Globaler Werkzeugmarkt

  • Hallo,
    ich denke mal zur Zeit haben wir (westlicher Raum) noch die Nase vorn. Vorallem in Punkto Quallität. Aber der Osten kommt. Die Werkzeuge die dort produziert werden gewinnen immer mehr an Quallität, wenn auch langsam aber sie steigern sich. Siehe auch folgendes Thema: Werkzeuge aus dem Osten
    Das Problem ist letzendlich der Lohn in den östlichen Ländern. Dadurch das die Lohnkosten sowie die Lohnnebenkosten dort absolut im Keller sind kommen diese günstigen Preise zu stande.
    Da müssen wir mit neuen Technologien dagegenhalten um Marktfähig zu bleiben.
    Mal so nebenbei:
    Ich habe vor kurzen einen Bericht gesehen, dort wurden Spritzgußmaschinen noch von Hand bedient. Weit und breit keine Automatisation zu sehen und trotzdem waren die Herstellungskosten niedrieger wie bei uns.

    Edited once, last by HK (March 22, 2007 at 8:36 AM).

  • Wir haben einen eigenen Werkzeugbau - aber haben auch ein Werk in Tschechein das für uns Werkzeuge baut.
    Bei Fremdpartner versuchen wir nach Möglichkeit aber Partner zu finden, die in der Nähe (Umkries ca. 100 km) sind - denn wenns da mal irgendwo zwickt kann man eben mal schnell hinfahren und sich das persönlich vor Ort anschauen.

    Aber auch wir werden von der GL gezwungen, Werkzeuge in Billiglohnländern einzukaufen. Aktuell mussten wir Werkzeuge in Portugal kaufen. Wenn man allerdings bedenkt, dass wir zwecks Abstimmungen schon 2 mal nach Portugal fliegen mussen, frag ich mich wo hier etwas gespart wurde.

    Aber generell hat bei uns in der Fa. die Globalisierung voll eingeschlagen, wir verkaufen weltweit, produzieren weltweit und verkaufen weltweit.

    Und zur Qualität: wir haben sowohl von Billiglohnländern, als auch von heimischen Werkzeugbauern sowohl gute, als auch weniger gute Werkzeuge bekommen.

  • Quote

    Original von CS

    Aber auch wir werden von der GL gezwungen, Werkzeuge in Billiglohnländern einzukaufen. Aktuell mussten wir Werkzeuge in Portugal kaufen. Wenn man allerdings bedenkt, dass wir zwecks Abstimmungen schon 2 mal nach Portugal fliegen mussen, frag ich mich wo hier etwas gespart wurde.

    Hallo CS,

    da kann ich DIr nur empfehlen, dass Du die Kaufleute mit ihren eigenen Waffen schlägst:
    Vollkostenrechnung ist hier das Zauberwort:
    bei einige Projekten einfach eine Auflistung machen, wo alles mit eingeht: Flüge, Übernachtungen usw.)
    ich bin sicher,d ass ma da nichts mehr spart, und dann einfach mal der GL vorlegen, so kann an sie mit ihren eigenen Mitteln den Spiegel vorhalten!

    Gruss
    Z.

  • Kommt mir irgendwie bekannt vor! Wir haben auch mal ein Werkzeug in Italien bauen lassen. Wir hätten es vorher besser wissen müssen. Mit den Flügen dort hin und den Nachbesserungen haben wir nichts eingespart. Naja, aus Fehlern lernt man!
    Haben auch einen eigenen Werkzeugbau. In dem werden eine vielzahl unserer Werkzeuge gebaut. Werkzeuge geben wir eigendlich auch nur in Auftrag wenn's unsere Kapazitäten übersteigt bzw. eine gewisse Werkzeuggröße.

  • Wusste nicht,dass Portugal noch als Billiglohnland zählt.
    Weiss nur, dass in Portugal oder auch in Italien absolut hochwertige Werkzeuge gebaut werden, zu vernünftigen Preisen,
    schade dass Deutschland da teilweise nicht mehr mithalten kann, siehe 35 Stundenwoche oder Lohnforderungen von z.B 5-6%.

    Und ein Flug in die europäischen Nachbarländer kostet doch heutzutage nicht mehr die Welt.


    armes Deutschland

    mfg
    Peter

  • Ob Portugal ein Billiglohnland ist oder nicht kann ich nicht und muss ich auch nicht beurteilen - dass kommt bei uns von der GL.

    Den Flug nach Portugal gibts für ein paar Euro, dass ist nicht das Problem. Aber dann brauche ich noch ein Hotel - und was das schlimmste ist, zu Hause in D bleibt ne Menge Arbeit liegen. Erledige zwar viel mit Handy und Laptop - aber es bleibt trotzdem noch einiges liegen.

    Jeder halbwegs vernünftige Mensch - auch die Gewerkschaften - weiß, dass niemand 5 - 6 % mehr Lohn bekommt. Es ist lediglich ne Forderung und man trifft sich dann irgendwo in der Mitte bei 3 - 5 %.

  • Wenn der Wkz Bau in der nähe eines Flughafens ist, kann man fliegen.
    Allerdings haben wir mal 2 Wkz in Portugal bauen lassen, und die Wkz Macher waren in der Wildnis. Da mußten wir mit dem Auto hinfahren und dort 2 Wochen von Wkz Bau zu Wkz Bau pendeln. :angry_face:

  • Leider ist es ja mittlerweile bei etlichen großen Automonbilzulieferern so, das es Quotenvorgaben über den Werkzeugeinkauf gibt. Ich kenne da eine große französische Firma, fängt mit F an ;), die haben als Order 60/40! 60% aus dem außereuropäischen und 40%, die kniffligen, heiklen Werkzeuge, aus dem europäischen Raum. Und ihr könnt mir glauben - bei denen liegt der Einkauf ständig mit der technischen Projektbetreuung im Clinch :D!

    Edited once, last by 3K (April 3, 2007 at 12:44 PM).

  • Hallo allerseits,

    zur Erstellung einer Beschaffungsstrategie für SGW benötige ich noch allgemeine Daten über die weltweite Marktentwicklung (Umsätze, Anzahl WZ-Bauer, Wachstumsraten, etc.). Weiss jemand von euch, wo ich solche Informationen beziehen kann? Leider war meine Suche bis dato noch nicht sehr erfolgreich.

    Gruss

  • Ich kann Dir nur ein sagen, es gibt viele Werkzeugbauer die zur zeit schließen da der Preiskampf mit den Asiaten wieder sehr hart ist. Ich denke mal das ein Wkz auf alle Fälle 30% bis 50% günstiger in Asien ist.

  • Hallo Bubbelmaker,
    leider hast Du recht. Es gibt aber ein Trost, die Asisaten insbes. China hat gerade letzthin bekanntgegeben, dass Sie in naher Zukunft Probleme mit dem Arbeitsmarkt haben - es sollen 46Millionen Arbeistkräfte fehlen! - Sie wollen Zukünftig mehr "Qualitätsprodukte :D) " herstellen und die Preise sollen entsprechend steigen???!!!!.
    Was ja abzusehen war. - Nur die ganze geschichte hat einen Haken unsere Industrie muss es bis dahin überleben. :loudly_crying_face:

    Also Kopf hoch es kann nur noch Besser? oder Schlechter? werden. :confused_face:

    Gruss Johann

  • Hallo Bubblemaker, hallo Johann,

    bei meiner Recherche geht es mir nicht ausschliesslich um den asiatischen Markt. Interessant ist für mich der europäische und osteuropäische Markt genauso. Wie sieht's aus mit Italien, Portugal, Deutschland? Klar kennt man die meisten SGW-Bauer, aber für das Management benötige ich allgemeine Daten über die Länder/Regionen. Der Vdwf hat nichts und auch sonst sieht es recht mager aus...Falls jemand von euch Daten in der Richtung hat oder weiss, wo diese zu beschaffen sind, wäre ich euch sehr dankbar..

    Beste Grüsse

    Marco

  • Warum wollen alle immer ins Ausland?
    Nur weil dort die Wkz billiger sind?
    Ich will ja nicht bezweifeln,dass es dort auch gute Quallität gibt, aber einen Nachteil können sie nie wett machen, Zeit und Transportkosten wobei Zeit auch Geld ist.

    Diese Woche erst hatten wir Probleme mit einem italienischen Wkz.
    Beim Hersteller lief es einwand frei und bei uns dauerte ein Zyklus 10 MINUTEN, weil wir vorher die Form nicht auf bekamen.

    Die Einstellungen waren genau dieselben, nur hat der Hersteller eine Arburg und wir nur eine Demag.

    Gruß Micha

  • Werkzeugeinkauf darf man nicht mit einem Urlaubstrip verbinden und
    sollte auch in den Händen von Spezialisten bleiben. Wir fertigen in China mit einem deutschen Spezialisten vor Ort, Werkzeuge in kürzeren Lieferzeiten als sie in Europa denkbar sind (Lieferzeit inklusive).
    Ein solcher Spezialist muß auch wissen, wo Maschinen gleichen Bautyps
    stehen auf denen reale Tests gefahren werden können.
    http://www.china-einkauf.eu

  • @hellbar
    schon klar. Meine Erfahrungen sind...:
    - längere Lieferzeiten
    - schlechtere Qualität
    - keine Garantieleistungen
    - längere Zykluszeiten

    - usw...

  • Ich bedauere Deine Erfahrungen, Bubbelmaker.
    Wir empfehlen unseren Kunden mit georderten Zweitwerkzeugen zu beginnen, um unsere Performance zu testen. Erfahrungsgemäß
    bleiben uns diese Kunden treu und ordern mittlerweile regelmäßig.

    Unsere größeren Kunden überzeugen sich regelmäßig vor Ort über die Leistungsfähigkeit der von uns auserwählten Werkzeugbauer.

  • Merke...der Werkzeugpreis läßt sich erst nach ca 2 Jahen ermitteln, die das Werkzeug in der Produktion gelaufen hat...also incl. Anpassungen, Reperaturen, Zykluszeit...etc. Wenn ich so einen Schnickschnack höre...von Wegen bis zu 50% billiger....sicherlich auf dem Papier...!
    Wieviel stundenintensive Handarbeit ist denn noch an einem Werkzeug zu tun? Maschinen kosten in Asien das selbe...Stom ist teilweise sogar teurer....das Problem ist doch nur, das es einige Kaufleute stört, das ein guter Werkzeugmacher im schmutzigen Kittel mehr verdient. Sollten sich die Leute mal überlegen, was so ein chinesischer Werkzeugbeschaffer verdient...lol...


    unsere Zeit kommt noch...hoffentlich bald

  • Guten Morgen bruce,

    Dein Einwand ist nicht sachlich korrekt. Die von Dir angeführten Kostenbestandteile treten bei jedem Werkzeug auf und sind nicht auf Importware allein anzuwenden.

    Wenn man einen Werkzeugauftrag sachlich und fachlich sauber vorbereitet und betreut, (und zwar von Beginn an !!!) dann ist es unwesentlich, wo das Werkzeug gebaut wird. Dabei setze ich voraus, dass die vorgehaltene Einrichtung der Werkzeugbaufirmen vergleichbar ist.

    Ich kenne ebenfalls Negativbeispiele. Wenn man die jedoch einmal korrekt hinterfragt, dann hat man oft den Eindruck, dass der Techniker hier der Hemmschuh für den Einkäufer gespielt hat.

    Bezüglich der Qualität verweise ich auf die Elektronikfachmärkte. Wenn man sich die Teile dort anguckt (die meisten kommen aus Fernost) dann kann man nicht meckern.

    Ein erfolgreicher Import von Spritzgußformen aus dem Ausland steht und fällt mit der fachlichen Unterstützung durch den Besteller.

    Wenn ein Werkzeugmacher bei uns die Form mit 30 Stunden á 25.-- € zusammenbaut, so macht der Chinese die gleiche Arbeit für 1.-- € pro Stunde.

  • Guten Morgen Opa !

    Da hast du schon Recht, ganz sachlich Korrekt ist das nicht, was ich da geschrieben habe...sicherlich auch ein wenig emotional.

    Leider mache ich aber immer wieder die Erfahrung, das dort Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    Wenn alle, so wie du es tust, von gleicher Ausstattung und Qualität der zu vergleichenden Werkzeugbauer ausgehen, so kommt eine Ersparnis von ca. 30% heraus...und nicht, wie oft propagiert wird, von 50 bis 80%.

    Bleibt dann immer noch der Betreuungsaufwand von der Ersparnis abzuziehen. Plus den Transportkosten, der oftmals in Deutschland zu erledigenden Anpassungsarbeiten.

    Ist für mich schon komisch, das es den Firmen möglich ist, in Fenost Werkzeuge bauen zu lassen, die dann per Vorkasse bezahlt werden, während man bei den hiesigen Formenbauern das letzte Drittel so lange herauszögert. Ist meines Erachtens nicht so vergleichbar.

    Fragt doch mal bei einem deutschen Werkzeugmacher nach einem Rabatt, wenn du ihm garantierst, das er die kompletten Werkzeugkosten bei Werkzeugauslieferung bekommt, Ihr bereit seid, die letzten Anpassungsarbeiten bei euch im Haus stattfinden zu lassen ( von euren Leuten) und es euch egal ist, ob er das Werkzeug auch noch härtet und welchen Normalienhersteller er wählt....

    und nen bischen Grat wäre auch nicht schlimm.

    Denke, das dann die Preisgestaltung in Deutschland auch nen andere ist!

    Gruß
    Bruce

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