Zauberer,
    Ist die Form einmal zu im Eirichtmodus , geben wir kurz den erforderlichen Druck, nur bei der Engelmaschine und bei keiner andern sonst. Anpratzen und druckfrei machen.

    Alle anderen Maschinen werden so oder so ähnlich wie bei euch aufgebaut. Einziger Unterschied unsere Formen sind einen Spalt breit offen beim aufheizen, sonst gleiche Vorgehensweiße.

    Kommt auch auf die Einrichter an wie sie es gelernt haben.

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